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Laatzen Welche Gartenbesitzer haben Platz für Igel?
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00:18 24.10.2018
Arlene Garzke (rechts) und Ivonne Reimann wechseln den Verband eines Igels, der an der Pfote verletzt ist. Quelle: Dorndorf
Grasdorf/Hemmingen/Pattensen

Obwohl das Igelzentrum in Grasdorf erst vor wenigen Wochen unter neuer Regie eröffnet hat, ist es bereits voll belegt. Um etwas Platz zu schaffen und gesund gepflegte Tiere möglich schnell und vor dem Beginn des Winterschlafes in ihren natürlichen Lebensraum zu entlassen, sucht das Team im „aktion tier Igelzentrum“ Gartenbesitzer in Laatzen, Hannover und anderen Kommunen, die vorübergehend eine kleine Fläche für eine sogenannte Auswilderungsstelle zur Verfügung stellen.

Auswilderungsstellen sind Orte, an denen ein Igel vorübergehend in einem Gehege lebt, um sich an die Freiheit zu gewöhnen“, erklärt John Pyka von der aktion tier. Ein bis zwei Quadratmeter reichten dafür bereits aus. Wünschenswert seien Gartenstellen im Umkreis von maximal 50 Kilometern.

Aktuell warteten 20 gesunde Igel auf den Auszug. Die Zeit für sie bis zum Winterschlaf sei knapp, so Pyka: „Wir freuen uns also über jeden, der jetzt eine potenzielle Auswilderungsstelle anmeldet.“

Igelzentrum nimmt weniger Tiere auf als zuvor

Der erhöhte Bedarf an Auswilderungsstellen hängt auch mit einer Konzeptänderung des Anfang September neu eröffneten Igelhauses zusammen, das aktion tier im Juli von der Igel-Initiative in Grasdorf übernommen hatte. Mit etwa 160 bis 170 Tieren ist das Haus derzeit voll belegt. Zuvor hatte der Trägerverein zeitweise mehr als 300 Igel aufgenommen. „Wir haben den Bestand reduziert, um jedem Tier, das Hilfe braucht, gerecht werden zu können“, sagt Arlene Garzke, die sich gemeinsam mit Segio Corral und Ivonne Reimann um die Tiere kümmert. Bislang wurde diese Arbeit von Aushilfskräften der Igel-Initiative gemacht. Unterstützt würden die drei Mitarbeiter während der Öffnungstage von drei ehrenamtlichen Helfern, die auch bereits zuvor im Verein aktiv waren.

Das Igelhaus nimmt auch künftig vornehmlich Jungtiere auf, die ihre Mütter verloren haben – viele Tiere kommen auf den Straßen im Wortsinn unter die Räder. Die kleinen Igel, die oftmals nur 100 oder 200 Gramm wiegen, werden dort aufgepäppelt, bis sie mit 500 oder 600 Gramm genügend Gewicht zugelegt haben, um unbeschadet durch den Winter zu kommen. Auch verletzte Tiere werden hier versorgt. Zum Arbeitsalltag des Teams gehört das tägliche Reinigen der Igel-Boxen, bei denen die Tiere täglich in Augenschein genommen werden, die Versorgung der verletzten und kranken Tiere und das Bereitstellen von Futter. Je nach Fresslust werden die Igel teils nach zwei bis drei Wochen, teils später entlassen. „Wir nehmen alle Tiere auf, die dringend Hilfe benötigen“, versichert Garzke – umso mehr sei das Zentrum auf Auswilderungsstellen angewiesen.

Für weitere Fragen ist das Igelzentrum, Am Südtor 11, per E-Mail an igelzentrum@aktiontier.org und unter Telefon (0511) 233161 erreichbar. Geöffnet ist es montags, mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr. Die aktion tier bittet darum, stets Kontakt aufzunehmen, bevor Tiere in Grasdorf abgegeben werden.

So funktioniert die Auswilderung

Wer einen igelfreundlichen Garten hat, kann sich beim aktion tier Igelzentrum für eine Auswilderungsstelle anmelden. Die Voraussetzungen dafür sind relativ einfach zu schaffen: „Wenn man den Garten naturbelassen bewirtschaftet, Laubhaufen, vielleicht einen Steinhaufen oder eine direkt über dem Boden beginnende, breite Hecke im Garten hat, bleibt der Igel in der Regel im Garten“, rät die Einrichtung auf ihrer Internetseite. Geeignet sei insbesondere auch ein mit trockenem Laub gefülltes Holzhaus neben einer verlässlichen Futter- und Wasserstelle. Eine Anleitung für den Bau eines solchen Holz-Igelhauses findet sich auf der Internetseite von aktion tier. Alternativ sind als naturnahe Nester auch eine Stein-Igelhöhle oder ein angelehntes Brett mit Stroh dahinter geeignet. Gartenbesitzer sollten dabei darauf achten, hinter einem Gebüsch einen mindestens kniehohen Laubhaufen an windgeschützter Stelle zusammenzuhaken und mit Reisig und kleinem Geäst zu beschweren. Das sei optisch ansprechend und verhindere, dass das Laub verweht.

Zum Aufpäppeln sollten die Gartenbesitzer die Tiere füttern und einen Wassernapf bereitstellen. Pro Tier werden 200 Gramm Katzendosenfutter mit Igeltrockenfutter und Öl zu einem Brei verrührt und täglich ausgetauscht. Spätestens Ende November wird die Fütterung eingestellt. Wer sich bereit erklärt, temporär eine Stelle in seinem Garten einzurichten, kann sich im Internet registrieren auf https://www.aktiontier-igelzentrum.org/igelschutz/auswilderungsstelle-werden/. Dort gibt es auch weitere Informationen.

Von Johannes Dorndorf und Astrid Köhler

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