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Laatzen „Laatzen ist eine Insel der Glückseligkeit“
Aus der Region Region Hannover Laatzen „Laatzen ist eine Insel der Glückseligkeit“
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00:46 26.03.2018
Laatzens Kontaktbeamter Dirk Rindfleisch scheidet nach mehr als 42 Jahren aus dem Polizeidienst aus. Quelle: Dorndorf
Laatzen

Seine Waffe, das Holster und die Schutzweste hat er bereits abgegeben: Ende März geht Laatzens Kontaktbeamter Dirk Rindfleisch in den Ruhestand. In Laatzen ist der 60-Jährige vielen bekannt, schließlich wohnt Rindfleisch seit 1993 in der Stadt und war oder ist in mehreren Vereinen aktiv, darunter bei der SpVg Laatzen, dem Fischereiverein und dem Bootsclub Laatzen. Seine Ausbildung bei der Polizei begann Rindfleisch im Oktober 1975 in Braunschweig, danach war er unter anderem beim Sondereinsatzkommando in Hannover und arbeitete in einem Polizeirevier in Hannover-Linden. Während seiner über 42-jährigen Karriere bei der Polizei war Rindfleisch außerdem als Hundeführer und beim Kriminaldauerdienst tätig. Im Oktober 2012 wurde er Kontaktbeamter im Laatzener Kommissariat. Aufgabe eines Kontaktbeamten ist es, Ansprechpartner für Bürger und zugleich präventiv tätig zu sein: Gemeinsam mit seinen Kollegen Wolfang Deike, Joachim Klotz und Janine Kilian informierte Rindfleisch bei Veranstaltungen und an Informationsständen unter anderem darüber, wie sich Laatzens Bürger gegen Kriminalität schützen können.

Sie waren mehr als 42 Jahre bei der Polizei, davon fünfeinhalb Jahre als Kontaktbeamter in Laatzen. Wird man da wehmütig angesichts des anstehenden Abschieds? 

Es ist schon ein sehr merkwürdiges Gefühl. Ich kann momentan noch nicht abschätzen, was auf mich zukommt. Einerseits freue ich mich, andererseits ist da auch Wehmut, weil ich doch ein erlebnisreiches Dienstleben hinter mir habe. 

 Was werden Sie am meisten vermissen? 

 Wenn ich an die Jahre in Laatzen zurückdenke: den Kontakt mit den Bürgern und die Zusammenarbeit mit den hier ansässigen Institutionen, die Feuerwehr beispielsweise und die Mitarbeiter im Rathaus. Das war immer unkompliziert und sehr harmonisch. 

 Als Kontaktbeamter kommen Sie viel mit Menschen ins Gespräch. Worauf wurden Sie besonders häufig angesprochen? 

 Angesprochen werden wir sehr viel von älteren Menschen, die sich unsicher fühlen und uns dann nach dem allgemeinen Kriminalitätsgeschehen fragen. Viel gefragt werden wir auch, wie es momentan mit Wohnungseinbrüchen aussieht und ob man sich da Sorgen machen müsste. Der Löwenanteil fällt auf den Straßenverkehr und was Bürger als Missstand empfinden. 

 Von den Kriminalitätszahlen ist Laatzen eigentlich unauffällig - und doch fühlen sich offenbar viele unsicher. Wie schätzen Sie das ein? 

 Ich war viele Jahre in verschiedenen Dienstbereichen in Hannover tätig, da sieht das in einigen Gegenden ganz anders aus. Aber hier in Laatzen kann man sich aus meiner Sicht sicher fühlen. 

 Wie haben sich die Menschen verändert, mit denen Sie als Polizist zu tun haben? Ist der Umgang rauer geworden? 

 Die Zeit ist schnelllebiger geworden. Es kommt mehr Stress auf. Dem entsprechend reagieren die Leute gereizter. Das sieht man zum Beispiel im Straßenverkehr - und da kann man keinen Verkehrsteilnehmer ausnehmen, ob es ein Fußgänger, Rad- oder Autofahrer ist. Korrektes Verhalten ist nicht mehr so präsent wie es früher mal war. 

 Tickt Laatzen da anders als zum Beispiel Hannover

 Laatzen ist wesentlich beschaulicher und ruhiger, hier lebt man irgendwo auf der Insel der Glückseligkeit. Mit Ausnahme von Laatzen-Mitte hat die Stadt ihren dörflichen Charakter behalten: Wenn man an die Ortsteile von Alt-Laatzen bis Ingeln-Oessesle denkt, ist der dörfliche Charakter noch vorhanden. 

 Das hat es sicherlich auch für Sie als Kontaktbeamter leichter gemacht. 

 Ja, natürlich. Man hat sehr schnell Kontakt in den einzelnen Ortsteilen, man kann sich mit den Leuten unterhalten. Man kennt sich und wird angesprochen. Das ist das Schöne als Kontaktbeamter. 

 Was war der außergewöhnlichste Fall, den Sie erlebt haben? 

 Ich werde manche Sachen nie vergessen. Das war zum Beispiel der Busbrand auf der A2 mit 20 Toten, bei dem wir vom Kriminaldauerdienst eingesetzt waren. Es ging damals darum, die Leichen aus dem Bus zu bergen. Das war eine extrem belastende Situation 

 Als Polizist sieht man viele hässliche Seiten des Lebens. Legt man sich da irgendwann ein dickeres Fell zu? 

 Irgendwann kommt das. Das weiß man aber, bevor man Polizeibeamter wird. Eine psychische Stabilität muss auf jeden Fall da sein. Man muss es dann auch irgendwann abschütteln. Ich kenne auch Kollegen, die damit irgendwann nicht mehr zurechtgekommen sind. 

 Haben Sie eigentlich schon einmal einem Menschen das Leben gerettet? 

 Ja, das ist schon sehr lange her – 1977 oder 1978. Ich war in Hannover auf Streife. Es kam zu einem Wohnungsbrand und wir waren noch vor der Feuerwehr als Erste vor Ort. Wir konnten Gott sei Dank in die Wohnung eindringen und zwei Kinder und die Großmutter retten, die auf die Kinder aufpassen sollte. 

 Warum sind Sie eigentlich Polizist geworden? 

 Das war für mich der Traumberuf. Ich bin mein ganzes Dienstleben lang mit Herzblut dabei gewesen. Es gibt viele verschiedene Aufgabenbereiche, unter anderem den Streifen- oder Kriminalermittlungsdienst. Polizei hat für mich immer auf der Straße stattgefunden. 

 Was hat Sie an dem Beruf so gereizt? 

 Die Bandbreite des Einsatzgeschehens: Das hat man in keinem Bürojob und auch nicht, wenn man als Fabrikarbeiter am Band steht. Dieses Abwechslungsreiche hat man in keinem anderen Berufszweig. 

 Was sollte jemand vor allem mitbringen, wenn er Polizist werden will? 

 Erst einmal eine vernünftige Schulausbildung, am besten Abitur. Dann muss man sehr sportlich sein. Man muss körperlich, aber auch psychisch belastbar sein - und von der Haarspitze bis zum Zehennagel gesund sein. 

 Würden Sie den Beruf wieder ergreifen? 

 Mit Rückblick auf mein bisheriges Dienstleben: Ja. Allerdings hat sich die Welt in den letzten zehn, 20 Jahren rasend schnell weiterentwickelt, die Gesellschaft hat sich verändert, es sind neue Herausforderungen auf die Polizei zugekommen – und neue Kriminalitätsformen. Der Anspruch an die Arbeitsqualität ist dabei wesentlich größer geworden. 

 Ab 1. April sind Sie im Ruhestand. Was haben Sie sich vorgenommen? 

 Erst einmal alles auf mich wirken lassen. Ich habe genügend Angebote an Ehrenämtern – gerade auch bei uns in Alt-Laatzen. Ich muss aber erst einmal alles auf mich wirken lassen. Und ich werde vielleicht erst einmal ein paar mehrtägige Radtouren machen.

Von Johannes Dorndorf

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