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Laatzen Sprengt die Eigenreinigung den Stadt-Etat?
Aus der Region Region Hannover Laatzen Sprengt die Eigenreinigung den Stadt-Etat?
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17:29 07.12.2018
  Quelle: Symbolbild
Laatzen

Ärger mit externen Reinigungsfirmen soll es für Laatzens Schulen und Kitas künftig nicht mehr geben: Die rot-rot-grüne Mehrheitsgruppe im Rat hat sich unlängst im Wirtschaftsausschuss dafür ausgesprochen, die Reinigung ab 2020 komplett in städtische Hand zu nehmen. Nun stellt sich heraus, dass die Umstellung erheblich teurer wird als bislang. Nach Berechnungen der Verwaltung dürften allein die Personalkosten um fast eine Million Euro über den bisherigen Gesamtkosten liegen.

Wenige Tage vor der entscheidenden Ratssitzung am nächsten Donnerstag hat die Stadtverwaltung die neu kalkulierten Zahlen vorgelegt. Demnach müsste die Stadt bis 2021 bei einer kompletten Umstellung auf Eigenreinigung 74 (Halbtags-)Reinigungskräfte, zwölf Springerkräfte zur Abwesenheitsvertretung, sechs vollzeitbeschäftigte Objektleiter und einen Teamleiter einstellen. Die Kosten dafür schätzt die Stadtverwaltung auf 2,1 Million Euro jährlich. Auf der anderen Seite würde Kosten in Höhe von 1,14 Million Euro für die Beauftragung externer Firmen wegfallen – die Stadt müsste demnach fast eine Million Euro gegenüber dem Status Quo drauflegen. Hinzu kämen 585.000 Euro für Anschaffungen von Reinigungmaschinen, Waschmaschinen, Trockner und der Erstausstattung des Personals. Personal- und Umkleideräume wären extra einzukalkulieren.

Will die Stadt die Reinigungsleistungen – wie von der Politik gefordert – spürbar verbessern, käme die Umstellung sogar noch teurer. So hat die Verwaltung eine zweite Variante gerechnet, laut der dem Reinigungspersonal mehr Zeit eingeräumt wird, um Schulen, Kitas und andere städtische Gebäuden sauber zu halten. Die Zahl der Reinigungskräfte würde dann auf 96 steigen, die Personalkosten lägen 2021 bei 2,7 Million Euro. Allerdings würde diese intensivere Reinigung auch bei einer Fremdvergabe teurer. Ein Schätzung dazu hat die Verwaltung nicht angestellt, laut einer vor einigen Wochen angestellten Kalkulation für einen Teil des Flächen lägen auch diese Mehrkosten allerdings unter denen der Eigenreinigung.

Ohnehin hat die Verwaltung Bedenken, ob sich die Umstellung überhaupt bis 2020 komplett umsetzen lässt. „Die Rekrutierung geeigneten Personals wird in der Größenordnung zu einem Problem“, heißt es im Rathaus.

Die Stadtverwaltung selbst hatte im Oktober einen Kompromiss vorgeschlagen, laut dem zumindest ein Teil der Flächen von eigenem Personal gereinigt wird, zugleich mehr Personal für Kontrollen ausgebildet und eingestellt wird und die Reinigungskräfte mehr Zeit für ihre Arbeit erhalten. Der Vorschlag wurde von SPD und Linken im Wirtschaftsausschuss – in Abwesenheit der Grünen – genauso abgelehnt wie ein weiter gehender Vorstoß von CDU und FDP, zusätzlich zum Verwaltungsvorschlag je drei private und städtische Reinigungskräfte für die Schulzentren vorzusehen. Das letzte Wort hat nun der Rat der Stadt, der am Donnerstag über den Haushalt 2019 beschließt.

Teures Abenteuer

Dass bei der Reinigung von Schulen und Kitas Handlungsbedarf besteht, ist unumstritten: Immer wieder hat die Stadt in jüngster Zeit Nachbesserungen angemahnt und die schludrigen Firmen teils dafür zahlen lassen, dass andere für sie die Arbeit erledigt haben. Zugleich gab es gute Erfahrungen mit der Eigenreinigung in der Grundschule Alt-Laatzen. Da liegt es aus Sicht der Laatzener Politik nahe, die Sache komplett selbst in die Hand zu nehmen.

Die Zahlen, die die Verwaltung jetzt vorlegt, sind allerdings desillusionierend. Mal eben eine Million Euro zusätzlich einzuplanen, ist angesichts der prekären finanziellen Lage der Kommune unverantwortlich. Zumal die Verwaltung bereits einen schlüssigen Plan vorgelegt hat, wie sich die Situation auch verbessern ließe: So sollen unter anderem die Reinigungskräfte künftig mehr Zeit pro Fläche bekommen, mehr Augenmerk auf Kontrollen gelegt und mehr eigenes Springerpersonal eingestellt werden, das im Notfall auch kurzfristig reagieren kann. Bevor sich die Stadt auf das teure Abenteuer Eigenreinigung einlässt, sollte erst einmal dieses Konzept erprobt werden.

Von Johannes Dorndorf

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