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Langenhagen Kein Plan B für die Feuerwehr?
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Kein Plan B für die Feuerwehr?
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00:21 09.09.2018
Im März 2003 brannte es bei der Feuerwehr Kaltenweide selbst. Dass das Gerätehaus seinerzeit am beengten Zellerieplatz wieder aufgebaut worden ist, gehört nach Ansicht der Feuerwehr heute zu den Ursprungsfehlern. Quelle: Dröse (Archivbild)
Langenhagen/Kaltenweide

Eine Lösung für den gesuchten neuen Standort der Feuerwehr Kaltenweide scheint ferner denn je. Während der Ortsrat Kaltenweide jetzt all seine Hoffnungen auf einen Ortstermin mit der Unteren Wasserbehörde am gewünschten Baustandort des ehemaligen NP-Marktes setzt, stößt er damit im Rathaus in Langenhagen auf komplettes Unverständnis. In der Feuerwehr selbst ist die Ratlosigkeit groß. Nach dem Treffen mit den Regionsvertretern will der Feuerschutzausschuss Mitte Oktober erneut beraten.

Aus Sicht der Stadt ist Sache erledigt

Aus Sicht der Stadtverwaltung und der Region ist die Sache erledigt: Die Wiese südlich des ehemaligen NP-Marktes an der Wagenzeller Straße darf nicht für den Feuerwehrneubau mit genutzt werden, da sie offizielle Überschwemmungsfläche für den benachbarten Mühlengraben ist. Diese Festsetzung als solche könne nicht verändert werden. Entsprechend klar leitete Boris Ehrhardt, Leiter der Ordnungsabteilung im Rathaus, am Dienstag die Sitzung des Ratsausschusses für Feuerschutz ein. „Es stimmt mich mindestens verwunderlich, dass der Ortsrat diese Drucksache am Leben erhält. Wir dürfen da nicht bauen“, dies sei doch eine glasklare Antwort. Ehrhardt bezieht sich auf den erst eine Woche zuvor vom Ortsrat formulierten Antrag, die Stadt möge alle Planungen für einen Feuerwehrneubau auf der Fläche des Supermarktes fortsetzen.

Das Gremium pocht dabei unter anderem auf einen entsprechenden Ratsbeschluss und eine wenige Wochen alte Aussage der Wasserbehörde, wonach eine Nutzung der Wiese unter Erfüllung verschiedener Kriterien denkbar sei. Diese Deutung ist nach einer vertiefenden Anfrage dieser Zeitung jedoch inzwischen von der Behördenleitung widerrufen worden. Hausintern habe es Abstimmungsbedarf gegeben, hieß es danach seitens der Behörde. Mehr als die Erläuterungen, die dieser Zeitung übersandt worden waren, hat auch die Stadt seither nicht erreicht. Zum besseren Verständnis der Situation las Ehrhardt denn auch sämtliche Fragen dieser Zeitung mit den Antworten der Region im Ausschuss vor.

Ordnungsamtsleiter irrt in der Sitzung

Für die Kaltenweider Politik ist die Diskussion aber noch lange nicht zu Ende. „Wir fühlen uns über den Löffel balbiert“, formulierte es Michael Horn am Dienstag. Horn sitzt für die Grünen im Ortsrat und gehört dem Ratsausschuss ebenso an wie sein Kaltenweider Ortsratskollege Wolfgang Langrehr (SPD). Dieser formulierte es am Dienstag nicht minder frustriert: „Ich kann mich auf keine Aussage mehr verlassen.“ Diese Einschätzung machte fatalerweise auch Ehrhardt nicht besser, der den Ausschuss wissen ließ, die Stadt könne die Wiese ohne eine Erlaubnis für Wohnbebauung gar nicht kaufen. Wirtschaftsförderer Jens Monsen hat dieses Missverständnis inzwischen auf Nachfrage aufgeklärt: Kaufen könne die Stadt in jedem Fall. Allerdings wäre dies allein für die Feuerwehr aus Sicht der Stadt vollkommen unwirtschaftlich.

Der ehemalige NP-Markt an der Ecke Kananoher/Wagenzeller Straße galt lange als ideale Lösung für einen Feuerwehr-Neubau. Quelle: Sven Warnecke

In der Erinnerung des Ortsrates, hieß es im Ausschuss wiederholt, sei es nie um eine komplette Bebauung der Wiese gegangen, sondern lediglich um die Nutzung als Park- und Übungsplatz. Entsprechend bedürfe es keineswegs um eine Erhöhung der Überschwemmungsfläche. Zur Not, so hieß es im Ortsrat, könne dies im Ständerbau erfolgen. Dieser Darstellung widersprach jedoch noch in der Ausschuss-Sitzung Langenhagens Stadtbrandmeister Arne Boy. Die Wiese sei wichtig auch für eine etwaige Erweiterung der Feuerwehr in den nächsten Jahrzehnten. Auf Nachfrage dieser Zeitung ergänzte Boy, dass es bereits bei Beginn der Debatte im vergangenen Jahr auf der Wiese immer auch um den Bedarf für Hallenfläche gegangen sei. „Wir dürfen nicht denselben Fehler machen wie vor 15 Jahren“, mahnte Boy. Damals war das Gerätehaus nach einem Brand erneut an der beengenden Zellerie wieder aufgebaut worden. Wer jetzt neu baue, müsse Zuwachs mit einplanen. Egal wo.

Gänzliche Ablehnung erfährt seitens der Politik die Idee der Stadtverwaltung, den überwiegenden Teil der insgesamt 6000 Quadratmeter großen Wiese für Wohnbebauung zu nutzen. Ginge es nach dem Willen des Ortsrates, könne die Stadt die gesamte Wiese kaufen, auch wenn sie nur ein Drittel für die Feuerwehr benötige. Aspekte der Wirtschaftlichkeit, wie von der Stadt dazu angeführt, spielten bei der Wertschätzung der Feuerwehr keine übergeordnete Rolle.

Stadt will „Dreiecksfläche“ kaufen – nicht zwingend für Feuerwehr

Während der Ortsrat jetzt alle Hoffnungen auf den für Anfang Oktober anvisierten Ortstermin mit der Wasserbehörde setzt, suchen Stadtverwaltung und Feuerwehr intern nach Alternativen. Von der einst sowohl von Stadtspitze als auch Feuerwehrkommando favorisierten Wiese an der Biogasanlage am Weiherfeld ist dabei nur noch am Rande die Rede. Denn auch die Enge am Standort Zellerie wird offenbar inzwischen nicht mehr so dringlich gesehen wie einst. Die Überfüllung des Schulstandortes war im Ortsrat überhaupt Auslöser der Umzugsdebatte. Überdies laufen erste Vorbereitungen für den Kauf der sogenannten Dreiecksfläche für ein gemeinsames Gerätehaus für Krähenwinkel und Kaltenweide am nördlichen Ende der Walsroder Straße. Dies, wie es am Donnerstag im Rathaus hieß, jedoch vorrangig als „allgemeine Vorratsfläche“ und nicht spezifisch für die Feuerwehren.

„Chaos statt Lösung“ – einen Kommentar zur Situation rund um den Feuerwehr-Neubau lesen Sie hier.

Von Rebekka Neander

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