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Langenhagen Kiosk hilft für das weitere Leben
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00:36 18.05.2018
Alexander Pischel vom Maja-Team ist einer der ersten Kunden bei Anna Gorbunova, um am Kiosk ein Eis zu kaufen. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

 Der Kiosk im Langenhagener Stadtpark ist seit Montagnachmittag wieder geöffnet. Betrieben wird er seit 2011 vom Verein Beta89, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, psychisch gesundenden Menschen eine Beschäftigung zu ermöglichen. Und das Ziel ist klar definiert: Sie sollen so für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden.

In dem als Sommerkiosk bezeichneten Verkaufsstand zwischen dem Mehrgenerationen-Bewegungspark und dem Spielplatz im Langenhagener Stadtpark – den sogenannten Heestern – wird psychisch gesundenden Menschen seit Jahren die Möglichkeit gegeben, realitätsnahe Erfahrungen in einer echten Beschäftigung zu sammeln. Denn oft sind die Betroffenen in ihren Berufen sehr gut ausgebildet gewesen – bis sie eine psychische Krise aus der Bahn geworfen hat. Im Anschluss an eine psychiatrische Behandlung hätten sie dann zunächst häufig keine realistische Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt, sagt Susanne Hildebrandt, Koordinatorin des Projekts Beta-Tab.

Menschen ohne Druck aus der Krise helfen

Der gemeinnützige Verein beta89 trägt das Projekt seit mehr als 20 Jahren und bietet Arbeitsplätze, wie es sie normalerweise nicht gibt. Ohne Druck mit einer gewissen, aber geringen Anzahl Wochenstunden, die sich die Betroffenen zumuten wollen oder auch können. „Deshalb sprechen wir auch nicht von Arbeit, sondern von Betätigung“, berichtet Hildebrandt im Gespräch dieser Zeitung. Das Ziel ist dennoch klar umrissen: „Sie für den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten, damit sie den Wiedereinstieg ins Berufsleben schaffen“, betont die Projekt-Koordinatorin. Dafür erhalten die Teilnehmer eine finanzielle „Motivationszuwendung“. Gleichwohl sei das aber nicht als Lohn zu verstehen. Vielmehr liege der Fokus auf den Ressourcen und Stärken der Menschen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, erläutert sie.

Einziger alkohol- und nikotinfreier Kiosk in der Stadt

Seit 2011 überlässt die Langenhagener Stadtverwaltung den Kiosk dem Verein Beta89 kostenlos. In dem kleinen roten Häuschen verkauft ein fünfköpfiges Team in der Saison bis Oktober im Schichtdienst täglich zwischen 14 und 17.45 Uhr Eis, Süßigkeiten, Kaffee und Getränke. Schnaps und Zigaretten sucht der Kunde dort aber vergeblich. Denn es handelt sich um den wohl einzigen alkohol- und nikotinfreien Kiosk Langenhagens. Die Verkaufsstätte hat stets bei schönem Wetter geöffnet. Zudem können sich Interessierte dort Boule-Kugeln und den Schlüssel für den Schachschrank ausleihen, sagt Hildebrandt. Auch die dortigen öffentlichen Toiletten sind jetzt wieder zugänglich.

Beta89 eröffnet weiteres Café

Und es gibt noch ein neues Projekt, verrät Hildebrandt. Am Mittwoch wird im Anni-Gondro-Pflegezentrum ein weiteres Cafe auf Initiative von Beta89 eröffnet. Auch dort wird psychisch Gesundenden die Chance geboten, sich wieder in das „normale“ Berufsleben einzufinden. Somit sind dann in Langenhagen 28 Menschen auf diese Art und Weise beschäftigt.

Maja sucht händeringend Verstärkung

Beschäftigt war bei der Eröffnung des Kiosk in den Heestern auch Alexander Pischel. Er stellt derzeit alleine das Maja-Team dar und hatte für die jungen Besucher der Kiosk-Eröffnung allerlei Spielzeug im Maja-Spielmobil mitgebracht – und stand bei Fragen ob des Gebrauchs den jungen „Kunden“ Rede und Antwort. Seit Kurzen ist Maja nach Auflösung des Vereins für Sozialarbeit in neuer Trägerschaft. Die Gesellschaft für Behindertenarbeit, kurz GBA, ist Pischels Angaben zufolge händeringend auf der Suche nach einer weiteren Kraft zur Unterstützung. „Denn das Projekt ist eigentlich auf zwei Leute ausgelegt“, betont er. „Derzeit sind wir bei 50 Prozent Arbeitskraft“, rechnet Pischel vor. Allerdings werde er an dem gewohnten Programm mit dem Maja-Spielmobil in den Sommerferien oder etwa dem Mitternachtsport als eine weitere bewährte Veranstaltung ungeachtet der Personalsituation festhalten, stellt er in Aussicht.  

Von Sven Warnecke

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