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Langenhagen Eishalle: Stadt muss Klage befürchten
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Eishalle: Stadt muss Klage befürchten
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08:00 24.06.2018
Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung, jeweils aus der CDU, hat der Finanzausschuss den Abriss der Halle befürwortet. Quelle: Rebekka Neander
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Langenhagen

Ein schnelles Ende des Schreckens: Dies erhoffen sich SPD, CDU, Grüne und BBL von einem gemeinsamen Antrag auf umgehenden Abriss der Eishalle an der Brüsseler Straße. Nur zehn Jahre nach Eröffnung der barrierefreien Halle solle dem Finanz-Desaster nicht noch mehr städtisches Geld hinterher geworfen werden. Auch die seit vergangenem Herbst stillgelegte Halle kostet die Stadt monatlich mehrere tausend Euro. Der Finanzausschuss hat dem Antrag bereits mit deutlicher Mehrheit stattgegeben, am Montag soll dies nun der Rat bestätigen. Unbeachtet blieb dabei jedoch ein noch immer offener Rechtsstreit mit der Eishalle Langenhagen GmbH, unter der der Eishockey-Manager Marco Stichnoth die Halle im Mai 2015 auf zehn Jahre gepachtet hatte.

Eishallen-Manager haben auf Klage hingewiesen

Im Streit mit der Stadt geht es um wechselseitig erhobene Geld-Forderungen im „gut sechsstelligen Bereich“ nach Technik-Pannen und Verdienstausfällen, wie es heißt. Die Stadt hatte im August 2017 nach ausbleibenden Pachtzahlungen ihr Sonderkündigungsrecht gezogen, die Eishallen-Gesellschaft hatte dem widersprochen. Seither hängt juristisch in der Luft, ob das Mietverhältnis jemals aufgehoben worden ist. Stichnoth und sein damaliger Geschäftspartner Kay Uplegger (der seine Anteile inzwischen abgestoßen hat) hatten lange auf eine Einigung mit der Stadt gehofft, um ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. Beide hatten schon damals öffentlich mehrfach auf das Risiko einer Klage gegen die Stadt hingewiesen. In diesem Falle wäre der Stadt ein Zugriff auf die Halle des Klageverfahrens verwehrt.

Insolvenz-Verfahren steht noch vor Eröffnung

Im November hat Stichnoth beim Amtsgericht Hannover offiziell Insolvenz beantragt, wie er jetzt dieser Zeitung bestätigte. Das Gericht hat Ende Dezember einen Sachverständigen bestellt; das Insolvenz-Verfahren selbst ist noch nicht eröffnet. Ein Gutachten, ob es überhaupt eröffnet werden soll oder ob Stichnoths Gesellschaft auf Erfüllung des noch sieben Jahre währenden Mietvertrags klagen soll, sei noch nicht erstellt. Stichnoth hatte diesen Schritt lange verzögert und gehofft, ein neuer Betreiber könnte wenigstens sein „sechsstelliges“ Invest für diverses Inventar übernehmen. Einem Neustart durch einen anderen Betreiber habe er nie im Wege stehen wollen, betonte er am Freitag.

Rathaus: Kein Versäumnis in Finanz-Drucksacke

In der von der Politik allseits gelobten jüngsten Drucksache zu den finanziellen Folgen im Umgang mit der seit Jahren politisch eher ungeliebten Halle ist von diesem juristischen Risiko nichts zu lesen. Der Abriss wird darin basierend auf einem ersten Gutachten des TÜV Nord mit knapp 570.000 Euro beziffert. Ohne Halle (und mit geändertem Bebauungsplan) könnte die Stadt das verkehrstechnisch an S-Bahn und Autobahn ideal gelegene Areal neu verwerten. Interessenten, so heißt es, gebe es. Von einem Versäumnis seitens der Verwaltung will im Rathaus niemand etwas wissen. Das Risiko einer Klage sei mehrfach auch öffentlich der Politik dargelegt worden, heißt es.

Para-Eishockey-Team verhandelt mit Mellendorf

Damit die Sparte der Para-Eishockey-Teams in Langenhagen sowie auf nationaler Ebene auch ohne die barrierefreie Eishalle in Langenhagen weiterhin eine Chance haben, bemühen sich hinter den Kulissen derzeit einige Beteiligte um eine zeitnahe und praxisnahe Lösung. Ian Wood, Manager der Nationalmannschaft, hat inzwischen Kontakt mit Ingo Haselbacher in der Hus-de-Groot-Eisarena in Mellendorf aufgenommen. Anfang Juli soll es ein erstes Treffen geben. Sollte es zu einem Umzug des deutschen Rekordmeisters, der Ice Lions im SCL, nach Mellendorf kommen, wäre es auch eine Art Rückkehr. Das allererste Länderspiel einer Eishockey-Mannschaft mit Körperbehinderten (Para-Eishockey) wurde seinerzeit gegen die Niederlande in Mellendorf ausgetragen.

Problematisch ist aktuell die Lage der Umkleiden in Mellendorf: Sowohl der Zugang von außen als auch der zur Halle selbst ist nur über mehrere Stufen erreichbar. Auch die Bande der Eisfläche ist nicht barrierefrei. „In früheren Jahren hatten wir Fußgänger als Trainer, die haben uns zuweilen hoch und runter getragen“, berichtet National-Torhüter Simon Kunst dieser Zeitung. Überdies, ergänzt Eismeisterin Kathrin Haselbacher, gab es damals eine langgezogene Rampe, über die die Spieler von den Umkleiden im Untergeschoss aufs Eis kamen. „Über die Stufe an der Bande haben wir uns dann auch mal ’rüber geschmissen“, sagt Kunst.

Ingo Haselbacher ist zuversichtlich, baulich eine Möglichkeit zu finden, um den Zugang zu erleichtern. Auch bei den allseits hart umkämpften Eiszeiten sieht Haselbacher Chancen. „Aber es ist klar, dass wir dann andere Gruppen reduzieren müssten.“ Haselbacher äußert durchaus Interesse, die barrierefreie Bande aus Langenhagen der Stadt abzukaufen. Ob dies allerdings möglich ist, muss die Stadt nach eigenen Angaben erst noch rechtlich prüfen lassen.

Von Rebekka Neander

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