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Laatzen Gefährdet Edeka andere Märkte in Laatzen?
Aus der Region Region Hannover Laatzen Gefährdet Edeka andere Märkte in Laatzen?
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00:36 11.06.2018
Insbesondere die Märkte in Alt-Laatzen und Grasdorf dürften durch den Edeka-Neubau Umsatz verlieren: Markant (oben links, im Uhrzeigersinn), Netto, Mavi und Kaufland. Quelle: Dorndorf/Junker
Alt-Laatzen/Laatzen-Mitte/Grasdorf

Beim Kauf von Lebensmitteln haben Alt-Laatzens Bewohner künftig mehr Auswahl: Statt Aldi wird nun Edeka einen neuen Markt an der Hildesheimer Straße eröffnen. Auf 1480 Quadratmetern können Kunden aus dem Vollsortiment von Edeka auswählen, zu dem unter anderem eine Fleisch-, Wurst- und Käsetheke gehören soll. Neu öffnen sollen auch eine Bäckerei und der Sonderpostenmarkt Action. Was bedeutet die neue Konkurrenz aber für die anderen Märkte in der Umgebung?

Mit einem Umsatzrückgang rechnen muss etwa der Nahversorgungsstandort Grasdorf. „Edeka wird größere Einbußen bringen, als dies Aldi getan hätte“, sagt André Buksch, Betreiber des dortigen Markant-Markts, der nach dem Aldi-Einsturz der einzige verbliebene Nahversorger im Stadtteil ist. Gerade für einen sogenannten Vollsortimenter mit breiterem Warenangebot wie Markant sei die neue Konkurrenz durch Edeka von Bedeutung. „Discounter und Vollsortimenter gehen eine Symbiose ein, das passt zusammen“, sagt Buksch in Hinblick auf die ursprünglichen Aldi-Pläne. „Aber Edeka ist eine andere Hausnummer.“

Das bestätigen auch die Zahlen der Beratungsgesellschaft Cima, die in einem Gutachten klären sollte, wie verträglich die Marktpläne für Laatzen insgesamt ist. Als noch das Aldi-Projekt aktuell war, rechneten die Experten für den Grasdorfer Markant-Markt samt der kleinen, umliegenden Geschäfte mit Umsatzeinbußen von 2,8 Prozent. Bei Edeka seien es hingegen 6,6 Prozent. Laut den Cima-Annahmen dürften Markant und seine Nachbarn rund 360.000 Euro jährlich an Umsatz verlieren. Pikant ist das insbesondere vor dem Hintergrund, dass beim Grasdorfer Markt der bestehende, auf zehn Jahre abgeschlossene Mietvertrag im Herbst ausläuft: Im November 2008 hatte Markant eröffnet. Zum Stand der Verhandlungen wollte sich Buksch nicht äußern.

Auch die Nahversorger rund ums Leine-Center in Laatzen-Mitte dürften die Konkurrenz zu spüren bekommen, wenn auch in geringerem Umfang. Laut Cima-Berechnung müssen Rewe, Lidl, denn’s, die Drogeriemärkte und kleineren Anbieter beim sogenannten periodischen Bedarf, zu dem Lebensmittel, Drogerie- und Parfümwaren zählen, mit einem Umsatzminus von 5 Prozent rechnen. Bei einer Aldi-Ansiedlung wären es hingegen nur 1,8 Prozent gewesen. Für Rewe und Penny am Schubertweg liege das Umsatzminus nun bei 4,1 statt 1,5 Prozent.

Am stärksten dürften die Auswirkungen die Konkurrenz in Alt-Laatzen treffen. Laut Cima-Gutachten kommt das sogenannte „Nebenzentrum Alt-Laatzen“ mit den großen Anbietern Netto, Kaufland und Mavi aktuell beim periodischen Bedarf auf einen Umsatz von 8 Millionen Euro. Zu rechnen sei mit Einbußen in Höhe von 1,13 Millionen Euro, das entspricht rund 14 Prozent des Umsatzes. Einkalkuliert sein dürfte dies für den bestehenden Netto-Markt, der sich als Discounter nicht nur eher mit dem Vollsortimenter Edeka verträgt, sondern selbst auch zur Edeka-Gruppe gehört. Der Mavi-Markt an der Hildesheimer Straße hat – wie künftig auch Edeka – eine Fleischtheke, nimmt aber Discount-Preise und zielt beim Angebot grundsätzlich auf eine andere Klientel ab: Schwerpunkt seien türkische, iranische, arabische, libanesische und kosovarische Waren, sagt Geschäftsführer Tevfik Cavus. Seine Einschätzung: „Ich glaube nicht, dass viele unserer Kunden zu Edeka gehen werden.“ Bei Kaufland als drittem großen Anbieter in Alt-Laatzen war die Filialleitung für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Trotz der Umsatzumverteilung befürchten die Einzelhandelsexperten der Cima grundsätzlich keine gravierenden Auswirkungen durch die Edeka-Ansiedlung. Unterm Strich seien in keinem Stadtteil negative städtebauliche Auswirkungen – gemeint sind offenbar Leerstände – zu erwarten. Auch nicht für Alt-Laatzen: Im Gegenteil werde „die Funktionsfähigkeit des Nebenzentrums mittel- bis langfristig gesichert“, so wie es auch das vor einigen Jahren beschlossene Einzelhandelskonzept der Stadt vorsieht. Damals hatten Gutachter, beauftragt war seinerzeit ebenfalls die Cima, empfohlen, den Standort zu stärken.

Was wird aus dem Aldi-Grundstück in Grasdorf?

Aldi hat gegenüber der Stadt auf einen Wiederaufbau des eingestürzten Markts in Grasdorf verzichtet. Quelle: Dorndorf

Dass die Auswirkungen einer Edeka-Eröffnung in Alt-Laatzen für den Nachbarstadtteil Grasdorf als verträglich eingestuft wird, hängt mit einer Grundannahme zusammen: Die angestellten Umsatzprognosen schließen ein, dass der 2017 abgerissene Aldi-Standort an der Hildesheimer Straße aufgegeben wird. Tatsächlich liegt der Stadt eine solche Zusicherung des Unternehmens vor: „Es gibt eine schriftliche Erklärung, dass in Grasdorf kein Aldi mit weniger als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche errichtet werden soll“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Für einen größeren Markt sei auf dem bestehenden Grundstück jedoch kein Platz.

In der Vergangenheit hatte Aldi auch deshalb mit Nachbarn über einen Flächenzukauf zwecks Erweiterung des ehemaligen Markts verhandelt. Im April dieses Jahres sei die Offerte wiederholt worden, bestätigt ein Anwohner. Aldi will sich dazu nicht konkret äußern. „Wir prüfen derzeit verschiedene Konzepte“, heißt es in der Essener Unternehmenszentrale in Bezug auf das Grundstück. Das Potenzial dort sehe man auch nach einer Edeka-Ansiedlung „generell als gegeben an“. Mindestgröße der aktuellen Aldi-Nord-Märkte sei eine Größe von 1267 Quadratmeter.

Wollte Aldi tatsächlich am Standort einen vergrößerten Markt bauen, müssten allerdings der Bebauungsplan geändert und neue Gutachten eingeholt werden, heißt es im Rathaus. Darin würde auch das Alt-Laatzener Vorhaben einbezogen.

Von Johannes Dorndorf

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