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Langenhagen Betreiber von Flughafen-Parkplatz ist untergetaucht
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11:52 25.10.2018
Alle Versuche, den illegal genutzten Parkplatz an der Emil-Berliner-Straße zu räumen, sind seitens der Stadt fehlgeschlagen. Jetzt prüft die Verwaltung weitere Schritte. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

 Die Flugreisenden ahnen von all dem nichts. Aber offenkundig zahlen alle, die ihr Auto derzeit an der Emil-Berliner-Straße auf dem Shuttle-Parkplatz „FlyParks“ abgestellt haben, in die Kasse eines aktuell abgetauchten Geschäftsmannes. Denn Vladimir Weber, laut veröffentlichtem Impressum Geschäftsführer der Weber Marketing GmbH, ist weder für die Stadt Langenhagen noch für die Thelen-Gruppe als Eigentümerin der Fläche erreichbar. Im November entscheidet ein Gericht nun über die von der Thelen-Gruppe inzwischen eingereichte Klage gegen die Parkplatz-Betreiber. Die Stadt hat ein Zwangsgeld angedroht und prüft unterdessen, wie sie den Parkplatz räumen lassen kann.

Hintergrund des Streits ist eine bis heute fehlende baurechtliche Genehmigung, die der Parkplatz-Betreiber bei der Stadt hätte einholen müssen. Dass diese nicht vorliegt, hatte die Stadt schon im Sommer mehrfach angemahnt. Jedoch ohne Erfolg. Die Stadt hatte Anfang August versucht, wie Helmut Büch als Leiter der Bauverwaltung jetzt berichtet, der Betreibergesellschaft die Androhung eines Zwangsgeldes von 50.000 Euro schriftlich zuzustellen. „Doch sowohl eine Postzustellung als auch der spätere Versuch durch einen städtischen Mitarbeiter schlugen fehl: An der uns bekannten Adresse gibt es weder ein Klingelschild noch einen Briefkasten“, sagte Büch am Mittwoch. Allein dieser Aufwand schlage inzwischen mit 395,68 Euro bei der Stadt zu Buche.

Thelen-Gruppe reicht Klage gegen Parkplatz-Betreiberin ein

Nicht anders geht es der Thelen-Gruppe, die seit dem Erwerb des ehemaligen EDC-Geländes an der Emil-Berliner-Straße Eigentümerin auch des früheren Betriebsparkplatzes direkt an der Autobahn ist. Sie hatte im April zunächst 8000 Quadratmeter der insgesamt 19.000 Quadratmeter großen Fläche an die Weber Marketing GmbH mit der Auflage vermietet, diese müsse alle erforderlichen Genehmigungen bei der Stadt einholen. Dies unterblieb – mehr noch: „In der Folge mussten wir feststellen, dass die Mieterin die Nutzung ohne unsere Genehmigung auf weitere Flächen ausgeweitet hat, die nicht Bestandteil des Mietvertrages sind“, schreibt der Geschäftsführer der Thelen-Verwaltung, Boris Westerfeld, auf Nachfrage dieser Zeitung. Man habe die Betreibergesellschaft danach mehrfach aufgefordert, den vertragswidrigen Gebrauch zu unterlassen und die Fläche komplett zu räumen.

Das Gegenteil jedoch war der Fall: Inzwischen werde die Gesamtfläche genutzt. Nach nunmehr wiederholt ausgebliebener Mietzahlung „haben wir jedoch im Juli der Mieterin gekündigt“, sagte Westerfeld am Mittwoch dieser Zeitung, und gegen die Weber Marketing GmbH Klage eingereicht. „Wir haben aber mit der Postzustellung in diesen Fällen ebenfalls keinen Erfolg gehabt“, berichtete Westerfeld. Deshalb seien die Schriftsätze inzwischen per amtlicher Bekanntmachung öffentlich zugestellt. Ein Weg, den auch die Stadt Langenhagen beschreiten musste. Die daraus resultierenden Widerspruchsfristen laufen Ende Oktober (Langenhagen) sowie Ende November (Thelen-Verwaltung) ab. „Dann entscheidet das Gericht, wie es weitergeht“, sagte Westerfeld.

Alle Versuche, den illegal genutzten Parkplatz an der Emil-Berliner-Straße zu räumen, sind seitens der Stadt fehlgeschlagen. Jetzt werden weitere Schritte geprüft. Quelle: Rebekka Neander

Aktuell stehen mehrere hundert Autos auf dem Parkplatz. Telefonisch erreichbar ist die Reservierungs-Hotline sowohl für Langenhagen als auch für eine zweite Anlage desselben Betreibers nahe des Bremer Flughafens derzeit zwar nicht. Wohl aber können Reisende für beide Flächen im Internet buchen. Die Vergleichs- und Buchungsplattform „parkenflughafen.de“ schließt aktuell allerdings eine Reservierung für „Flyparks“ aus. Es habe Beschwerden bei Buchungen gegeben, heißt es bei dem Unternehmen auf Nachfrage. Eine weitere Kooperation werde geprüft.

Die Fahrzeuge kommen aus dem gesamten norddeutschen Raum. „Diese Kunden wollen wir ja eigentlich nicht treffen“, sagt Büch und beschreibt das Dilemma der Stadt: Natürlich könnte diese jetzt alle Fahrzeuge abschleppen und auf eine andere Fläche versetzen lassen. „Aber wir wissen ja gar nicht, wem wir das dann in Rechnung stellen sollen.“ Gleichwohl prüfe die Stadt ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Von Rebekka Neander

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