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Langenhagen Gelingt Neustart für den Seniorenbeirat?
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Gelingt Neustart für den Seniorenbeirat?
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00:38 08.06.2018
In Laatzen haben von den 13. 211 Wahlberechtigten im Alter ab 60 Jahren circa 4200 ihre Stimmzettel zurückgeschickt. Die Wahlhelfer müssen alle Umschläge öffnen und die Gültigkeit überprüfen. Quelle: Daniel Junker (Archiv)
Langenhagen

Schon der Titel des Tagesordnungspunktes verrät viel über das Kommunikations-Desaster rund um die im Mai abgebrochene Neuwahl des Seniorenbeirates: Der „Satzung über die Änderung der Satzung über die befristete Änderung der Satzung des Seniorenbeirates der Stadt Langenhagen“ stimmte der Rat am Montag zwar einhellig zu. Doch ob der jetzt von allen erhoffte Neustart gelingt, hängt an vielen offenen Fragen: Soll die Amtszeit des Gremiums bei vier Jahren bleiben? Wird es in einer Urwahl, per Brief oder durch Delegierte bestimmt? Oder beruft doch der Rat die 13 Kandidaten? Fakt ist seit Montag allein: Der amtierende Seniorenbeirat bleibt bis zum 31. Oktober im Amt.

Politik wollte eigenen Vorschlag machen

Zuletzt hatten sich zwar SPD und CDU nach internen Gesprächen mit Vertretern des Seniorenbeirates und Bürgermeister Mirko Heuer auf eine Delegiertenwahl für eine zweijährige Amtszeit verständigt. „Die Politik hatte uns aber eindringlich gebeten, seitens der Verwaltung keinen konkreten Vorschlag zu machen“, ergänzte Heuer am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung. Deshalb ist in der Drucksache zum Ratsbeschluss nur ein einziger Satz zu lesen: „Die einzige Änderung der derzeit gültigen Satzung besteht darin, dass der aktuelle Seniorenbeirat bis einschließlich 31.10.2018 weiterhin im Amt bleibt.“ Heuer äußerte sich am Dienstag überrascht, dass zur Ratssitzung aus der Politik noch kein eigener Vorschlag zum weiteren Vorgehen vorgelegt worden war. „Es wäre für die Verwaltung schön, wenn wir bis zur Sommerpause wüssten, was wir bis Ende Oktober vorbereiten sollen“, betonte Heuer. Andernfalls könnte es eng werden.

„Viel Porzellan zerschlagen“ durch Abbruch der Wahl

In der Ratssitzung indessen klang es nicht nach bald verkündbaren Ideen. Im Vordergrund stand vielmehr das Eingeständnis, mit dem überraschenden Abbruch des Wahlverfahrens im Mai „viel Porzellan zerschlagen zu haben“, wie Grünen-Fraktionschef Dirk Musfeldt einräumte. Der Rat wollte anstelle einer Wahl die 13 Kandidaten lieber direkt berufen. Der amtierende Seniorenbeirat hatte daraufhin aber mitsamt aller neuen Kandidaten eine weitere Mitarbeit verweigert.

Auch Elke Zach kündigte im Rat für die SPD an, jetzt in Ruhe „vor allem mit dem Seniorenbeirat“ über die künftige Arbeit zu beraten. Ein Vorhaben, dem sich auch CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowsky anschloss. Dass all dies bis Oktober vielleicht eng werden könnte, mahnte am Montag nur die Linken-Ratsfrau Felicitas Weck an. Auch sie sprach sich für eine Verkürzung der Wahlzeit aus. „Dann springen vielleicht zwischen den Wahlterminen nicht mehr so viele Mitglieder ab.“

Fehler in der Kommunikation mit Kandidaten

Heuer räumte am Dienstag auf Nachfrage ein, der direkten Kommunikation auch mit allen neuen Kandidaten während der Debatte um einen Abbruch des Wahlverfahrens nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Erst im Nachhinein hätten sich viele Missverständnisse rund um den Verwaltungsvorschlag einer direkten Berufung aufgeklärt. „Das darf nicht noch einmal passieren.“

Kommentar: Nicht viel gelernt

Das war eine Premiere: So viel Beachtung wie in dieser Ratssitzung hat der Seniorenbeirat noch nie bekommen. Und genau hier liegt das Problem. Sowohl Rat als auch Verwaltung haben nicht begriffen, wie tief die Verletzungen des Seniorenbeirates seit vielen Monaten gehen. Sie haben die wiederholten Klagen der Mitglieder, ihre Vorschläge fänden in der „echten Politik“ ohnehin kein Gehör, abgetan als Jammerei. Wer keine Ahnung habe, wie Anträge richtig zu stellen seien, solle es lassen. Dieser allzu oft vermittelte Tenor hat sich nun gerächt. Leider droht dieser Fehler jetzt ein zweites Mal: Die Frist bis Ende Oktober reicht kaum aus, den engagierten Beirat zu versöhnen und einen vertrauenswürdigen Neustart hinzubekommen. Und der Hinweis aus der Politik am Montag, das Gremium „berate ja nur und sei kein Parlament“, sprach Bände. Schade.

Von Rebekka Neander

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