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Langenhagen Knappe Mehrheit: Aus Realschule wird IGS
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Knappe Mehrheit: Aus Realschule wird IGS
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00:28 09.06.2018
Die Klasse 10e der Robert-Koch-Realschule hat unter Anleitung von Hannelore Minks Modelle entworfen, wie die Schüler sich eine neue Schule vorstellen. Sie wünschen sich vor allem Luft und Licht. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Was wird aus der Robert-Koch-Realschule? Geht es nach dem Rat der Stadt, wandelt sie sich ab Sommer 2019 in die dann dritte Gesamtschule Langenhagens. Mit der denkbar knappsten Mehrheit von 18 Ja-Stimmen von SPD, Grünen, Linke und BBL gegen 17 Nein-Stimmen von CDU, AfD und Einzel-Ratsherrn sowie einer Enthaltung durch Bürgermeister Mirko Heuer läuft es jetzt auf eine Halbtagsschule hinaus mit einem offenen Ganztagsbereich. Damit hebt sich diese Gesamtschule von den Ganztags-Varianten an der Konrad-Adenauer- und der Angerstraße ab.

Was wollen die Eltern der Realschüler?

Beendet wird die Diskussion um die zuletzt von den primären Elternwünschen stark vernachlässigte Realschule damit jedoch kaum. Denn hinter der Kulissen offenbart sich in der Schule eine ähnlich kontroverse Auseinandersetzung, wie sie seit Monaten im Rat geführt wird. Denn an der Darstellung der Schulleitung, innerhalb der Robert-Koch-Realschule werde die Umwandlung klar favorisiert, melden einige Elternvertreter immer wieder Zweifel an. So ergriff zu Beginn der Ratssitzung für den Schulelternrat Michaela Pahlke das Wort, um einen Verbleib der Schulform als „Wunsch der Eltern“ zu unterstreichen. Sie ergänzte diese Darstellung um einen neuen Vorwurf: Der Schulvorstand der RKS, der am 8. März sich eindeutig für eine Umwandlung ausgesprochen hatte, sei gar nicht rechtmäßig im Amt. „Wir prüfen das gerade“, kündigte Pahlke in der Einwohnerfragestunde an.

RKS-Rektor: Alle Gremien stimmten für Umwandlung

RKS-Rektor Thomas Kelber weist diese Darstellung inzwischen vehement zurück. Mehr noch: „Der Schulelternrat hat am 6. März über eine Umwandlung abgestimmt“, sagte Kelber am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung. „15 Elternvertreter haben für eine IGS gestimmt, 5 für eine Oberschule mit Gymnasialzweig, fünf Personen haben sich enthalten.“ Der Schulvorstand, der laut Kelber vollkommen rechtskonform gewählt worden ist, habe nur zwei Tage später darüber votiert. Fünf haben für eine IGS und drei für eine Oberschule gestimmt, drei haben sich enthalten. Das Kollegium habe am 21. Februar ebenfalls abgestimmt. „8 Lehrkräfte wollen eine IGS, ebenfalls 8 eine Oberschule, 9 haben sich enthalten.“ Dass damit nur etwa die Hälfte des Kollegiums überhaupt abgestimmt habe, erklärte Kelber am Dienstag mit der tiefen Frustration der Mitarbeiter vor allem seit der gescheiterten Umwandlung im vergangenen Sommer. Seinerzeit hatte es im Rat weder für die von der SPD favorisierte IGS noch für die von der CDU ins Spiel gebrachte Oberschule eine Mehrheit gegeben. Der Antrag an die Landesschulbehörde konnte deshalb nicht mehr fristgerecht vor Ende Oktober eingebracht werden. „Unser Kollegium wünscht sich für die Zukunft eindringlich, von der Politik mehr wertgeschätzt zu werden.“ Dass Kelber selbst von der Zeitung von der anstehenden Ratsentscheidung erfahren hat, mache die Sache nicht besser. „Mich hat niemand über die Entscheidung vorher informiert. Sonst wäre ich natürlich gekommen.“

IGS-Gegner beklagen Wegfall der Wahlmöglichkeit

Den Rat beeindruckte Pahlkes Einlassungen nicht. Wolfgang Kuschel übermittelte für die SPD in seinem Plädoyer für eine dritte IGS das März-Votum des Schulvorstandes. Dieser habe Kuschel den Wunsch übermittelt, die RKS „nach Möglichkeit in eine Halbtags-IGS mit einem offenen Ganztagsbereich“ umzuwandeln. Diese Änderung lies Kuschel umgehend in den SPD-Antrag zur RKS-Zukunft einarbeiten. Gegen eine Umwandlung in eine IGS wandte sich vor allem der WAL-Ratsherr Andreas Eilers. Er bemängelt den Wegfall der Wahlmöglichkeit der Eltern, sollte es in Langenhagen nur noch Gesamtschulen und ein Gymnasium geben. Auch CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowsky äußerte starke Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Entscheidung. „Selbst die Leitungen der übrigen Gesamtschulen sehen eine dritte Schule dieser Art mit Sorge“, betonte Grabowsky. Die Realschule habe nur deshalb so geringen Zulauf, weil sie in der Öffentlichkeit schlecht geredet werde. Kuschel betonte bezüglich des Elternwillens, dass die aktuellen Realschüler von einer Umwandlung ohnehin nicht mehr betroffen sein werden.

Anmeldezahlen der Realschule reichen nur für zwei Klassen

Wie dringlich eine Umwandlung aus seiner Sicht sei, unterstrich Kelber am Dienstag mit den aktuellen Zahlen: „Bei dem für Langenhagen erstmals eingeführten zentralen Anmeldetag kamen nur 30 Eltern direkt zu uns.“ Viel spannender aber, so Kelber, sei der zweite Anmeldetag gewesen. „Etwa 70 Schüler konnten auf der zunächst gewählten IGS in der Kernstadt nicht aufgenommen werden. Von diesen sind aber nur 12 danach zu uns gekommen, der Rest ist jetzt an der IGS Süd, die im kommenden Sommer fünfzügig wird.“ Die Realschule werde mit nur noch zwei Parallelklassen starten.

Von Rebekka Neander

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