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Langenhagen Jäger erinnern an die Leinenpflicht
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00:21 27.04.2018
Egak wie klein oder groß: Freilaufende Hunde und Katzen stören gehörig die Aufzucht von freilebenden Jungtieren. Quelle: Symbolbild
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Langenhagen

 Angesichts des Feuerwehreinsatzes in Anderten – bedingt durch den offenbar nicht angeleinten Jack Russell Terrier Freddi – erinnern die Langenhagener Jäger an die seit 1. April geltende Leinenpflicht für Hunde. Denn die Halterin muss nach der Hatz des Hundes hinter vier jungen Füchsen und des anschließendes Feststeckens in einem Kanalrohr nicht nur die fällige Gebühr für die Rettung ihres Vierbeiners bezahlen. Es könnte zudem eine Verwarnung oder Strafe von bis zu 5000 Euro wegen des Verstoßes gegen die Leinenpflicht hinzukommen. Und das kann vermieden werden.

Die Langenhagener Jäger sehen in der Einhaltung der Leinenpflicht bis zum 15. Juli aber vielmehr auch einen großen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Denn kaum wahrnehmbar liegen am Wegesrand  zu einer Wiese die Eier eines Kiebitzes, erläutert Helge Rethmeyer, Sprecher des Hegerings Langenhagen. „Eine Störung durch einen stöbernden Hund könnte zur Nestaufgabe führen“, warnt er.  

Vermeintlich völlig unscheinbar: Das Gelege des Kiebitzes am Wegrand wird von freilaufenden Hunden und Katzen durchaus gefährdet. Quelle: Hegering Langenhagen

Genau aus diesem Grund seien seit dem 1. April Hundehalter gesetzlich dazu verpflichtet, in der Brut- und Setzzeit ihre Vierbeiner an der Leine zu führen. „Mit den im Frühjahr steigenden Temperaturen beginnen Singvögel, Bodenbrüter, wie die Feldlerche und das Rebhuhn, sowie anderes Niederwild mit der Aufzucht ihrer Jungtiere“, weiß der Jäger. Besonders oft wählten die Elterntiere Feldraine und andere Busch- und Randstreifen für die Aufzucht aus. „Für den Erfolg ist eine möglichst störungsfreie Umgebung essentiell.“ Dies bestätigten Rethmeyers Angaben  zufolge auch die neusten Ergebnisse von Wildtierforschern. 

Demnach zeigten die in den Forschungsprojekten erfassten Bewegungsprofile von Fasanen und Junghasen, dass besonders Feldraine mit ihrem Reichtum an unterschiedlichsten Pflanzen und Insekten oft gewählte „Kinderstätten“ sind, berichtet der Sprecher des Hegerings Langenhagen. 

Der Kiebitz reagiert bei Störungen des Brutgeschäftes durchaus empfindlich. Quelle: dpa

Wenn nun aber freilaufende  Hunde oder Katzen, sowie auch andere Raubtiere wie Fuchs und Marder diese Ruhe störten, würde die Aufzucht des Nachwuchses von den Elterntieren vielfach aufgegeben. „Oder gar die noch wehrlosen Jungtiere verletzt beziehungsweise getötet.“ „Gerade Katzen sind oft unterschätzte Räuber“, meint Rethmeyer. So zeige eine britische Studie, „dass alleine die Anwesenheit von Katzen genügt, sodass Vögel und andere Wildtiere eine erhöhte Aufmerksamkeit dem Räuber widmen und dadurch die Versorgung der Jungtiere erheblich verschlechtert ist“. Speziell in ausgewiesenen Schutzgebieten wie FFH-Flächen oder für Amphibien, Reptilien oder Vögel gestaltete Areale könne so der Schaden an sehr selten vorkommenden Arten groß sein, mahnt der Jäger. „Ein Glöckchenhalsband sollte daher aufgrund der eigenen Verantwortung gegenüber unserer Umwelt das Mindeste sein, was ein Katzenhalter für die Wildtiere tun kann oder sollte“, appelliert er. 

Manchenorts wird derart plakativ auf Gehwegen für den Schutz von Jungtieren geworben.  Quelle: dpa

Der Hegering Langenhagen ist sich sicher, dass Katzen- und Hundehalter einen großen Anteil an dem Erfolg der Jungtieraufzucht von Wildtieren haben könnten. „Gleichwohl hätten die Jäger durchaus auch Verständnis, dass es für viele Hundebesitzer eine regelrechte Tortur ist, ihren Vierbeiner über mehrere Monate nur an der Leine führen zu müssen“, meint Rethmeyer. Das könne dann durchaus zur Folge haben, dass sich einige über den Leinenzwang hinwegsetzten. Er appelliert deshalb dafür, die von der Stadt Langenhagen ausgewiesenen Hundeauslaufflächen zu nutzen – anstatt eventuell eine Strafe bei Zuwiderhandlung zahlen zu müssen.

Von Sven Warnecke

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