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Laatzen Gutenbergstraße: Betrieb der Unterkunft wird verlängert
Aus der Region Region Hannover Laatzen Gutenbergstraße: Betrieb der Unterkunft wird verlängert
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00:19 29.10.2018
Die Flüchtlingsunterkunft an der Gutenbergstraße sollte eigentlich im März 2019 geschlossen werden. Der Termin wird verschoben. Quelle: Dorndorf
Laatzen

 Die Flüchtlingsunterkunft an der Gutenbergstraße wird doch noch länger betrieben als noch vor einem Jahr angekündigt. Wie die Stadtverwaltung jetzt im Zuge der Haushaltsberatungen bekannt gab, wird das in Teilen zur Unterkunft umgebaute Bürohaus in Laatzen-Mitte bis auf Weiteres zur Unterbringung einzelner männlicher Flüchtlinge genutzt. Im Oktober 2017 hatte die Stadt noch ankündigt, die Unterkunft nach Ablauf des bestehenden Betriebsvertrags mit dem DRK zum 31. März 2019 schließen zu wollen. Gleichwohl ist die Zahl der untergebrachten Flüchtlinge und Obdachlosen in diesem Jahr stark gesunken.

„Momentan sind noch 104 männliche Personen in der Unterkunft untergebracht. Es ist unrealistisch, dass wir sie auf die anderen Unterkünfte verteilen können oder sie privaten Wohnraum finden“, stellte Tanja Müller-Kampmann, Teamleiterin für Soziale Sicherung, in der jüngsten Sitzung des Laatzener Sozialausschuss klar. Wie berichtet, will die Stadt das Gebäude mittelfristig im Zuge der Rathaus-Sanierung als Ausweichquartier für die Verwaltung nutzen – schon jetzt sind dort einige Ämter untergebracht.

Dass die Unterkunft länger betrieben wird, hängt mit einer Besonderheit zusammen: Wegen der Art und Lage der Sanitärräume eignet sich das Gebäude nicht für die Aufnahme von Familien. Deshalb wurden dort während der Flüchtlingskrise ausschließlich männliche Einzelpersonen einquartiert. Wann die Unterkunft endgültig leer gezogen werden kann, dazu wagt die Stadt derzeit keine Prognose. Müller-Kampmann geht jedoch davon aus, dass die Zahl weiter sinken wird, da die meisten Neuankömmlinge per Familiennachzug nach Laatzen kommen und somit andernorts untergebracht werden.

Insgesamt nimmt die Zahl der von der Stadt beherbergten Flüchtlinge und Obdachlosen derzeit ab. Aktuell sind es 388 Personen – das sind 158 weniger als noch im Februar dieses Jahres. In den vier Gemeinschaftsunterkünften sind 275, in Wohnungen 113 Personen untergebracht. Der leichte Rückgang hängt laut Müller-Kampmann damit zusammen, dass die Stadt die von der Region zugewiesene Quote im Gegensatz zu einigen anderen Kommunen übererfüllt habe – nun seien andere Städte und Gemeinden am Zug.

In den bestehenden Gemeinschaftsunterkünften gibt inzwischen einige Leerstände. Von den rund 400 Plätzen sind aktuell 130 nicht belegt, darunter auch 80 in der Gutenbergstraße. Aktuell strebt die Stadt deshalb an, die Bewohnern etwas mehr Platz zu lassen. „So müssen sich nicht drei Personen ein Zimmer teilen, sondern zwei“, sagt Müller-Kampmann, in besonderen Situationen sei auch eine Einzelbelegung möglich. Gleichwohl behält sich die Stadt einen gewissen Spielraum bei der Unterbringung vor, angepeilt sei eine Auslastung von 80 Prozent. „Ob der Wert sinnvoll ist oder wie ihn reduzieren müssen, müssen wir abwarten“, sagt die Teamleiterin. Klar sei aber: „Wir werden niemals eine 100-prozentige Auslastung hinbekommen.“ Die Kosten für die Leerstände würden derzeit noch von der Region Hannover übernommen.

Parallel baut die Stadt die Zahl der gemieteten Wohnungen ab. Aktuell besitzt die Kommune 24 Wohnungen und hat 15 weitere angemietet – plus fünf weitere Wohneinheiten, die derzeit beim Umbau der bisherigen Gemeinschaftsunterkunft an der Rotdornallee in Ingeln-Oesselse eingerichtet werden. „Wir versuchen die Vermieter zu überzeugen, mit den Menschen private Mietverträge abzuschließen“, sagt Müller-Kampmann. Dies gelinge allerdings nicht in allen Fällen.

Insgesamt hat die Stadt Laatzen im Zuge der Flüchtlingskreise der vergangenen Jahre 995 Flüchtlinge aufgenommen, ergänzte Thomas Schrader, Fachbereichsleiter Soziales. Einschließlich des Familiennachzugs und der aus anderen Kommunen zugezogenen Flüchtlinge seien laut Ausländerbehörde rund 1400 Personen nach Laatzen gekommen, die zum Teil hier geblieben, zum Teil inzwischen wieder weggezogen seien.

Von Johannes Dorndorf

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