Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Maja hat für Jugendliche eine neue Heimat
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Maja hat für Jugendliche eine neue Heimat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 23.04.2018
Alexander Pischel, Sozialarbeiter der Mobilen Aufsuchenden Jugendarbeit, berichtet im Jugendhilfeausschuss von seiner Arbeit mit Jugendlichen auf der Straße.
Langenhagen

 Alexander Pischels Berufung ist die Arbeit mit Menschen. Aber das jetzt ist für ihn dann doch etwas ungewohnt. „Ich habe jetzt Kollegen.“ Pischel lacht. Doch der Satz steht für weit mehr als eine launige Bemerkung. Zum einen: Die von Pischel seit einigen Jahren mit Leben gefüllte „Mobile aufsuchende Jugendarbeit“ (Maja) hat durch den Trägerwechsel zur Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) eine gesicherte Basis erstmals im Rahmen eines etablierten Unternehmens. Und: Als ersten Schritt, ergänzt GBA-Geschäftsführer Florian König, solle jetzt endlich die lange vakante zweite Stelle neben Pischel wieder besetzt werden. Denn, egal zu welcher Tages- oder vielmehr Nachtzeit Maja in Langenhagen unterwegs war, stemmte Pischel diese Arbeit alleine. 

Bis Ende März firmierte der Verein für Sozialarbeit als Pischels Arbeitgeber. Weil sich der Verein jedoch auflösen wird, galt es für Stadt und Pischel im Frühjahr, einen neuen Träger zu finden. Aus den insgesamt acht Vereinen und Institutionen, die sich nach einem öffentlichen Aufruf bei der Stadt meldeten, wählte der Jugendhilfeausschuss im März letztlich die GBA aus. In deren Team hat Pischel jetzt sowohl auf professioneller Ebene als auch buchstäblich ein neues Zuhause: In einem Souterain-Büro an der Liebigstraße richtet sich der Sozialarbeiter zur Zeit noch seine neue Anlaufstelle ein. Viele technische Dinge sind überdies zu klären: vom Computer-Anschluss bis zu dem wesentlichen Detail, ob Pischel seine Mobil-Telefonnummer behalten kann. Durchaus bedeutend für den Erhalt des mühsam aufgebauten Netzwerkes mit jenen Jugendlichen, die sich in keinem etablierten Treffpunkt oder Verein so einfach erwünscht fühlen. 

Viele eingeführte Maja-Aktionen bleiben erhalten

Vor diesem Hintergrund zählt für Pischel und König derzeit vor allem das, was bleibt: „Die Termine für den Mitternachtssport stehen und auch die Hallenzeiten für unseren Abendsport.“ Zur Eröffnung des Sommerkiosks im Eichenpark durch den Verein Beta89 wird Pischel mit dem Maja-Spielmobil zur Stelle sein. Und natürlich auch zur Schools Out Party am 25. Juni rund um die Wiesenauer Mitte. Die Kicker-Weltmeisterschaft parallel zum Turnier der Profi-Fußballer wird am Freitag, 27. Juni, ausgetragen. „Das ist der einzige spielfreie Freitag während der Weltmeisterschaft.“ Und auch die Sommertour des Spielmobils in den Ferien ist bereits durchgeplant. 

Bauwagen am IKEP ist ab Dienstag wieder einsatzbereit

„Weil ich jetzt mein Büro in Wiesenau habe, werden wir in diesem Jahr auch in Wiesenau starten“, sagt Pischel. Start ist die erste Juli-Woche. Besonders froh ist der Sozialarbeiter, dass er auch die Arbeitsgemeinschaft an der Robert-Koch-Realschule weiterführen kann. Zuletzt wurde der Bauwagen am IKEP geräumt; er wird ab Dienstag, 24. April, wieder einsatzbereit sein. Dieser Anlaufpunkt am Interkulturellen Erlebnispark in Kaltenweide diente nach dem Abriss des Nordtraktes des Hauses der Jugend als Depot für die größeren Spielgeräte. Durch die Übernahme von Maja durch die GBA können diese nun in deren Räumen untergebracht werden. „Dafür mussten wir jetzt allerdings erst noch umräumen“, ergänzt König und lacht. 

Neue Ideen für Nutzer des Jugendzentrums

Momentan ist sie heimatlos – und offenkundig nicht eben glücklich darüber: Jene Gruppe Jugendlicher, die bis zum Abriss des Nordtraktes das Unabhängige Jugendzentrum (UJZ) besuchen, haben bis heute keine neue Heimat gefunden. Immer wieder, bestätigt Frank Labatz, im Jugendamt unter anderem verantwortlich für das Haus der Jugend, seien sie rund um die Abbruchstelle anzutreffen gewesen. Dies jedoch nicht immer konfliktfrei. Labatz spricht von „verbalen Ausrutschern“, allerdings auch von einzuhaltenden Sicherheitsbelangen in dem Bereich, in dem die Baufahrzeuge unterwegs gewesen seien. 

Dass der Nordtrakt und damit das UJZ abgerissen werden müsste, war zwar lange bekannt. Der tatsächliche Termin Anfang des Jahres wurde letztlich jedoch nur wenige Wochen zuvor den Betroffenen mitgeteilt, unter anderem weil kurzfristig bewilligte Zuschüsse nur innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen werden konnten. Vor diesem Hintergrund sahen sich weder die Stadt noch der Verein für Sozialarbeit in der Lage, das UJZ für den Übergang andernorts unterzubringen. 

Gänzlich im Regen stehen lassen will Labatz diese Jugendlichen jedoch nicht. „Sobald mit dem Neubau begonnen ist und es eine verlässliche Aussage über die Gesamtzeit gibt, werden wir auch auf die Jugendlichen zugehen, um ihnen konkrete Angebote zu machen.“ Der symbolische erste Spatenstich für den Nordtrakt ist für den 3. Mai geplant. 

König gibt sich zuversichtlich, die durch Elternzeit der vorherigen Kollegin so lange unbesetzt gebliebene zweite Maja-Stelle schnell wiederbesetzen zu können. „Wir haben bereits eine angekündigte Bewerbung, obwohl wir die Stelle noch gar nicht öffentlich ausgeschrieben haben.“ Gleichwohl, räumt auch Pischel ein, seien die vorwiegend am Abend und am Wochenende liegenden Arbeitszeiten für den eher ländlich strukturierten Raum Langenhagens eher ungewöhnlich. 

Maja hatte Geburtstag und das soll gefeiert werden

Wann und wie sich das Maja-Konzept durch die neue Trägerschaft noch verändern kann, verweisen König und Pischel noch in weite Zukunft. „Jetzt sind wir noch in der Findungsphase“, sagt König. Pischel hat ohnehin noch ein anderes Projekt offen: „Maja ist Anfang März zehnJahre alt geworden. Das ist in dem Stress der neuen Trägersuche vollkommen untergegangen. Aber feiern wollen wir das in diesem Jahr auf jeden Fall noch.“

Von Rebekka Neander

Rund 48 Millionen Euro beträgt der Ansatz für Personalkosten im Langenhagener Haushalt – darin eintaxiert ist nach Verwaltungsangaben eine Tarifsteigerung von 2,5 Prozent für das gesamte Jahr.

22.04.2018

Premiere auf dem Silbersee: Zum ersten Mal sind am Sonnabend zehn Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit Optimisten auf dem Gewässer gesegelt. Das möchte der Segelclub Passat gern wiederholen.

22.04.2018

Ein über Nacht unbemerkter Rohrbruch hat am Donnerstagmorgen zum einen die Woldtrift unterspült. Zum anderen musste das Trinkwasser für Evershorst abgestellt werden. 

19.04.2018