Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Laatzen Dreck, Sex und Drogenpartys nerven Mieter in Laatzen
Aus der Region Region Hannover Laatzen Dreck, Sex und Drogenpartys nerven Mieter in Laatzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 28.10.2018
Viele Bewohner der Wohnscheibe am Marktplatz sind mit der Wohnsituation unzufrieden. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

Die Sauberkeit lässt zu wünschen übrig und in der als Kellergeschoss genutzten zweiten Etage treffen sich oft Jugendliche, feiern nächtelang Partys, nehmen Drogen, trinken Alkohol und haben Sex. So berichten es Bewohner der sogenannten Wohnscheibe am Marktplatz bei einer Befragung. Ein Hausmeister sei nicht vor Ort und die Baugesellschaft unternehme nichts.

Im Juni hatte das Stadtteilbüro Bewohner der Häuser am Marktplatz 1, 3, 5, 7 und 9 nach ihrer Wohnzufriedenheit befragt. Die Mieter von 91 der 135 Wohneinheiten beteiligten sich, was eine Quote von 69 Prozent ergibt. Das Ergebnis der Befragung war erschreckend. Die Wohnzufriedenheit sei „leider ziemlich schlecht“, erklärte Stadtteilmanagerin Mercedes Martinez am Mittwochabend beim Stadtteilforum „Laatzen-Mitte wird top!“ im Stadthaus. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) hätten angegeben, nicht zufrieden zu sein. Jeweils fast ein Drittel hätten Angst vor den Jugendlichen , die sich in der zweiten Etage treffen (38 Prozent), ärgerten sich über den Dreck im Treppenhaus (37 Prozent) oder bemängelten, dass ein Hausmeister vor Ort fehle (30 Prozent). Jeder Fünfte der Befragten beklagte, dass der Fahrstuhl oft kaputt sei. 19 Prozent beklagten sich über den Müll und Sperrmüll in und an den Häusern.

Die Baugesellschaft – die Deutsche Wohnen – unternehme nichts, hieß es weiter. Die Probleme bestätigte auch die Stadtteilmanagerin Martinez: „Wenn Probleme auftauchen, können die Mieter die Baugesellschaft nur über eine Telefonnummer in Berlin erreichen.“ Bis dann etwas passiere, dauere es oft länger.

Mieter wünschen sich mehr Kontrolle

Jeder Vierte der Befragten wünschen sich mehr Kontrolle durch Kamera-, Videoüberwachung sowie die Polizei. 18 Prozent finden, dass sich die Baugesellschaft kümmern müsse und 13 Prozent wünschen sich einen Hausmeister oder einen anderen Ansprechpartner vor Ort.

Eine Sanierung des Gebäudes am Marktplatz durch die Baugesellschaft wünschen sich 11 Prozent. „Der bauliche Zustand der Häuser ist teilweise katastrophal“, erklärte Martinez und auch Berthold Gruben, städtischer Projektleiter von „Laatzen-Mitte wird top!“ fand kritische Worte: „Wir werten den öffentlichen Bereich mit Millionen Euro auf, aber es fehlt oft die Bereitschaft der Hauseigentümer, ihre Gebäude entsprechend zu sanieren.“

Lediglich einen Wunsch haben die Bewohner der Wohnscheibe bei der Befragung im Juni geäußert, für den nicht die Wohnungsbaugesellschaft, sondern die Stadt zuständig ist: 11 Prozent hätten gern einen Spielplatz am Marktplatz. „Diesen Wunsch erfüllen wir gerade mit der Errichtung des Jugendspielfelds am Stadthaus“, erklärte Gruben. Bei günstiger Witterung könne dies bereits ab Ende November genutzt werden. Positiv am Marktplatz beurteilten viele der Befragten die zentrale Wohnlage (48 Prozent), das Leine-Center (46 Prozent) und die Infrastruktur (23 Prozent).

Ein weiterer Aspekt, der sich bei der Befragung herauskristallisierte, war dass die Wohnungen mit durchschnittlich 3,4 Bewohnern (1,9 Erwachsenen und 1,5 Kindern) stark belegt sind. Deutschlandweit läge der Schnitt bei 2,1 Bewohnern pro Wohnung, erklärte Martinez.

22 Nationalitäten leben in der Wohnscheibe

Insgesamt leben in der Wohnscheibe Menschen mit 22 verschiedenen Nationalitäten. 90 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Fast ein Drittel der Befragten hat die deutsche (30 Prozent), jeweils knapp ein Viertel der Bewohner die syrische (27 Prozent) oder irakische Staatsbürgerschaft (23 Prozent).

Um die Wohnsituation am Marktplatz zu verbessern, hat das Stadtteilbüro eine Arbeitsgruppe gegründet, in der sich die Bewohner engagieren können. „Diese hat sich bereits dreimal getroffen“, erklärte Martinez. Die Beteiligung sei jedoch gering gewesen. „Das Problem ist, dass viele Bewohner nur unzureichend Deutsch sprechen.“ Daher sei ein Dolmetscher erforderlich. Dieser sei auch bei der Befragung dabei gewesen. Stattdessen wollen sich laut Martinez aber künftig auch die Geschäftsleute der in den unteren Etagen ansässigen Unternehmen an den Treffen der AG beteiligen. Das nächste Mal kommt diese Ende November zusammen.

Bereits für Mitte November sei außerdem ein Treffen des Stadtteilmanagements mit der Polizei, der Stadt und der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft, der Deutsche Wohnen, geplant, um über die Wohnsituation am Marktplatz zu sprechen.

Von Stephanie Zerm

Bis Heiligabend dauert es zwar noch fast zwei Monate, doch die Proben für die Krippenspiel in den Laatzener Gemeinden beginnen ab Freitag, 26. Oktober – und noch werden Mitspieler gesucht.

25.10.2018

Der erste Schritt ist gemacht: Um den Engpass bei der Kinderbetreuung in Laatzen zu verringern, eröffnet die Stadt in der nächsten Woche gleich zwei neue Einrichtungen.

25.10.2018

Damit sich Schüler und Lehrer mehr bewegen, macht das Erich-Kästner-Gymnasium beim Projekt „Bewegte Schule“ mit. Dazu sollen künftig Übungen in den Unterricht integriert werden.

25.10.2018