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Langenhagen Wer möchte einen Jugendtreff leiten?
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Wer möchte einen Jugendtreff leiten?
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00:16 07.11.2018
Nicht nur buchstäblich ist der Nordtrakt für das neue Jugendzentrum eine Baustelle. Auch beim Leitungspersonal fehlen der Stadt noch maßgebliche Bausteine. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)
Langenhagen

Nun liegen alle Hoffnungen auf der zweiten Runde: Die Stadt Langenhagen sucht derzeit gleich für drei Jugendtreffs je eine Leitung. Die erste Ausschreibung dieser Stellen verlief – ohne Erfolg. Das wäre eine höfliche Umschreibung. „Es hat sich darauf tatsächlich niemand beworben, der die notwendige Vorbildung besitzt“, sagt Monika Gotzes-Karrasch im Gespräch mit dieser Zeitung. Jetzt setzt die Sozialdezernentin der Stadt mit ihrem Team alle Hoffnungen auf das jüngste Wochenende. Seitdem ist die zweite Runde dieser Ausschreibung öffentlich.

Alle bisherigen Jugendtreff-Leiter hatten sich im Laufe dieses Jahres verwaltungsintern auf andere Stellen beworben – erfolgreich. Dies betrifft auch Jessica Hermann. Sie leitete bislang den Jugendtreff Engelbostel/Schulenburg, der jedoch aufgrund der Bauarbeiten an der Grundschule geschlossen werden musste. Hermann ist nun im Haus der Jugend für die Ferien-Koordination zuständig. Zu den Beweggründen ihrer Kollegen in Godshorn, Wiesenau und Kaltenweide, ihre Leitungsfunktion dort aufzugeben und sich auf andere Positionen zu bewerben, entgegnet Hermann klar und knapp: „Einfach, weil es gute Stellen sind.“

Früherer Jugendtreff-Leiter lässt neue Arbeit ruhen

Der jetzt eingetretene personelle Engpass hat Folgen: Zum einen müssen die verbliebenen pädagogischen Mitarbeiter in den Jugendtreffs die Bürozeiten beispielsweise für Elternfragen sowie die offene Sprechstunde für Jugendliche bis auf weiteres ausfallen lassen. Zum anderen aber kommen auch die bisherigen Jugendtreff-Leiter in ihren neuen Stellen nicht so recht voran. Nicholas Filip, eigentlich just auf die Stelle des Medienpädagogen gewechselt, wird seine neue Aufgabe nun solange ruhen lassen, bis die Leitungspositionen wieder besetzt sind. „Filip kümmert sich jetzt um alle organisatorischen Führungsaufgaben für die Jugendtreffs“, berichtet Hermann – und ergänzt einmal mehr klar und knapp: „Einfach, weil uns die Arbeit in den Jugendtreffs weiterhin sehr am Herzen liegt.“

Dies kann auch Bürgermeister Mirko Heuer nur bestätigen, der auf eigenen Wunsch an diesem Gespräch teilnimmt. „Wir versuchen alles, um die Qualität der Arbeit in den Jugendtreffs auch während dieser Übergangsphase hoch zu halten.“ Seinen Mitarbeitern will er auf diesem Wege ein deutliches Lob aussprechen, trifft der ungeplante Engpass doch durchaus einen Nerv bei Heuer. Der Ausbau der offenen Jugendarbeit in den Ortsteilen gehört zu seinen erklärten Zielen. So sehr, dass er bei der Besetzung der Jugendamtsleitung für den Bereich der außerschulischen Betreuung im Herbst 2017 mit Frank Labatz jenem Kandidaten den Vorzug gab, der genau dies zum gewünschten Konzept erklärt hatte. Labatz hat die Stadtverwaltung auf eigenen Wunsch zwar inzwischen verlassen. Das Ziel aber bleibt. „Es ist unser aller erklärtes Ziel, die Gemeinwesenarbeit und die Verzahnung mit den Ortschaften zu stärken“, sagt auch Hermann.

Zweite Runde nun mit mehr Stunden und neuen Aufgaben

Die Option, dies als neues Konzept mit aufzubauen, sei nun in der zweiten Ausschreibung auch ganz bewusst in den Vordergrund gerückt worden, um die Stellen attraktiver zu gestalten, ergänzt Gotzes-Karrasch. Zudem wurden die für Engelbostel nun eingesparten Betreuungsstunden auf die Leitungspositionen der verbliebenen drei Jugendtreffs aufgeschlagen. „Wir haben die Ausschreibung nun auf 29,5 Wochenstunden erhöhen können“, sagt Hermann. Überdies stelle man den Bewerbern in Aussicht, bei Bedarf die Arbeitszeiten einem etwaigen parallel verlaufenden Studium oder der Betreuung von Kindern anzupassen. Die aufgestockte Stundenzahl steht laut Gotzes-Karrasch theoretisch nur solange zur Verfügung, bis für Engelbostel/Schulenburg der geplante neue Jugendtreff gebaut worden ist. Eine genaue Zeitplanung dafür gibt es derzeit allerdings nicht. „Wenn es dann soweit ist“, sagt die Sozialdezernentin, „müssen wir prüfen, ob wir die Stellen nicht dauerhaft so belassen können.“

Mehrere Träger stehen zur Auswahl

Die Stadt Langenhagen hat derzeit noch zwei offene Baustellen: Während sie am Haus der Jugend bis Mitte kommenden Jahres den sogenannten Nordtrakt auch als neues Zuhause eines Jugendzentrums neu aufbaut, sucht die Verwaltung auch nach einer neuen Jugendamtsleitung für den Bereich der außerschulischen Betreuung. Nach dem Weggang von Frank Labatz nur wenige Monate nach der Neuschaffung dieser Stelle ist die Nachbesetzung derzeit ausgeschrieben. Bis 11. November können sich Interessenten bewerben. Dem Vernehmen nach liegen bereits einige Bewerbungen vor. Ausgeschrieben ist diese Position nun als Vollzeitstelle und beinhaltet neben der früheren alleinigen Jugendbetreuung jetzt auch den Bereich Schule, Kultur und Sport. Die Verquickung dieser Bereiche hatte Labatz zunächst noch probehalber vollzogen. Besetzt wird die neue Stelle voraussichtlich frühestens im kommenden Frühjahr.

Noch davor wird Ende dieses Jahres der Jugendhilfeausschuss bestimmen, wer das neue Jugendzentrum im Nordtrakt betreiben wird. Labatz hatte auch den Hut der Stadt dafür in den Ring geworfen. An diesem Plan wird die Stadt nun festhalten, ganz egal, wer Labatz’ Nachfolge antreten wird. Mitbewerber sind die Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA), die unlängst die Trägerschaft von Maja, der mobilen aufsuchenden Jugendarbeit in Langenhagen übernommen hatte, und der Arbeiter Samariter Bund (ASB). Der Ausschuss wird in einer nichtöffentlichen Sitzung am 16. November über die Konzepte der drei Bewerber debattieren. Weil die Stadt selbst zu den Anwärtern gehört, berät sich der Ausschuss fachlich dazu mit Volker Rohde. Rohde war viele Jahre Stadtjugendpfleger in Hannover und arbeitet heute bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für offene Kinder- und Jugendeinrichtungen. Eine öffentliche Entscheidung könnte danach frühestens in der Sitzung am 22. November fallen oder danach am 13. Dezember. „Wir brauchen eine Entscheidung“, sagt Gotzes-Karrasch durchaus in eigenem Interesse, „damit sich der neue Träger auch rechtzeitig bis zur Eröffnung Mitte 2019 auf die Suche nach Personal begeben kann.“

Von Rebekka Neander

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