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Langenhagen Stadt möchte Barrieren abbauen – wo es geht
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Stadt möchte Barrieren abbauen – wo es geht
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00:49 30.04.2018
Die Haltesstelle Sattelhof an der Godshorner Straße ist vorbildlich: Rad- und Gehweg verlaufen hinter dem Wartehaus, die Aufenthaltsfläche davor ist groß genug und taktile Elemente leiten Sehbehinderte sicher zur Haltestelle. Quelle: Gabriele Gerner
Langenhagen

 Am Sattelhof herrscht heile Welt: Die gleichnamige Bushaltestelle auf der Südseite der Godshorner Straße hat alles, was das barrierefreie Herz begehrt. Vor dem Wartehäuschen genügend Platz für Fußgänger und Rollstuhlfahrer, Rad- und Gehweg verlaufen jenseits des Häuschens und ein Boden-Leitsystem führt sehbehinderte Fahrgäste sicher vom Gehweg zum Einstiegspunkt. Genauso ist es auch im Personenbeförderungsgesetz vorgesehen, nach dessen Novelle von 2013 alle Kommunen bundesweit ihre Haltepunkte umzurüsten haben. Bis 2022 haben sie dafür Zeit. Theoretisch. Denn dass dies im wirklichen Leben nicht geht, zeigt sich in Langenhagen nur wenigen Schritte entfernt vom Paradies am Sattelhof

Haltepunkt am Rathaus kann vorerst nicht umgebaut werden

Die Bushaltestelle südlich der Konrad-Adenauer-Straße auf Höhe des Rathauses beispielsweise ist aktuell das genaue Gegenteil: Die Wartefläche vor dem Unterstand ist klein, zudem verläuft der Gehweg mittendurch. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen hat deshalb unlängst beantragt, diese Haltestelle als nächste so umzubauen, dass auch mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Fahrgäste dort sicher ein- und aussteigen können. Anette Mecke bei der Stadt für die Verkehrsplanung verantwortlich, hätte auch gar nichts dagegen. Und doch sieht sie die Chancen aktuell dafür eher gering. 

Denn der Zeitpunkt ist schlecht. „Wir wissen aktuell noch nicht genau, wie die diskutierte Erweiterung des City Centers am Ende aussehen wird“, erläuterte Mecke jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Es sei unklar, ob der Parkplatz am bisherigen Postgebäude so erhalten bleibe oder ob dort nicht vielleicht eine zusätzliche Parkdeckauffahrt entsteht. „Wenn wir aber öffentliche Zuschüsse beantragen wollen für den barrierefreien Umbau einer Haltestelle, muss diese für eine gewisse Zeit auch so bleiben.“ Ein mögliches Denkmodell für den Übergang könnte sein, einige wenige Stellplätze an der Bushaltestelle aufzugeben und den Gehweg künftig hinter dem Wartehäuschen entlang zu führen. „Damit wäre wenigstens diese Konfrontation aufgelöst.“

Nicht überall ist genügend Platz, nicht einmal für Kompromisse

An anderen Stellen fehlt aber der Platz sogar für Kompromisse. Die just eingerichtete Bushaltestelle für die neue Wasserwelt ist ein solches Beispiel. Der Kantstein ist zwar extra so hoch gebaut worden, dass ein barrierefreier Einstieg in den Bus möglich ist. Aber der bestehende Geh- und Radweg lasse in keinem Fall ausreichend Platz für die für eine Förderung vorgegebenen Abmessungen. Dass dies in einem gewissen Widerspruch steht zur ansonsten stets betonten Barrierefreiheit des neuen Schwimmbades, will Mecke gar nicht bestreiten. Eine Lösung hat sie dennoch nicht. „Die Architekten haben das Bad auf dem für sie vorgegebenen Areal geplant; die Bushaltestelle aber ist öffentlicher Raum. Das war nicht ihre Planungsvorgabe.“ Zumal die Bäume zwischen Bad und Haltepunkt von allen Beteiligten als unbedingt erhaltenswert eingestuft worden waren. Umrüsten lasse sich die Haltestelle deshalb an dieser Stelle nicht. 

Fortbildungen haben erst begonnen

Für den gerade fertig gestellten Geh- und Radweg entlang der Theodor-Heuss-Straße kam die Ausschreibung schlicht zu früh. Lediglich an der Kreuzung zum Reuterdamm wurden die taktilen Leit-Platten für Sehbehinderte eingelassen. „Wir waren damals einfach noch nicht so weit“, sagt Verkehrsplanerin Anette Mecke und meint damit nicht nur den eher langsam durch die Kommunen fortschreitenden Bewusstseinswandel zugunsten einer barrierefreien Verkehrsplanung. „Wir haben erst jetzt die ersten Fortbildungen erhalten“, berichtet Mecke. Der Einsatz dieser speziellen Bodenplatten mit Punkten und Rillen sei durchaus komplex. „Es gibt genügend Kommunen, die die Platten bereits falsch eingebaut haben.“ Ein kostspieliger und für die Betroffenen fataler Fehler. Nicht nur kostet der Quadratmeter dieser Leitsysteme mit 160 Euro mehr als das Fünffache der normalen Pflasterung. Die Betroffenen werden bei fehlerhaftem Einbau auch an den falschen Stellen auf die Fahrbahn geleitet.

Einen kompletten Umbau aller Haltestellen in der gesetzlich vorgegebenen Frist hält Mecke für ausgeschlossen. Auch, weil es an vielen Stellen aus Platzgründen gar nicht möglich ist. Die Landesverkehrsgesellschaft, die Zuschüsse für den Umbau zahlt, signalisiere Zufriedenheit, wenn es wenigstens ein flächendeckendes Netz von barrierefreien Haltestellen im jeweilen Stadtgebiet gebe. Mecke will deshalb jetzt ein Konzept erarbeiten. Dafür müssen alle Haltepunkte im Stadtgebiet erfasst und auf die Umsetzbarkeit überprüft werden. Das sieht nach viel Arbeit aus: Die Regiobus fährt insgesamt 23 Haltepunkte an, die Üstra nennt 94 Stellen, etwaige Doppelnutzungen sind dabei nicht ausgeschlossen. „Wir müssen abwägen, wo wir unbedingt handeln müssen, wo Haltestellen ohnehin in einer Straßensanierung betroffen sind und wie sich Nutzen und Kosten die Waage halten.“ Erst dann will Mecke eine weiterreichende Prioritätenliste vorlegen. 

Bereits geplant sind derzeit für dieses Jahr Haltestellen in den Kolkwiesen sowie im bald startenden Umbau der Walsroder Straße nördlich des Langenforther Platzes. „Für 2019 kommen die Haltestellen entlang der Bayern- und Schwabenstraße dran.“ Dort hatte auch die Üstra auf einen Umbau gedrungen, sagt Mecke. „Derzeit sehen die Haltestellen aus wie Parkplätze und werden deshalb immer wieder zugeparkt.“

Von Rebekka Neander

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