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Laatzen Die Tafel will nicht feiern
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00:31 06.06.2018
Zahlreiche Gäste sind zum zehnjährigen Bestehen der Tafel ins Foyer der Leine-VHS an der Karlsruher Straße in Laatzen gekommen. Quelle: Stephanie Zerm
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Laatzen/Hemmingen/Pattensen

Die Laatzener Tafel für Hemmingen, Laatzen und Pattensen hat am Sonnabend ihr zehnjähriges Bestehen begangen. Gefeiert wurde ausdrücklich nicht, denn einen Grund dafür sieht Vorsitzende Dietlind Osterkamp nicht. „Wir haben bewusst nicht zu einer Feier eingeladen“, erklärte sie den zahlreichen Gästen im Foyer der Leine-Volkshochschule in Laatzen. Das zehnjährige Bestehen einer Tafel sei kein Grund zum Feiern.

„Wir leben in einem Land, in dem die Arbeitslosenquote dank der guten konjunkturellen Situation sinkt, und in dem Menschen, denen es wirtschaftlich oder gesundheitlich nicht gut geht, durch unser Sozialsystem aufgefangen werden.“ Trotzdem gebe es in Deutschland inzwischen mehr als 930 Tafeln mit mehr als 2100 Läden und rund 60.000 ehrenamtlichen Helfern.

Als die Laatzener Tafel 2007 gegründet wurde, seien die Mitglieder immer wieder mit der Frage konfrontiert worden, ob es denn tatsächlich so viele Menschen gebe, die die Hilfsorganisation in Anspruch nehmen würden, berichtete Osterkamp. Heute versorge der gemeinnützige Verein insgesamt 2100 Menschen aus Laatzen, Hemmingen und Pattensen mit gespendeten Lebensmitteln. Mehr als ein Drittel davon seien Kinder.

Die Aufbauarbeit für den Verein habe maßgeblich der damalige Vorsitzende Heinz Scheibe geleistet, der bei der Veranstaltung am Sonnabend nicht dabei sein konnte. Nachdem der gemeinnützige Verein am 18. September 2007 gegründet worden ist, konnten am 20. Mai 2008 zum ersten Mal gespendete Lebensmittel in den Räumen der Tafel in Laatzen an der Karlsruher Straße 14 an Bedürftige ausgegeben werden. Am 21. Mai 2008 öffnete die Ausgabestelle an der Friedenskirche in Arnum und am 29. Mai 2008 die an der St.-Lucas-Kirche in Pattensen.

„Die Laatzener Tafel ist inzwischen zu einem kleinen Unternehmen geworden“, berichtete Osterkamp, die die Geschicke des Vereins seit März 2013 leitet. „An fünf Tagen in der Wochen werden Lebensmittelspenden abgeholt, gesichtet und ausgegeben, die von mehr als 50 Märkten täglich zur Verfügung gestellt werden.“ Dafür seien drei Kühlfahrzeuge der Tafel im Einsatz.

Für den Verein arbeiten laut Osterkamp zurzeit ein festangestellter Mitarbeiter, sieben weitere konstante Mitarbeiter sowie rund 120 Ehrenamtliche. Bei diesen bedankte sich die Vorsitzende besonders: „Sie nehmen abends Rückenschmerzen in Kauf und morgens Muskelkater. Sie geben sich keiner Sozialromantik hin, sondern führen harte Arbeit aus, steuern die Märkte an, schleppen Kisten über Kisten, sortieren Waren. Sie erklären manchmal, dass nur so viel ausgegeben werden kann, wie gespendet wurde und dass dieses einigermaßen gerecht verteilt werden soll und leisten nebenbei hier und da auch ein wenig Lebensberatung.“

Aber auch den Lebensmittelmärkten, Bäckereien und Landwirten dankte Osterkamp. „Ohne sie würde die Tafel nicht existieren.“ Ebenso wenig wie ohne die zahlreichen Unterstützer, vereinzelten Spender und die Dauerspender. Auch die Bürgermeister der drei Kommunen hätten die Tafel von Anfang an unterstützt und bereitwillig die Schirmherrschaft übernommen.

„Eigentlich sind Tafeln überflüssig“, erklärte Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht. Sie zeigten, wie tief der Riss in der Gesellschaft sei. Die Laatzener Tafel sei jedoch eine große Erfolgsgeschichte, die er regelmäßig unterstütze – ebenso wie Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann. Sie sagte: „Ich habe sogar schon als Fahrerin geholfen.“

Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne dankte auch der Vorsitzenden Dietlind Osterkamp. „Seit den dreieinhalb Jahren meiner Amtszeit sehe ich, wie hart bei der Tafel gearbeitet wird. Das geht aber nur, wenn jemand an der Spitze die Fäden zusammenhält“, sagte Köhne.

Von Stephanie Zerm

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