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Langenhagen Illegaler Shuttle-Parkplatz wird gesperrt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Illegaler Shuttle-Parkplatz wird gesperrt
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08:30 01.11.2018
Ab Ende November sollen keine neuen Fahrzeuge auf dem Flyparks-Parkplatz an der Emil-Berliner-Straße abgestellt werden dürfen. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Jetzt geht es nur noch um Fristen: „Sobald die Veröffentlichung der Versäumnisurteils lange genug her ist, werden wir voraussichtlich mit Sicherheitspersonal unterbinden, dass weitere Reisende ihr Auto dort abstellen.“ Boris Westerfeld, Geschäftsführer der Thelen-Verwaltung, lässt keinen Zweifel: Er will dem illegalen Treiben des inzwischen untergetauchten Parkplatz-Betreibers ein Ende setzen. Die darauf aktuell abgestellten Autos von Flugreisenden könne man zwar nicht entfernen. „Aber wir werden verhindern, dass neue dazu kommen.“ Auch wenn diese dann kurz vor Reisebeginn ohne Parkplatz da stehen.

Seit April dieses Jahres liegen sowohl die Stadt als auch die Thelen-Gruppe mit der Firma „Flyparks“, die den Shuttle-Parkplatz betreibt, über Kreuz. Denn was für alle zunächst für eine außerordentlich sinnvolle Zwischennutzung des ehemaligen EDC-Parkplatzes nach dem Ende des CD-Werks gegenüber aussah, hat sich inzwischen zu einem kleinen Wirtschaftskrimi entwickelt. Die Thelen-Gruppe bekommt bereits seit Monaten keine Miete mehr für das Gelände, überdies wird inzwischen vertragswidrig die Gesamtfläche des Parkplatzes genutzt und nicht nur ein Teil, wie ursprünglich vereinbart. Der Flyparks-Geschäftsführer Vladimir Weber ist nicht auffindbar. Sämtliche offiziellen Schreiben sowohl seitens der Stadt als auch der Thelen-Gruppe bis hin zu dem jetzt ergangenen Versäumnisurteil des Amtsgerichts Hannover mussten als öffentliche Bekanntmachung in dieser Zeitung zugestellt werden. Dabei fehlte zum allseitigen Glück eigentlich nur ein Antrag.

Geschäftsleute bringen ihr Unternehmen in Gefahr

„Die Fläche an der Emil-Berliner-Straße könnte ohne weiteres als Shuttle-Parkplatz genutzt werden“, sagt Helmut Büch, Leiter der Bauverwaltung bei der Stadt Langenhagen. „Vorausgesetzt, man beantragt hier eine Genehmigung.“ Dies aber sei zunächst unterblieben und nach diversen Mahnungen der Stadt letztlich zu spät eingegangen. „Ein Parkplatz gehört grundsätzlich zur Baugenehmigung eines Gebäudes“, erläutert Büch. „Wer ein Haus baut, muss die dafür notwendigen Auto-Stellplätze nachweisen. Das gilt für Büro-Gebäude genauso wie für Einfamilienhäuser.“ Während des Leerstandes des alten EDC-Werks wäre deshalb die jetzt in Rede stehende Fläche problemlos für Reisende nutzbar. „Im Gegensatz beispielsweise zu jenem Lebensmittel-Supermarkt und einem Möbel-Kaufhaus, die vor einigen Jahren jeweils einen Teil ihres Parkplatzes an Flugreisende vermieten wollten.“ Die Stadt habe dies damals sehr schnell untersagt. „Und die Geschäftsleute sind unserer Ansage auch sofort nachgekommen“, berichtet Büch. „Denen war gar nicht bewusst, dass sie damit die Baugenehmigung ihrer Unternehmen gefährdeten.“

Die Berichte über den Rechtsstreit zwischen Stadt und Parkplatzbetreiber hatte in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses auch die Politik erschreckt. Auf die dort gestellten Fragen, wie die Stadt verhindern könne, jemals wieder in eine so geradezu hilflose Situation zu geraten, kann Büch im Gespräch mit dieser Zeitung nur auf Aufklärung setzen. „Wir erleben es sehr häufig, dass junge Leute ins Rathaus kommen und fragen, ob diese oder jene Gewerbefläche als Shuttle-Parkplatz genutzt werden kann.“ Offenbar, so Büch, witterten die dort alle leicht verdientes Geld. Auch bei dem Platz an der Emil-Berliner-Straße schätzt die Stadt die monatlichen Einnahmen auf einen hohen fünfstelligen Betrag. „Wir wollen jetzt verstärkt Netzwerke nutzen, um öffentlich zu machen, welche Shuttle-Parkplätze in Langenhagen rechtmäßig betrieben werden und welche nicht“, sagt Büch. „Und wir wollen darüber aufklären, was nötig ist, um ein solches Unternehmen zu eröffnen und legal zu betreiben.“

Reisende sollen von Sanktionen nicht getroffen werden

Vorschläge, illegale Plätze baulich zu sperren und zu räumen, lehnen Büch und auch Westerfeld ab. „Wir könnten das gar nicht bezahlen, mehrere hundert Autos versetzen zu lassen“, sagt Büch. Vor allem im Hinblick auf das Risiko möglicher Schäden beim Abschleppen, für die die Stadt aufkommen müsste. Westerfeld fürchtet zudem Vandalismus an baulichen Lösungen. Auch dem Parkplatz an der Emil-Berliner-Straße einfach den Strom und damit das Licht abzustellen, hält Westerfeld für keine geeignete Lösung. „Wir machen es dann nur Autodieben leichter und wir erhöhen das Unfallrisiko für jene, die ihr Auto ordnungsgemäß abholen wollen“, sagt Westerfeld. „Damit treffen wir die Falschen.“

Wo kann man rund um den Flughafen Hannover-Langenhagen parken? Hier eine Übersicht über Parkplätze und -häuser sowie ihre Tarife.

Von Rebekka Neander

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