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Langenhagen Eltern akzeptieren Bannmeile vor Grundschule
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Eltern akzeptieren Bannmeile vor Grundschule
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00:19 07.02.2019
Die Polizei kontrolliert Autofahrer in der Straße Klusmoor. Quelle: Stephan Hartung
Engelbostel

 Mit Spannung ist der erste Tag erwartet worden, an dem die Bannmeile an der Grundschule Engelbostel in Kraft tritt: Das Klusmoor ist an Schultagen von 7.15 bis 8.15 Uhr sowie von 12.15 bis 15.15 Uhr gesperrt. Für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder von dort abholen, gelten ab sofort extra dafür ausgewiesene Haltezonen an der Schulstraße oder im Teichweg.

Die Bilanz fiel positiv aus. Die Schulleiterin war mit dem ersten Tag der Bannmeile, Stadt und Polizei sprechen von Schutzzone, zufrieden. „Wir haben keine Beschwerden gehört. Das ist immer ein gutes Zeichen“, sagte Stefanie Haller. Auch nach Ansicht der Stadt verlief der erste Tag reibungslos. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts hatten nach Auskunft von Stadtsprecherin Juliane Stahl wenig zu tun. „Einige Eltern hielten mit ihren Fahrzeugen schon vor den eingerichteten Zonen und ließen dort ihre Kinder aus dem Auto steigen“, sagte Dennis Dolz vom städtischen Ordnungswesen. „Die Änderungen waren offenbar vielen bekannt“, sagte Bürgermeister Mirko Heuer. „Dass die meisten sie auch befolgten, lässt mich hoffen, dass sie die Schutzzone befürworten und daher auch mittragen werden.“ Es gab aber auch kuriose Situationen und Verärgerungen.

Kontrollen aber keine Knöllchen

Wie immer war Hausmeister Lars Ostendorp schon früh in der Schule – lange vor dem Inkrafttreten der ersten Bannmeile des Tages ab 7.15 Uhr. Gegen 8 Uhr machte er an seinem im Klusmoor geparkten Auto eine Entdeckung: eine Ermahnung vom Ordnungsamt der Stadt Langenhagen. Der Fehler: Ostendorp stand schon in der Zone, hätte also keinen Zettel am Scheibenwischer haben dürfen, weil er in der angegebenen Zeit sein Auto nicht bewegt hat.

Wie ankündigt führte das Ordnungsamt am Morgen und auch mittags zusammen mit der Polizei Kontrollen durch, sprach mit Eltern und Autofahrern und wies sie gegebenenfalls auf Fehlverhalten hin – jedoch ohne Verwarngeld. „Viele Eltern haben sich daran gehalten. Nur wenige haben von der Schutzzone nichts gewusst“, sagte Christiane Bunk. Die Kontaktbeamtin beobachtete, „dass vielfach der Festplatz oder sogar der Parkplatz beim Sportverein genutzt wurde, von dort sind viele Kinder mit oder ohne Eltern zur Schule gegangen“. Ebenfalls kurios: Das Ordnungsamt darf im Gegensatz zur Polizei nicht in den laufenden Verkehr eingreifen. Die Mitarbeiter konnte also die Autofahrer, die das gesperrte Klusmoor verbotenerweise durchfahren, nicht anhalten. Nur wer einparkte, erhielt eine Ermahnung.

Bannmeile behindert bei Arbeit

Einsichtig zeigte sich auch Ulrich Becker, wenngleich ihn die Bannmeile in der Arbeit behindert. Becker beliefert mit der „Gemüsekiste“ die Schule mit gesunder Kost. Er fährt um 12.20 Uhr ins Klusmoor ein – fünf Minuten zu spät. „Ich liefere den ganzen Tag an verschiedene Schulen aus. Meine Tour kann ich nicht so planen, dass ich zu einer bestimmten Zeit hier bin.“ Becker muss in Zukunft mit seinem Wagen in der Schulstraße parken und von dort mit der Sackkarre die Ware ins Klusmoor schieben. „Ärgerlich, aber diese Schutzzone ist gut. In Hannover müsste man das viel öfter machen. Da ist immer die Hölle an den Schulen los.“ Um 12.30 Uhr hat Becker seine Lieferung an die Grundschule Engelbostel abgeschlossen – und eigentlich müsste er jetzt bis 15.15 Uhr hier stehen bleiben. Denn die Bannmeile besagt, dass in den jeweiligen Zeitfenstern kein Auto ins Klusmoor rein oder raus darf. „Typisch Deutsch“, sagt Becker mit einem Augenzwinkern. Und fährt.

Ortbürgermeisterin beobachtet Szenerie

Gegen 13 Uhr holte Klaus Garvens sein Enkelkind ab. „Ich finde die Errichtung der Schutzzonen gut. Als meine Kinder noch zur Schule gegangen sind, gab es kaum Autoverkehr an der Schule – das ist heutzutage ja viel zu gefährlich.“ Zu den Beobachtern der Szenerien des Tages gehörte auch Ortsbürgermeisterin Bettina Auras. „Die Bannmeile ist gut. Noch einfacher wären die Kontrollen aber, wenn man das Klusmoor komplett mit Halteverbot ausweist. Wir haben vom Ortsrat gesagt, dass wir uns das alles erstmal ein Jahr anschauen.“ Ins Gespräch kam Auras auch mit Henning Bittner, Anwohner der Straße Gosewischs Garten. Er darf nun nicht mehr über das Klusmoor fahren. Gosewischs Garten selbst ist aber zu schmal zum Wenden. „Jetzt muss ich mein Auto auf Privatgrundstücken drehen. Das kann doch auch keiner wollen.“

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