Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Langenhagen Politik unterstützt Glyphosat-Verbot
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Politik unterstützt Glyphosat-Verbot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 10.06.2018
Glyphosat darf auf städtischen Flächen bereits seit 2016 nicht mehr ausgebracht werden: Die Stadt schreibt dies allen Neu-Pächtern vor. Lediglich Alt-Verträge bleiben unberührt. Quelle: dpa
Langenhagen

Mehr als ein Zeichen ist es nicht. Aber auch nicht weniger: Der Rat Langenhagens hat sich mehrheitlich für ein Verbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf städtischen Flächen ausgesprochen. Pächter dieser Äcker dürfen diesen Wirkstoff nach der Ernte nicht mehr aufbringen, um unerwünschte Pflanzen zu vernichten. Neu ist das in Langenhagen nicht: Bereits seit 2017 schreibt die Stadt dieses Verbot in alle neuen oder veränderten Pachtverträge. Überdies dürfen Pächter, die Bürgermeister Mirko Heuer dem davon nichts ahnenden Rat am Montag mitteilte, auch keine genveränderten Pflanzen auf diese Flächen ausbringen. Altverträge bleiben indessen unangetastet.

89 Prozent aller städtischen Äcker bereits geschützt

Die Grünen, die diesen Antrag eingebracht hatten, zeigten sich angesichts der Informationen zwar freudig überrascht, drängten dennoch aber auf einen Beschluss. „Dann kann die Stadt von diesem Verfahren nicht mehr zurücktreten“, betonte Grünen-Ratsfrau Maren Rietschel. Von dem bereits praktizierten Verbot der Stadt Langenhagen sind 89 Prozent all ihrer landwirtschaftlichen Flächen betroffen: Rund 50 Pächter beackern derzeit nach Angaben von Stadtsprecherin Juliane Stahl insgesamt 134.000 Hektar. Für vier Verträge mit insgesamt 119.000 Hektar sind Glyphosat und genveränderte Pflanzen nicht mehr zugelassen.

Imker aus der AfD unterstützt Antrag der Grünen

Im Rat fand der Antrag ungewöhnliche Fürsprecher. „Das kommt nicht häufig vor, aber diesmal unterstütze ich die Grünen durchaus“, betonte AfD-Ratsherr Peter Gaschko. Er betreut in Kaltenweide seit Jahren mehrere Bienenstöcke und erläuterte auch im Rat einmal mehr die Gefahr, die von verschiedenen Giften auf die Bienen und ihren Lebensraum ausgehe. CDU-Ratsherr Dietmar Grundey und sein Grünen-Kollege Heinrich Kohne, beide Landwirte, versuchten indessen die Sinnlosigkeit dieses Antrages zu verdeutlichen: Zum einen, sagte Grundey, werde Glyphosat in den nächsten fünf Jahren ohnehin europaweit verboten. Zum anderen, ergänzte Kohne, werde das Herbizid nur nach der Ernte und niemals auf blühende Pflanzen ausgebracht. Letzteres sei bereits seit Jahren verboten. „Alkohol ist auch ein Gift, mit dem man vernünftig umgehen muss“, schloss Kohne mit einem Schmunzeln. „Und niemand wird in Langenhagens Kneipen den Ausschank verbieten.“

Argumente der Landwirte überzeugen Rat nicht

Diese Argumente verfingen im Rat nicht. Ein Verbot durch auf Europaebene sei nicht sicher. Die für weitere fünf Jahre ausgesprochene Zulassung werde dann nur erneut beraten. Felicitas Weck wies auf den vom Rathaus vertriebenen Honig der stadteigenen Bienen hin. „Außerdem geht es uns um den Schutz der Ackerränder mit ihren Kräutern, die beim Ausbringen von Glyphosat auch in Mitleidenschaft gezogen werden“, betonte Unabhängigen-Ratsherr Wilhelm O. Behrens.

Glyphosat ist ein Herbizid, das alle Pflanzen tötet, die nicht gentechnisch verändert sind. Es wird über das Blatt aufgenommen und wirkt direkt auf die Wurzel. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die Stadt selbst setzt seit einem Ratsbeschluss schon seit Jahren keine Unkrautvernichtungsmittel mehr ein. Einzig gegen die giftige Herkulesstaude wírd ein Herbizid ohne Glyphosat eingesetzt, wie Stahl betonte.

Von Rebekka Neander

Anstatt die Tür aufzubrechen haben Einbrecher in der Nacht zu Donnerstag ein Loch in die Stahlwand eines Möbelhauses geschnitten. Sie entkamen mit dem Bargeld aus dem Bürotresor.

07.06.2018

Trotz der kritischen Haushaltslage wollen CDU, SPD und Linke den Segelclub Passat mit gut 80.000 Euro beim Bau eines neuen Vereinsheims und einer Bootshalle unterstützen.

09.06.2018

Das hätte nach Angaben der Polizei übel enden können: Die Langenhagener Ermittler suchen nun Zeugen, die von dem Fahrer eines schwarzen Porsche gefährdet worden sind.

06.06.2018