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Langenhagen Feuerwehr: Region stoppt Pläne am NP-Markt
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Feuerwehr: Region stoppt Pläne am NP-Markt
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00:19 27.08.2018
Klar ist derzeit nur: Auf dem Zellerieplatz ist es für Feuerwehr, Schule, Schützen und Kindergarten zu eng. Quelle: Neander (Archivbild)
Kaltenweide

Die Ortsfeuerwehr Kaltenweide kann nicht auf dem Gelände des alten NP-Marktes gebaut werden. Wie die Region Hannover jetzt überraschend klar stellte, genügt die als Überschwemmungsgebiet festgesetzte Wiese südlich des Supermarkt-Areals nicht jenen Anforderungen, die für eine außerordentliche Baugenehmigung nötig gewesen wären. Damit erübrigt sich auch eine jüngst von der Verwaltung vorgelegte Drucksache (2018/292), über die der Ortsrat am Dienstag hätte beraten sollen. In ihr geht es um die Frage, ob die Stadt eine womöglich sechsstellige Summe für Gutachten aufwenden soll, um einen Bau auf der Wiese zu prüfen. Ob über den Feuerwehrneubau in öffentlicher Sitzung überhaupt beraten wird, ist derzeit offen. Ein Neubau allein auf der Markt-Fläche scheidet für die Feuerwehr aus.

Noch vor wenigen Wochen hatte eine erste Bauvoranfrage der Stadt andere Erwartungen geweckt: „Wegen der Lage des geplanten Übungshofes im gesetzlichen Überschwemmungsgebiet des Mühlengrabens ist eine wasserrechtliche Genehmigung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) erforderlich“, hieß es in einer Stellungnahme der Region auf Nachfrage dieser Zeitung. „Bauliche Anlagen können jedoch von der Genehmigungspflicht freigestellt werden, wenn keine nennenswerte Beeinflussung der Hochwasserströmung erfolgt.“ Insbesondere dürfe die Geländeoberfläche durch die Baumaßnahmen nicht erhöht werden. „Dies ist durch den Bauherren nachzuweisen. Benötigt wird eine konkretere Bauplanung mit Angabe der vorhandenen Geländehöhen sowie der Bauhöhe des Übungsplatzes und ggf. anderer baulicher Anlagen.“ Eine entsprechende Aussage hatte auch die Stadt erhalten.

Wasserbehörde korrigiert eigene Aussage

Doch diese ist inzwischen überholt. Wie Regionssprecher Klaus Abelmann jetzt auf Nachfrage klarstellte, stehe nach einer erneuten Rücksprache in der Wasserbehörde nun fest, dass die Wiese südlich des ehemaligen Supermarktes in keinem Fall bebaut werden könne. Überdies könne ein als Überschwemmungsfläche festgesetztes Areal nicht aus dieser Widmung herausgenommen werden. Dies sei im Wasserhaushaltsgesetz so festgelegt. Damit erübrigt sich die in der Drucksache der Verwaltung aufgeworfene Frage, ob und gegebenenfalls wie viel Geld die Stadt für etwaige Gutachten rund um die Wiese ausgeben soll. Die neue Nachricht hatte die Region der Stadt zunächst mündlich überbracht, inzwischen liegt dem Rathaus dem Vernehmen nach auch die schriftliche Begründung vor. Auch die Mitglieder des Verwaltungsausschusses wüssten inzwischen Bescheid.

Mit der Absage der Wasserbehörde endet jedoch auch ein weiterer Plan der Stadt: Von dem 6000 Quadratmeter umfassenden Grundstück wären nur 2000 unter anderem für den Übungshof der Feuerwehr belegt worden. Auf dem restlichen Grund wollte die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) Wohnbebauung vermarkten. Entsprechende Vorverhandlungen mit dem Eigentümer waren bereits soweit gediehen, dass Mitte 2019 ein Kauf möglich gewesen wäre. Der ursprüngliche Plan der Feuerwehr, ihr neues Gerätehaus einzig auf der Supermarkt-Fläche zu bauen, wurde angesichts veränderter Bauvorschriften und DIN-Anforderungen verworfen.

Neubau nördlich des Weiherfeldes nun im Fokus?

Anlass für die Umzugspläne der Feuerwehr ist die seit Jahren von Eltern kritisierte Überbelegung des Schul- und Kita-Standortes am Zellerieplatz. Anstelle des alten Feuerwehrhauses könnte ein neuer Hort entstehen. So die Grobplanung der Politik. Zur Verfügung steht der Stadt für einen Neubau des Gerätehauses aktuell theoretisch ein Areal zwischen Kreisel und Biogasanlage nördlich des Weiherfeldes. Das Grundstück ist Eigentum der Stadt. Allerdings existiert dafür noch kein Bebauungsplan. Ökologische Voruntersuchungen hat es dort ebenfalls noch nicht gegeben.

Die Vermessungspunkte waren auf der sogenannten Dreiecksfläche am Nordende der Walsroder Straße bereits gesetzt. Doch keiner der bisherigen Baupläne konnte bisher dort verwirklicht werden. Quelle: Sven Warnecke

Eine Bauleitplanung gibt es derzeit bereits für die sogenannte Dreiecksfläche am nördlichen Ende der Walsroder Straße/Ecke Wagenzeller Straße. Diese Gewerbefläche müsste die Stadt allerdings erst kaufen. Günstig zu haben wäre sie dem Vernehmen nach nicht. Wiederholt wechselte sie in den vergangenen Jahren den Eigentümer, bereits entworfene Pläne für eine Bebauung wurden nie verwirklicht. Bei der Feuerwehr Kaltenweide stieße diese Lösung ohnehin nicht auf Gegenliebe: Ein Bau auf der Dreiecksfläche wird dort bislang vehement abgelehnt. Denn verbunden wäre damit eine zumindest räumliche Zusammenlegung mit der Feuerwehr in Krähenwinkel.

Information: Der Ortsrat Kaltenweide tagt am Dienstag, 28. August, von 19 Uhr an im Zelleriehaus. Der Verkehrs- und Feuerschutzausschuss kommt am Dienstag, 4. September, um 17.45 Uhr im Ratssaal zusammen. Zu Beginn und am Ende beider Sitzungen können Ortsansässige Frage an Politik und Verwaltung stellen.

Von Rebekka Neander

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