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Laatzen Duo veröffentlicht Ortschronik über Oesselser Höfe
Aus der Region Region Hannover Laatzen Duo veröffentlicht Ortschronik über Oesselser Höfe
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00:20 27.04.2018
„Wir streiten uns oft“: Der Hobbyhistoriker und Autor Jörg Dornieden und die gebürtige Oesselserin Rosemarie Stümpel haben eine Oesselse Chronik über die Höfe und Gebäude mit ihren Eigentümern und Familien geschrieben Quelle: Astrid Köhler
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Oesselse

 Das wohl älteste Foto Oesselses zeigt den früheren Gerichtsplatz Thie, einen als Spritzenhaus genutzten Holzschuppen, die Nicolaikirche und etwas entfernt Menschen.

Das mutmaßlich älteste erhaltene Foto von Oesselse zeigt die Nicolaikirche mit dem alten Thieplatz und dem alts Spriteznhaus genutzten Schuppen im Vordergrund. Quelle: Repro: HAZ

Zwei Frauen sitzen vor dem Zaun des steinernen Wohnhauses (heute: An der Nicolaikirche 6) auf der Ostseite des Platzes, ein Mann lehnt am Steinpfeiler. Wann genau das Bild entstand, weiß der Hobbyhistoriker Jörg Dornieden zwar nicht, doch müsse es nach dem Neubau des Hauses im Jahr 1877 und vor 1896 gewesen sein. 

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Chronikautor weiß, wovon er spricht. Intensiv hat er sich in den letzten Jahren mit Oesselses Geschichte befasst. Für das gemeinsame Projekt mit der vor 80 Jahren im Ort geborenen Rosemarie Stümpel hat der 53-Jährige Hunderte Fotos, Postkarten und andere Abbildungen aus dem Ort gesichtet sowie Nachlässe – allen voran dem von Wolfang Leonardt –, Karten, Archivdokumente und weitere Quellen studiert. Herausgekommen ist eine 400 Seiten umfassende Chronik der Höfe und Gebäude in Oesselse mit ihren Eigentümern und Familien.

So sieht der frühere Thieplatz in Oesselse mit der Nicolaikirche im Hintergrund heute aus. Quelle: Astrid Köhler

Die Chronik bezieht 81 Grundstücken ein: vom Kleinspännerhof mit der Nummer 1 (heute Rotdornallee 6), der auf Land entstand, das 1593 dem Kloster St. Michael in Hildesheim gehörte, bis zur Nummer 81, einem 1951 von dem Angestellten Friedrich Briest gebauten Haus an der Bergstraße. Zu den beschriebenen Grundstücken gehört aber nicht nur alles von den wohlhabenden Voll- und Halbmeiern bis zu einfachen Anbauern sondern auch die Schule, Kirche und Windmühle sowie das Pfarr- und Gemeindehaus. 

Alte Fotos und Kartenausschnitten wie aus dem Brandkataster illustrieren die baulichen Entwicklungen. Die Chronik, die auch Luftbilder und zahlreiche Statistiken und anderes enthält, zeige das Dorf, wie es früher einmal war, sagen die Autoren. Bei der Sichtung der Eigentümerlisten fiel ihnen etwas besonderes auf: „Ein Bauer verkauft nicht an einen anderen Bauern.“ Eher sei ein Zwischenhändler eingeschaltet worden. 

Kennengelernt hatten sich der vielfältig in Deutschland und der Welt Berufstätige Dornieden und die frühere Sparkassenmitarbeiterin Stümpel 2014. Sie benötigte Hilfe für die geplante Chronik, und der in Gleidingen aufgewachsene und am alten Amt Ruthe – dazu gehört Oesselse – interessierte Dornieden sagte Ja. 

Stümpel, deren Familiengeschichte sich im Ort mindestens neun Generationen zurückverfolgen lässt, teilte Wissen und Fotosfundus, ging von Tür zu Tür oder telefonierte herum, um Materialien und weitere Informationen einzuholen oder die Freigaben von Namen, Daten und Fotos in der Chronik einzuholen. Dornrieden wiederum digitalisierte und strukturierte das Material, recherchierte in Archiven und fügte die verschiedenen Puzzleteile für die Chronik zusammen.

Die neue Ortschronik über Oesselses Höfe, Gebäude und deren Eigentümer umfasst 400 Seiten. Quelle: Astrid Köhler

Die gemeinsamen Arbeit war nicht immer harmonisch. Davon zeugt auch die Danksagung, in der von „schwierige Zeiten“ und „unterschiedlichen Charakteren der Protagonisten“ die Rede ist. „Wir streiten uns oft“, sagt Dornriede, eh er ein „friedlich“ hinterherschiebt. „Wir sind beides Stiere“, ergänzt Stümpel, die lächelnd ihre Fäuste gegeneinander schlägt. So dauerte es auch, bis sich Beide auf den zeitlichen Rahmen der Chronik – keine einzelnen sondern alle Epochen – und die inhaltliche Beschränkung auf Höfe und Eigentümerfamilien geeinigt hatten. „Wenn ich eine Sache mache, dann auch richtig“, betont  der 53-Jährige, der bereits eine Chronik über den BSV Gleidingen geschrieben hat. Nach jahrelanger, intensiver Arbeit sind er und Stümpel froh, fertig zu sein.

Verkauf bei Dorffest am Sonnabend

„Ich bin hellauf begeistert, dass man so ein Lebenswerk zustande gebracht hat“, sagt Ortsbürgermeister Heinrich Hennies, glücklich über die Arbeit von Dornieden und Stümpel. Die Oesselser Chronik ist in einer Auflage von 200 Exemplaren im Selbstverlag erschienen. Beim dem für Sonnabed, 28. April, ab 14.30 Uhr auf dem Parkplatz am Sportplatz geplanten Dorffest wird sie am Stand des Arbeitskreises 1000 Jahre Oesselse anzuschauen und auch zu haben sein (Preis: 32 Euro). 

Von Astrid Köhler

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