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Laatzen Stadt will Temposünder künftig auch im Dunkeln blitzen
Aus der Region Region Hannover Laatzen Stadt will Temposünder künftig auch im Dunkeln blitzen
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11:59 07.12.2018
Bisher hat das Messgerät, mit dem die Stadt Laatzen Geschwindigkeitsüberwachungen durchführt, noch keine Beleuchtungseinheit. Es kann daher nur tagsüber eingesetzt werden. Das soll sich ändern Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

 Wer zu schnell durch Laatzen fährt, kann von zwei Stellen zur Rechenschaft gezogen werden: von der Polizei oder der Stadt Laatzen. Beide Behörden verfügen über mobile Geschwindigkeitsmessgeräte, die regelmäßig vor Schulen, Kitas und in anderen sensiblen Bereichen aufgebaut werden. Während die Polizei ihr Gerät rund um die Uhr einsetzen kann, ist das der Stadt mangels Beleuchtungseinheit bisher nur bei Tageslicht möglich. Das soll sich ändern. Der Fachauschuss hat nach kurzem Meinungsaustausch jüngst mehrheitlich beschlossen, das Gerät nachzurüsten und entsprechende Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Die Blitzlichteinheit kostet etwa 4900 Euro. Die Meinung im Stadtentwicklungsausschuss zu der Anschaffung waren geteilt. Während der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende und Vertreter der Mehrheitsgruppe Ernesto Nebot den Vorschlag der Verwaltung unterstützte, sprach sich die Gruppe CDU/FDP dagegen aus. „Wir haben ein anderes Menschenbild und gehen nicht vom idiotischen sondern lernfähigen Autofahrer aus“, sagte der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Christoph Dreyer. Statt das Geld für eine Blitzlichteinheit auszugeben und Aufgaben zu übernehmen, die bereits die Polizei abdecke, sei es besser weitere Tempotafeln anzuschaffen und diese zeitgleich an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufzubauen. Mit Vernunft und Einsicht lasse sich bei Autofahrern längerfristig etwas erreichen, sagte Dreyer mit Verweis auf eine ADAC-Studie.

Zahl der Tempoverstöße in Laatzen steigt

Die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße in Laatzen ist in diesem Jahr stark gestiegen. Allein bis Ende zum 5. November waren es 7049 und damit schon 26 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr (2017: 5574). Im Jahr 2016 wurden von einem seinerzeit noch personell kleineren städtischen Team zur Verkehrsüberwachung noch 892 Verstöße gemessen. Den deutlichen Anstieg erklärt Stadtsprecher Matthias Brinkmann einerseits mit mehr Messungen, „aber wir müssen auch feststellen, dass sich die Zahl der Verstöße erhöht hat“.

Die Bußgeld-Einnahmen für den Stadthaushalt summierten sich im Vorjahr auf 59.782 Euro, wobei dies genau die Hälfte der Gesamteinnahmen ist. Diese werden mit der Region als abrechnende Bußgeldstelle geteilt. Diese Summe wurde in diesem Jahr bereits im September erreicht, wobei der Stadtsprecher betont: „Wir machen das nicht wegen des Geldes, sondern für die Verkehrssicherheit.“

Neben den mobilen Anlagen von Polizei und Stadt gibt es im Stadtgebiet noch den stationären Blitzer am Ortseinang von Ingeln-Oesselse. Nach einem längeren Ausfall wegen Problemen an den Messpunkten auf der Straße ist dieser seit Mitte Februar wieder im Einsatz und löste innerhalb von viereinhalb Monaten 200-mal aus.

Die Stadt habe bereits drei Tempoanzeigen und deren verkehrsberuhigende Wirkung sei begrenzt, hielt die Stadtverwaltung dagegen. „Die Geschwindigkeitsanzeige werden nach den bisherigen Erfahrungen von den Fahrerinnen und Fahrern zwar als ,Hinweis’ beachtet, zu einer regelmäßigen und anhaltenden Verringerung der Geschwindkeit trägt dies jedoch nicht bei“, so Stadtrat Axel Grüning. Für eine nachhaltige Änderung der Gewohnheiten werde es daher auch immer erforderlich sein, „eine sanktionsbewehrte Verkehrsüberwachung durchzuführen“.

Die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung sind wochentags fast täglich und vereinzelt auch am Wochenende mehrere Stunden mit dem Messgerät unterwegs, wobei die Zeitspanne im Sommer lichtbedingt länge ist als im Winter. Die mobile Geschwindigkeitsmessanlage seit 2010 im Einsatz und hat einst rund 37.500 Euro gekostet. 2017 wurde das den ruhenden und fließenden Verkehr überwachende Team um einen weiteren Mitarbeiter auf nunmehr vier aufgestockt.

Die Stadt Laatzen verfügt neben dem mobilen Tempomessgerät noch über drei Geschwindigkeitsanzeigen (“Smilys“) , die das gefahrene Tempo anzeigt, ohne dass Verstöße geahndet werden, außerdem über ein sogenanntes Verkehrszählgerät (“Seitenradar“), das ausschließlich für Verkehrszählungen verwendet wird.

Sollten die Mittel wie geplant mit dem Haushalt beschlossen und auch genehmigt werden, könnte die Blitzlichteinheit der Stadt zufolge voraussichtlich zur Jahresmitte 2019 angeschafft werden.

Von Astrid Köhler

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