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Laatzen Jetzt soll doch Edeka nach Alt-Laatzen ziehen
Aus der Region Region Hannover Laatzen Jetzt soll doch Edeka nach Alt-Laatzen ziehen
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00:41 08.06.2018
Das ehemalige Autohaus an der Hildesheimer Straße soll komplett abgerissen werden. Quelle: Dorndorf
Alt-Laatzen

Überraschende Wende beim Einzelhandel in Alt-Laatzen: Statt Aldi soll nun doch Edeka in den geplanten neuen Einkaufsmarkt an der Ecke Hildesheimer Straße/Kronsbergstraße einziehen. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte der Umplanung am Montagabend einstimmig zu. Errichtet werden soll der Komplex schon im nächsten Jahr.

Eigentlich schien der Aldi-Neubau auf dem ehemaligen Opel-Dürkop-Gelände an der Kronsbergstraße schon in trockenen Tüchern. Noch im Februar beschlossen die Ratsgremien die Auslegung des eigens auf den Discounter zugeschnittenen Bebauungsplans. Dann kam jedoch die 180-Grad-Wende: Auf Wunsch von Projektentwickler Michael Terlutter hat die Stadt das Verfahren noch einmal neu aufgerollt – mit neuen Lageplänen, neuem Einzelhandels- und Umweltgutachten. So wiederholte der Stadtentwicklungsausschuss am am Montag noch einmal den eigentlich schon gefassten Beschluss in der Edeka-Variante.

Terlutter begründete den Schwenk mit „unterschiedlichen Philosophien“, die bei den Verhandlungen mit Aldi zutage getreten wären. Es habe zwar bereits Ergebnisse gegeben. „Aber wenn die anders gedeutet oder von der Philosophie anders verstanden werden, muss man sich anders orientieren.“ Die Einigung mit Edeka sei nicht nur einfacher gewesen, sondern auch ein Vorteil für Alt-Laatzen. „Ein Vollsortimenter wie Edeka hat viel mehr Angebote“, sagt Terlutter. Die Verkaufsfläche bleibe mit 1450 Quadratmetern hingegen identisch.

Geplant ist nun ein 2380 Quadratmeter großes, zweigeschossiges Gebäude, das sich dem absteigenden Gelände anpasst. Im Untergeschoss entlang der Hildesheimer Straße soll sich auf 800 Quadratmetern der sogenannte Non-Food-Discounter Action Markt ansiedeln, eine Art Mini-Kaufhaus mit preiswerten Produkten. Darüber liegt der 1480 Quadratmeter große Edeka-Markt, der auch einen Backshop umfasst. Auch eine Käse-, Wurst- und Fleischtheke seien eingeplant, bestätigt Edeka auf Anfrage. Zugelassen sind zudem 100 Quadratmeter für einen weiteren Shop im Untergeschoss. Was dort geplant ist, ist bislang unbekannt. 20 Discounter-Parkplätze sollen vor der Action-Fassade, die übrigen Parkplätze auf dem Gelände des bisherigen Parkdecks an der Kronsbergstraße angelegt werden. Vorgeschrieben sind 114 Stellflächen, wegen des direkten ÖPNV-Anschlusses hat die Stadt allerdings schon signalisiert, dass eine leichte Reduzierung geprüft werden kann.

Terlutter geht davon aus, dass das Planverfahren bis zum Jahresende abgeschlossen sein wird, parallel bereite die Einkaufszentrum Hildesheimer Straße GmbH & Co KG, die Terlutter als Geschäftsführer leitet, die Bauanträge vor. Möglicherweise wird noch in diesem Jahr mit dem Abriss der Bestandsgebäude begonnen, die Neubauarbeiten könnten dann im Frühjahr 2019 folgen. „Wenn alles gut geht und wir nicht wetterbedingt aufgehalten werden, könnten wir im Oktober oder November 2019 die Eröffnung haben.“ Edeka dabei nach eigenen Angaben als Mieter auftreten, der Mietvertrag sei bereits unterschrieben.

Andere Märkte verlieren Umsatz

Die Ansiedlung des Edeka-Vollsortimenters dürften die umliegenden Märkte zu spüren bekommen. Laut dem eigens angestellten Gutachten des Beratungsfirma Cima verlieren die Märkte rund um das Leine-Center (Rewe, Lidl, Denn’s) voraussichtlich 6,5 Prozent ihres Umsatzes, die Märkte am Schubertweg, in Grasdorf und Rethen im Durchschnitt bis zu 4,2 Prozent. Stärker betroffen sind die Alt-Laatzener Märkte (Netto, Mavi, Kaufland) mit einem Minus von 18,3 Prozent. Da der neue Edeka allerdings selbst in Alt-Laatzen liegt, sei „nicht davon auszugehen, dass eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Nebenszentrums Alt-Laatzen erfolgen würde“, so die Cima-Gutachter.

Die politische Diskussion Stadtentwicklungsausschuss beschränkte sich am Montagabend auf Nebenthemen. Rüdiger Janecke vom ADFC bemängelte etwa, dass Radfahrer von der Kronsbergstraße aus voraussichtlich linksseitig der Hildesheimer Straße – und damit illegal auf der falschen Seite – fahren werden, um zur Einfahrt zu gelangen.

Von Johannes Dorndorf

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