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Laatzen Gericht verurteilt Antisemitin nach Ehrenmal-Vorfall
Aus der Region Region Hannover Laatzen Gericht verurteilt Antisemitin nach Ehrenmal-Vorfall
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00:18 14.06.2018
Mit Erinnerungssteinen und weißen Nelken wurde im November 2016 am Alt-Laatzener Ehrenmal der Opfer von Kriegen gedacht. Drei der Steine mit jüdischen Namen waren kurz darauf entfernt worden. Quelle: Stephanie Zerm
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Laatzen/Hanau

Der Volkstrauertag im November 2016 am Alt-Laatzener Ehrenmal hatte jetzt ein juristisches Nachspiel vor dem Amtsgericht Hanau. Bei der Gedenkstunde hatten Schüler und andere Teilnehmer der Veranstaltung auf der Rückseite des umstrittenen Ehrenmals mit Steinen der Opfer von Kriegen gedacht. Kurze Zeit später waren drei der Erinnerungssteine, die Namen jüdischer NS-Opfer trugen, entfernt worden. Das Laatzener Ehepaar Bernadette und Joachim Gottschalk, die an der Zeremonie teilgenommen hatten, hatte den Fall seinerzeit bekannt gemacht. Mehrere Verwandte der Laatzenerin waren als Juden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet worden.

Inzwischen hat die Täterin in einem Brief an Bernadette Gottschalk offen eingeräumt, die Steine weggenommen zu haben und dies in einem weiteren Brief mit antisemitischen Äußerungen verbunden. Gottschalk hatte die Frau, die in Hanau wohnt, aber offenbar einen Bezug zum Laatzener Ehrenmal hat, daraufhin zivilrechtlich verklagt. Das Amtsgericht Hanau gab Gottschalk bei der Verhandlung am vergangenen Freitag Recht. Wie Joachim Gottschalk berichtet, habe der Richter die Hanauerin zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 1100 Euro verurteilt. Beantragt waren 400 Euro, wegen der fortgesetzten Beleidigung seiner Frau habe der Richter den Betrag jedoch auf das fast Dreifache erhöht.

Der Klage vorangegangen war unter anderem ein Brief der Hanauerin, in der sie ihre Tat mit antisemitischen Äußerungen rechtfertigt. Darin schreibt sie wörtlich an Bernadette Gottschalk, sie erkläre „Juden als eine Köterrasse. Noch immer fließt Blut von Ihren Händen“. Weiter heißt es: „Kein anderes Volk hat weltweit Menschen derart verachtet, massakriert und erniedrigt.“ Diese Äußerungen habe sie während der Verhandlung weder zurückgenommen noch sich entschuldigt, berichtet Gottschalk. Das Ergebnis der ebenfalls erstatteten Strafanzeige stehe noch aus.

Dem Laatzener Ehepaar geht es nun darum, eine Reaktion der örtlichen Politik zu den antisemitischen Ausfällen zu erhalten. Zwischenzeitlich war deren Haus zweimal mit Farbe beschmiert worden, auch erhielt das Paar mehrere Schmähbriefe. Die Gottschalks hatten sich in der Vergangenheit mehrfach mit Petitionen an den Rat gewandt, um eine Verurteilung der Vorgänge zu erwirken. Sie waren von Rat und Ortsrat jeweils lediglich zur Kenntnis genommen worden. Auch die Albert-Einstein-Schule, deren Schüler sich 2016 an der Gedenkfeier beteiligt hatten, habe er zu einer entsprechenden Erklärung aufgefordert, die jedoch ausgeblieben sei.

Von Johannes Dorndorf

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