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Laatzen Drei 19-Jährige holen Schrott aus der Leine
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00:20 13.08.2018
Magnus Ebeling (von links), Nick Schindelhauer und Linus Kempa haben in Grasdorf unter anderem einen Laptop-Bildschirm, eine Tasche mit Münzen und Schmuck sowie eine weitere mit silbernen Tellern aus dem Wasser gefischt. Quelle: Daniel Junker
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Grasdorf

Drei 19-Jährige befreien seit einigen Tagen die Leine in Grasdorf vom Schrott. Am Dienstag sind Nick Schindelhauer, Linus Kempa und Magnus Ebeling zum ersten Mal am Steg am Deichweg mit Tauchermaske und Flossen ins Wasser gestiegen, um Müll aus dem Fluss zu holen. Seitdem sind einige bemerkenswerte –und bedenkliche – Dinge ans Tageslicht gekommen: Neben Schlüsseln und anderen kleineren Gegenständen haben die drei Freunde zwei Fahrräder, eine Autotür, einen Tretroller, Fahrradrahmen und sogar einen Laptop-Monitor sowie einen Benzinkanister aus der Leine gefischt. Am Mittwoch holten die Drei sogar noch zwei Taschen aus dem Wasser: Darin fanden die Schwimmer Teller, Schmuck, ein offenes Sparschwein und eine ganze Ladung Münzen verschiedenster Währungen.

„Man muss gar nicht lange suchen, man findet eigentlich immer etwas“, sagt Magnus Ebeling. Als die jungen Männer erneut unter der Wasseroberfläche verschwinden, bringen sie innerhalb von nur fünf Minuten ein Fahrradschloss, eine Eisenstange, eine Bierflasche und eine Weinflasche an die Oberfläche. „Es ist unglaublich was man hier so alles findet“, stellt Linus Kempa fest. Die meisten Gegenstände fanden die Drei Männer um Bereich direkt unter der Brücke. „Da liegen jetzt noch ein Autoreifen, mindestens zwei Fahrräder und ein Einkaufswagen“, sagt Nick Schindelhauer. „Es ist gut möglich dass die Sachen mal von der Brücke geworfen wurden.“ Der Einkaufswagen liege aber so tief im Schlick, dass sie ihn bisher noch nicht herausholen konnten – obwohl das Trio beim Bergen schwerer Gegenstände mittlerweile schon Erfahrung hat. Die Fahrräder und die Autotür haben sie zum Beispiel mit einem Seil aus dem Wasser geholt.

„Wir haben uns geärgert, dass so viel Zeug im Wasser liegt“

Die Idee kam den drei Freunden - wie sollte es anders sein - beim Baden. „Wir sind schon als Kinder hier gewesen und waren in den vergangenen Wochen fast jeden Tag hier schwimmen“, berichtet Schindelhauer. Rund um den Steg hätten allerdings zahlreiche kaputte Bierflaschen und Kronkorken im Wasser gelegen und den Badespaß getrübt. „Wir haben uns darüber geärgert, dass hier so viel Zeug im Wasser liegt“, berichtet das Trio. Also wurden sie selbst tätig. „Wir möchten nicht, dass sich beim Schwimmen jemand verletzt.“ Der Steg sei im Sommer ein beliebter Badeort, auch Kinder gehen dort ins Wasser. Zugleich wurde beim Suchen ihre Neugierde geweckt. „Wir haben uns gefragt was hier sonst noch so alles im Wasser liegt“, berichtet Schindelhauer, der in diesem Jahr sein Abitur am Erich-Kästner-Gymnasium abgelegt hat. Ebeling und Kampa haben ihre Prüfungen bereits 2017 an der Albert-Einstein-Schule bestanden.

Mit Tauchermasken und Flossen tauchten die Drei ab und untersuchten zunächst die Holzpfosten der alten Brücke, die früher einmal an gleicher Stelle gestanden hat. „Die Pfosten ragen bis etwa 30 Zentimeter unter die Wasseroberfläche. Man muss aufpassen, dass man beim Schwimmen nicht dagegen stößt“, berichten die Grasdorfer. Beim Tauchen – die Sichtweite beträgt bei gutem Wetter etwa einen halben Meter – stellten sie dann fest, dass noch einiges mehr im Wasser steckt.

Die aus dem Wasser gefischten Fahrräder und die Autotür haben sie nahe der Leinebrücke abgelegt. Mehrer Passanten sind schon auf die Aktion der Abiturienten aufmerksam geworden. „Vor ein paar Tagen habe ich hier ein total verschmutztes Fahrrad gesehen, heute Vormittag waren es schon zwei, die Autotür ist auch neu dazugekommen“, sagt ein Spaziergänger, der sich über die Sammelaktion der jungen Grasdorfer freut.

Stadt begrüßt Engagement weist aber auf Gefahren hin

Auch die Stadt begrüßt das Engagement der jungen Männer. „Grundsätzlich ist das eine gute Sache“, sagt Sprecher Matthias Brinkmann, der allerdings auch auf Gefahren hinweist. Beim Bergen schwerer Gegenstände aus Gewässern seien Verletzungen oder Unfälle nicht auszuschließen. Grundsätzlich sei das Schwimmen in der Leine erlaubt, erfolge aber auf eigene Gefahr. Den von den tauchenden Müllfischern an der Fußgängerbrücke abgelegten Schrott will die Stadt in den nächsten Tagen entfernen.

Was sie mit den Münzen, den Tellern und dem Schmuck anfangen sollen, wissen die drei Freunde noch nicht. „Wir werden erstmal versuchen, alles sauber zu machen“, sagt Schindelhauer. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) muss der Finder die Gegenstände dem Eigentümer zurückgeben. Ist dieser unbekannt, muss der Fund bei der zuständigen Behörde angezeigt oder abgeliefert werden, sofern der Wert mehr als 10 Euro entspricht.

Von Daniel Junker

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