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Laatzen Musik wie in der Karibik: Labiba wird 30 Jahre alt 
Aus der Region Region Hannover Laatzen Musik wie in der Karibik: Labiba wird 30 Jahre alt 
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00:30 28.04.2018
Bläser, Percussion, Gesang und Bass: Die Laatzener Bigband Labiba wird 30 Jahre alt. Quelle: Jo Titze
Laatzen

 Bei dieser Musik muss (fast) jeder mit: Einmal im Jahr tritt Laatzens musikalisch wohl ambitionierteste Band im Park der Sinne auf – und die Zuschauer hält es da zumeist nicht auf den Sitzreihen. Kein Wunder, schließlich hat sich das Ensemble einer Musikrichtung verschrieben, die so eng mit Rhythmus und Tanz verbunden ist wie nur wenige: Salsa. Jetzt feiert das Ensemble einen runden Geburtstag. Labiba, die Laatzener Bigband, wird in diesem Jahr 30 Jahre alt.

 Gegründet wurde Labiba vor 30 Jahren als Ensemble an der Musikschule Laatzen. Die Leitung hatte damals der Saxofon-Lehrer Michael Andreas inne – und brachte das Ensemble, das sich damals noch dem Swing verschrieben hatte, musikalisch weit nach vorne. „Die Band wurde immer besser, und war schon bald weit über dem Durchschnittsniveau einer Musikschule“, erinnert sich Musikschulleiter Ulrich Bernert, der die Einrichtung seit fast 29 Jahren leitet. 

Produktive Zeit in den  2000er-Jahren

Im Oktober 1998 übernahm dann der heutige Bandleader Kurt Klose die Leitung – und änderte den Stil. „ Ich habe das damals nur unter der Bedingung gemacht, dass wir Salsa spielen“, erinnert sich Klose, der sich der Musikrichtung leidenschaftlich verschrieben hat und auch als Leiter der hannoverschen Salsa-Band Havana bekannt ist. Er riss seine Mitmusiker mit sich:  In den Jahren danach folgte die produktiveste Phase der Bandgeschichte. Mit „Just a photograph of yesterday“ (1998), „Manteca“ (2002), „Labiba goes Christmas“ (2004) und „Todo Fresco“ (2009) entstanden gleich vier CDs. Beim Niedersächsischen Orchesterwettbewerb setzte sich Labiba als beste Bigband durch und wurde ein Jahr später vom Deutschen Musikrat als drittbeste Bigband Deutschlands gekürt.

Zwar gehört das Ensemble auch heute noch zur Musikschule – aber das Niveau ist so hoch, dass deren  Leiter Bernert vom „Labiba-Effekt“ spricht: Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu finden, sei angesichts des Niveaus so schwierig, dass inzwischen nur noch wenige echte Laatzener mit dabei seien. Zu den wöchentlichen – im Gesamtensemble zweiwöchentlichen – Proben in Laatzen reisen die Mitglieder teils von weither an . Manche aus der Region, einige aber auch aus Minden, Hildesheim und sogar Berlin. Warum sie so etwas auf sich nimmt, beschreibt die Berliner Querflötistin Susanne Köhler: „Ich werde immer wieder von der Musik begeistert und mitgerissen.“ Sängerin Sabine Wucherpfennig, die in Uetze wohnt, ergänzt: „Es ist was ganz Besonderes. Wir brauchen keine Drogen, Labiba ist unsere Droge.“

Die einzige Salsa-Bigband Norddeutschlands

Mit ihrer speziellen Ausrichtung nimmt Labiba zudem eine Sonderstellung ein. Thomas Ehmer, Bassposaunist der Band, schreibt zurzeit an der Uni Hildesheim eine Masterarbeit über afro-kubanische Musik in Deutschland. „Labiba ist die einzige semiprofessionelle Bigband in Deutschland, die diese Musik in großer Besetzung einem Publikum zugänglich macht“, lautet eines seiner Ergebnisse. Die Band wirbt denn auch inzwischen damit, die „einzige afro-kubanische Bigband in Norddeutschland“ zu sein.

Trotz allem steht Labiba auch vor Problemen – und zwar finanziellen. Zwar nimmt die Band für ihre rund fünf bis sechs Auftritte jährlich mit Ausnahme der Darbietung im Park der Sinne ein Honorar. „Eigentlich müssen wir aber viel mehr nehmen“, sagt Susanne Köhler: Von den 25 Band-Mitgliedern seien inzwischen zehn Profis, die übrigen bezeichnen sich als „professionelle Amateure“. Eine finanzielle Herausforderung seien auch Krankheitsausfälle oder andere Absagen der Mitglieder, für die die Band bezahlte Profis als Ersatzleute (“Subs“) engagieren muss. „Wir müssen dafür in die Bandkasse greifen“, sagt Köhler.

 Labiba ist deshalb inzwischen auf der Suche nach neuen Geldquellen. „Wir suchen händeringend nach Sponsoren“, sagt Klose – ideal wäre ein festes Sponsoring mit einer größeren, jährlichen Summe. Denn Wünsche hat die Band genug. „Wir möchten schon seit Jahren eine neue CD produzieren“, sagt Klose. Dank der Arrangements und Eigenkompositionen des rührigen Bandleaders hat die Gruppe inzwischen genügend Repertoire für zwei CDs. Finanziert werden müssen auch die Workshops, zu denen die Band regelmäßig Instrumental- und Tanzlehrer hinzuzieht. Und letztlich hofft das Ensemble auch, Klose selbst vergüten zu können. Die Befürchtung: Sollte sich keine Lösung finden, sei das letztlich auch der Bestand von Labiba gefährdet, fürchtet nicht nur Susanne Köhler.

Die Unterstützung von Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne haben sie für dieses Ziel. „Die Band macht unglaublich tolle Konzerte“, schwärmt Köhne, der den Kontakt zu möglichen Sponsoren vermitteln will, wenngleich die Stadt selbst keine finanziellen Zusagen machen könne. Immerhin: Die Stadt stellt seit Gründung der Band kostenfrei Proberäume zur Verfügung. Fast 30 Jahre übten die Musiker in der Grundschule Pestalozzistraße, im Januar folgte nun Wechsel in die Alt-Laatzener Grundschulaula.

Die nächsten Auftritte

Der nächste Laatzener Auftritt von Labiba ist für Sonntag, 24. Juni, im Park der Sinne geplant. Der Auftritt beginnt um 11.30 Uhr auf der Konzertbühne, der Eintritt ist frei. Weitere Auftritte in diesem Jahr sind am 6. Mai ab 13 Uhr auf dem Georgsplatz im Deister oberhalb von Wennigser Mark, am 16. Juni ab 15.30 Uhr auf dem Marktplatz Wernigerode und am 8. September ab 22 Uhr im Heimat- und Kulturhaus Hellwege in Sottrum. Wer die Band unterstützen möchte, kann sich unter Telefon (05109) 63546 oder per E-Mail an band@labiba.de an deren Leiter Kurt Klose wenden. Infos gibt es auch im Internet auf labiba.de.

Von Johannes Dorndorf

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