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Langenhagen Lebkuchen schon im Spätsommer?
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00:16 12.11.2018
Die Jugendpastorin für den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, Reni Kruckemeyer-Zettel, zeigt Verständnis für das vorweihnachtliche Angebot in Geschäften. Quelle: Leonie Oldhafer
Langenhagen

Mit großen Schritten geht es auf die Weihnachtszeit zu. Bereits seit Mitte September finden sich in Geschäften Weihnachtsgebäcke und Dekorationen. Für Einige viel zu früh. Kirchenkreis Jugend Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel sieht das gelassener: „Im Studium haben wir, wenn es die ersten Lebkuchen gab, eine Party gefeiert“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. „Es war eine Mischung aus „Lustigmachen“ und „Lebkuchen schmecken lecker“. Das war „witzig, wenn man im September draußen im T-Shirt sitzt und Tochter Zion singt und Glühwein trinkt“, berichtet sie lachend.

Trotzdem findet die Pastorin es schade, dass die Weihnachtszeit so früh eingeleitet wird. Im formalen christlichen Kirchenjahr passe diese noch nicht in die Monate vor dem Dezember. „In der Theorie hat das da nichts zu suchen“, sagt Kruckemeyer-Zettel. Es sei theoretisch toll, wenn der Rhythmus und die Weihnachtszeit so behandelt werden würden, wie auch im Kirchenjahr vorgesehen, aber die Grenzen verschwimmen. „Man kann den Rhythmus erklären und auf die Grenzen hinweisen. Ein Rhythmus ist generell gut, man kann ihn aber nicht festsetzen. Das ist die Folge der Beschleunigung der Gesellschaft. Klar wäre es toll, wenn sich alle daran halten würden, aber das ist nicht realistisch.“ Sie selbst versucht eine klare Grenze zur Weihnachtszeit zu ziehen und veranstaltet mit Jugendlichen ein Wintergrillen, um den Auftakt der kommenden Zeit zu feiern.

Kruckemeyer-Zettel versteht aber dennoch, dass bereits vor der Weihnachtszeit Gebäcke und Dekorationen in Geschäften verkauft werden. Wenn die Adventszeit vorgezogen wird, dann mache das den November, geprägt unter anderem von dem Volkstrauertag, leichter. Das Weihnachtsfest brauche seine Zeit, um vorbereitet zu werden. Je hektischer die Zeit werde, desto besser sei es, früher zu planen. Wenn schon vor der Adventszeit Geschenke, Adventskalender und Dekorationen besorgt werden können, dann haben die Menschen in der Vorweihnachtszeit mehr Ruhe. „Das entzerrt die Zeit“, erklärt sie. „Ist ja auch ganz schön die Zeit länger zu genießen.“ Auch die Pastorin kauft sich Spekulatius Kekse bereits, wenn sie in den Regalen stehen. „Dann sind es für mich einfach Kekse, die mir lecker schmecken. Ich glaube auch, es wäre wirtschaftlich absoluter Blödsinn, wenn sowas nur kurz verkauft wird.“

Ihre Jugendlichen, sei es Konfirmanden oder Teamer, stören sich ebenfalls nicht daran, weihnachtliche Mandarinen oder Spekulatius im Gemeindehaus zu finden. Für sie sei das kein Thema. Auch das Krippenspiel für den Gottesdienst Heiligabend wird bereits ab Mitte November geprobt und damit ebenfalls vor der eigentlichen Weihnachtszeit ins Leben gerufen.

Warum diese Lebensmittel zu Weihnachten gehören

Bestimmte Lebensmittel gehören traditionell zur Weihnachtszeit. Dieser Brauch kommt allerdings nicht von ungefähr: Früher wurden Plätzchen gebacken, um Lebensmittel haltbar zu machen. So konnten sie nach der Fastenzeit vor Weihnachten gegessen werden. Ihre lange Haltbarkeit und der Fettgehalt machte sie zum idealen Winteressen. Auch in Lebkuchen finden sich einige Gewürze und Heilkräuter, die dem Körper in der kalten Jahreszeit gut tun sollen. Der Spekulatius hat seinen symbolischen Ursprung durch den Beinamen des Heiligen Nikolaus und war ursprünglich nur in der Form eins Schiffes zu finden. Der traditionelle Christstollen ist ebenfalls ein symbolträchtiges Gebäck: Der mit Puderzucker bedecke Teig soll das in Windeln gewickelte Christkind darstellen. old

Von Leonie Oldhafer

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