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Laatzen Unternehmerduo kauft ehemaliges Autohaus
Aus der Region Region Hannover Laatzen Unternehmerduo kauft ehemaliges Autohaus
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00:16 31.10.2018
Niels Hencke (links) und Thomas Moritz haben das leer stehende ehemalige Petermax-Müller-Autohaus gekauft. Quelle: Dorndorf
Rethen

Auf dem Gelände des früheren VW-Autohauses Petermax Müller in Rethen tut sich was: Nach jahrelangem Leerstand haben zwei Rethener Geschäftsleute die leer stehende Immobilie erworben. Thomas Moritz vom gleichnamigen Autohaus plant, dort ein Gebrauchtwagenzentrum einzurichten, Niels Hencke vom IT-Dienstleister Hencke Systemberatung will seinen Firmensitz auf das Gelände verlegen und dort Büro- und Lagerräume einrichten.

Im Blick hat Hencke die Immobilie schon seit längerem – und dies im wörtlichen Sinne: „Ich schaue schon seit zehn Jahren von oben drauf“, sagt der Firmenchef lachend, dessen Betrieb seit 2007 im Gebäude gegenüber ansässig ist. Zuletzt war das 1992 in Hemmingen gegründete Unternehmen rapide gewachsen: Hatte Hencke bereits 2012 weitere Räume in der Lüneburger Straße angemietet, wuchs die Mitarbeiterzahl allein im laufenden Jahr von 55 auf 75. Im neuen Gebäude wolle er nun die beiden Standorte zusammenführen: „Wir brauchen einen gemeinsamen Standort, damit wir uns wieder häufiger zusammensetzen können.“ Hencke bietet Systemberatung für andere Unternehmen an, Schwerpunkt ist die Betreuung mobiler Endgeräte wie Mobiltelefone und Tablet-Computer. Zu den bundesweiten Kunden gehören vor allem größere Unternehmen, zugleich betreut Hencke kleinere und mittlere regionale Betriebe mit klassischen IT-Lösungen.

Mehr Platz braucht auch Thomas Moritz, dessen Autohaus mit den Marken Honda und Hyundai in den vergangenen Jahren schon mehrfach expandiert hatte. Nach der Gründung 1967 als Tankstellenbetrieb an der Hildesheimer Straße, hatte Firmengründer Gerhard Moritz 1973 mit dem Handel von Gebrauchtwagen begonnen. Nach dem Umzug 1995 an die Bernd-Rosemeyer-Straße folgten mehrere Grundstückszukäufe und Erweiterungsbauten im Umfeld. „Die Fläche ist zu knapp geworden, wir brauchen mehr Platz“, sagt Moritz, der das bestehende Gebrauchtwagenzentrum in die Petermax-Müller-Straße verlegen will.

Einzeln wäre das riesige Autohaus-Gelände für sie uninteressant gewesen, betonen die beiden Kaufleute, die sich über geschäftliche Beziehungen können. „Ich hatte eigentlich vor, auf die neue Gewerbefläche an der B443 umzuziehen“, sagt Hencke, der jedoch wegen der schlechten Nahverkehrsanbindung davon Abstand nahm. Als beide dann über die Petermax-Müller-Immobilie sprachen, habe sich herausgestellt, dass der eine jeweils an Teilen des Areals interessiert sei, mit dem der andere nichts habe anfangen können.

Beim Kauf vor rund vier Wochen erwarb Thomas Moritz den südlichen Gebäudeteil, der an die Hildesheimer Straße angrenzt. Auf dem 5500 Quadratmeter großen Areal bietet er künftig Gebrauchtwagen an. Hinzu kommt eine 6500 Quadratmeter große Freifläche im Norden, die Moritz verpachten möchte. Hencke gehört hingegen die zweigeschossige Rotunde im Zentrum samt angrenzender Halle, die er jeweils für Büroräume und als Lager nutzen will – mit insgesamt 6500 Quadratmetern Grundstücksfläche. Die ehemalige Dialogannahme will Hencke abreißen und durch einen zweigeschossigen Anbau ersetzen. Investieren will er – einschließlich Grundstückskauf – eine Summe „deutlich oberhalb von zwei Millionen Euro“, bei Moritz werden es nach eigenen Angaben voraussichtlich knapp zwei Millionen Euro.

Die Abholzarbeiten auf dem im südlichen Teil völlig zugewachsenen Gelände haben bereits vor zwei Wochen begonnen. „Wir planen jetzt den Innenausbau“, sagt Moritz. Eröffnen soll das Gebrauchtwagenzentrum im März 2019. Hencke geht von einer – optimistisch kalkulierten – Eröffnung Anfang Juli aus, wobei die Arbeiten am neuen Mittelbau noch etwas länger andauern dürften.

Durchstich zur Hildesheimer Straße geplant

Die beiden Unternehmen könnten in Zukunft von Plänen profitieren, die Stadt und Region seit längerem verfolgen: So soll im Zuge des Hochbahnsteigbaus an der Haltestelle Rethen/Nord die bisherige Stadtbahnwendeschleife zur Buswendeschleife werden. Im Zuge der Arbeiten ist auch ein Durchstich zur Petermax-Müller-Straße vorgesehen, so dass das Areal künftig auch von der Hildesheimer Straße aus zugänglich wird. Als Termin für den Bau des neuen Hochbahnsteigs wurde zuletzt das Jahr 2021 genannt.

Von Johannes Dorndorf

Vor dem geplanten Umbau des Autohauses Petermax Müller hat der neue Eigentümer die Immobilie für eine Feuerwehrübung zur Verfügung gestellt. Simuliert wurde ein Feuer während einer Mitarbeiterfeier.

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