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Laatzen Polizistin: Lästern in sozialen Medien kann teuer werden
Aus der Region Region Hannover Laatzen Polizistin: Lästern in sozialen Medien kann teuer werden
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00:25 19.05.2018
Polizistin Denise Thaddey erklärt den Schülern, dass Lästereien und Beleidigungen in sozialen Netzwerken strafbar sein können. Quelle: Stephanie Zerm
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Laatzen-Mitte

 Darf man auf sozialen Plattformen im Internet über andere lästern? Wie gehe ich damit um, wenn ich auf meiner Facebookseite Hass-Kommentare bekomme? Wie unterscheide ich gut recherchierte Berichte von sogenannten Fake News? Und was passiert mit Bildern, die ich öffentlich im Internet poste? Um diese und andere Fragen ging es in den vergangenen zwei Tagen am Erich-Kästner-Gymnasium (EKG). Erstmals bot die Schule für rund 600 Schüler der fünften bis zehnten Klassen zwei komplette Medientage an. Die Vorbereitung dafür hat zwei Jahre gedauert.

In dieser Zeit hat das Medienteam, bestehend aus den Lehrern Stefanie Oldenburg, Patricia Attermeyer und Johannes Thoböll, 14 verschiedene altersgerechte Workshops zusammengestellt. Die Thematik reichte von Cyber-Mobbing, Games und Hate Speech bis zu Rechtsfragen, Fake News und Sicherheitshinweisen für das Surfen im Netz.

„Wir wollen die Schüler dafür sensibilisieren, welche Gefahren im Internet lauern können“, sagt Patricia Attermeyer – daher habe sich die Schule für das aufwändige Pilotprojekt entschieden. Die Zahl der Eltern, die sich hilfesuchend an die Schule wendeten, habe massiv zugenommen.  „Außerdem wollen wir die Schüler zu einem kritischen Umgang mit den Medien ermuntern“, ergänzt Johannes Thoböll. „Sie sollen unter anderem lernen zu reflektieren, was Online-Spiele mit ihnen machen können und wie sie mit Mobbing im Netz umgehen können.“ Damit wolle die Schule die Schüler nicht alleine lassen, zumal im regulären Unterricht kaum eine Möglichkeit bestehe, diese Fragen ausführlich zu besprechen. Oft wüssten Jugendliche auch nicht, welchen Schaden sie in sozialen Netzwerken anrichten können, berichtet Stefanie Oldenburg.

 Welche Konsequenzen es etwa haben kann, ein Nacktfoto einer Mitschülerin ohne deren Zustimmung weiterzuleiten, das man über soziale Medien zugeschickt bekommen hat, führte Denise Thaddey, Leiterin des Präventionsteams und Beauftragte in Jugendsachen der Polizei-Inspektion Hannover Süd, den Schülern vor Augen. „Das führt zu einer Strafanzeige. Außerdem kann die betreffende Schülerin Schmerzensgeld geltend machen.“ So könne eine Summe von rund 15 000 Euro zusammenkommen, die die Schüler dann abbezahlen müssten, sobald sie ein eigenes Einkommen hätten. „So ein Titel ist 30 Jahre lang gültig“, erklärte die Polizistin, die bei den Medientagen die einzige externe Referentin war. Die übrigen Workshops leiteten 26 Lehrer des EKG.

Bei den Schülern kam das Angebot gut an. „Da wir sehr viel in sozialen Medien unterwegs sind, ist es sehr interessant zu erfahren, wie man zum Beispiel Fake News erkennen kann“, sagt die 15-jährige Lisa. Außerdem sei es wichtig zu wissen, was es zum Beispiel bedeutet, die AGBs bei sozialen Medien zu akzeptieren, ergänzt Selina (16). Und Jaqueline (17) findet: „Es ist gut, auch mal über aktuelle Themen in der Schule zu sprechen.“ Dies sei im Unterricht kaum der Fall.

Im nächsten Jahr will das Medienteam, das Schüler gemeinsam mit der Sozialpädagogin Birthe Edelmann auch während des Schulalltags bei allen Problemen rund um das Internet berät, das Angebot noch ausbauen. „Bis dahin wollen wir noch weitere externe Referenten gewinnen, die auch gerne neue Themen mitbringen können“, sagt Patricia Attermeyer.

Von Stephanie Zerm

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