Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Mit Zigtausenden Fotos den Schlaglöchern auf der Spur
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Mit Zigtausenden Fotos den Schlaglöchern auf der Spur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 29.04.2018
Mit diesen eigentümlichen Fahrzeugen werden im Mai knapp 190 Kilometer Straße in Langenhagen abfotografiert. Quelle: privat
Langenhagen

 In welchem Zustand sind Langenhagens Straßen? Wo sind Reparaturen nötig? Und vor allem: Wann? Diese Fragen beschäftigen Stadtverwaltung und Politik im Grunde immerfort. Um ein möglichst genaues Zustands-Kataster aller Straßen im sogenannten bebauten Raum zu erlangen, schickt die Stadt im Mai zwei etwas eigentümliche Fahrzeuge auf die Reise: Die Berliner Firma Eagle Eye wird jeden der exakt 183 Kilometer in Langenhagener Eigentum abfahren und dabei nicht weniger als 800.000 Fotos machen. Dass dies innerhalb weniger Tage gelingen kann und noch dazu bei rund 30 bis 40 Stundenkilometern, ist dem eher ungewöhnlichen Gestell zu verdanken, welches auf den Transportern montiert ist. 

Am übergroßen Leitergestell hängen elf Kameras

Von weitem wirkt der Mercedes Sprinter wie mit einem übergroßen Leitergestell überbaut. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich insgesamt elf Kameras, die im Schnitt alle fünf Meter Bilder in alle Richtungen aufnehmen. Aus diesen kann der Computer später auf zehn Zentimeter genau etwaige Schäden der Fahrbahn klassifizieren, ihren Oberflächenbelag bestimmen und auch Schachtdeckel mit Koordinaten versehen. Das zweite Fahrzeug gleicht einem futuristischem Besenwagen und ist für stadteigene Gehwege gedacht, die nicht direkt am Fahrbahnrand entlang fahren. 

Mit diesen eigentümlichen Fahrzeugen werden im Mai knapp 190 Kilometer Straße in Langenhagen abfotografiert. Quelle: privat

Das Computerprogramm der Firma kann die erfassten Informationen mit Luftbildern kombinieren, so dass am Ende neben Unmengen von Tabellen auch interessante Stadtpläne entstehen. Jede Straße ist darin farbig markiert: Von Blau für „gerade neu gebaut“ bis Rot für vollkommen sanierungsbedürftig. Die Farben sind einem Notensystem zugeordnet von 1 für sehr gut bis 8 für mehr als mangelhaft. Für Anette Mecke, bei der Stadt für die Verkehrsplanung verantwortlich, gehen ab Zustandsklasse 6 die Warnlampen an. Ab dann sind bauliche Veränderungen dringend angeraten.

 800.000 Fotos werden per Hand bearbeitet

Von den 800.000 Fotos bekommt die Stadt laut Mecke die Hälfte überspielt, so dass es eine Aufnahme etwa alle zehn Meter geben wird. Ausgehändigt werden die insgesamt rund 500 Gigabyte Daten allerdings in bearbeiterer Form. „Das bedeutet, dass zuvor alle 800.000 Bilder von Hand auf mit aufgenommene Gesichter und Autonummernschilder hin überprüft und diese gegebenenfalls unkenntlich gemacht worden sind“, betont Mecke. Dass dies von Hand und nicht durch ein Computerprogramm zu lösen ist, zeigt für Mecke die aktuellen Grenzen der Technik auf. „Das Unternehmen hat uns gesagt, dies sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicherer und kostengünstiger.“ Gleichwohl investiert die Verwaltung in das Gesamtprojekt 100.000 Euro. 

Mit diesen eigentümlichen Fahrzeugen werden im Mai knapp 190 Kilometer Straße in Langenhagen abfotografiert. Quelle: privat

Dass die Stadt nur Bilder vom Straßenzustand alle zehn Meter erlangt, reicht laut Mecke vollkommen aus. „Wir können aus fünf bis sechs Einzelbildern einen guten und aussagekräftigen Mittelwert für den Zustand der Straße ermitteln“, um daraus die Dringlichkeit einer Sanierung abzuleiten. Erfasst werden überdies alle Straßenschilder und Bäume am Fahrbahnrand, Parkplätze und Bushaltestellen, Geh- und Radwege, hohe und tiefe Kantsteine, Rinnen, Abläufe und Straßenlaternen.  

Auch die Feld- und Wirtschaftswege kommen irgendwann dran

Die Untersuchung dieser Art soll künftig alle sechs bis acht Jahre wiederholt werden. Dazwischen werden Mitarbeiter der Stadt in gewohnter Weise selbst Kontrollfahrten übernehmen. Auch, um beispielsweise auf ungewöhnlich schnelle Verschlechterungen besser reagieren zu können. 

Mecke rechnet mit der Übermittlung aller Daten frühestens im September. Aus den Ergebnissen will die Stadt dann eine Prioritätenliste der Straßensanierungen erarbeiten. „Und wir bereiten gerade die Ausschreibung vor für eine Überprüfung der übrigen Wege in städtischem Eigentum.“ Mecke meint die übrigen nochmal rund 180 Kilometern an Feld-, Wald- und Wirtschaftswegen, die bislang noch nie in dieser Art erfasst worden sind. 

Von Rebekka Neander

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr: Der Wettbewerb in Wiesenau für schöne Balkone und Gärten geht in die nächste Runde.

28.04.2018

Der Weg auf der westlichen Seite der Theodor-Heuss-Straße gehört seit Mittwoch  wieder den Fußgängern und Radfahrern. Die Stadt Langenhagen hat in diesem Abschnitt knapp 170.000 Euro investiert.

28.04.2018

Wie geht es weiter mit dem Seniorenbeirat? Angesichts weniger Bewerber für die Wahl hat der Rat nun die Satzung geändert: temporär - und will die Mitglieder bestimmen. Doch das stößt einigen sauer auf.

28.04.2018