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Langenhagen Gemeinsames Gerätehaus für Feuerwehren?
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Gemeinsames Gerätehaus für Feuerwehren?
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00:17 03.11.2018
Das Gerätehaus Krähenwinkel ist, wie im Spiegelbild zu erkennen, dicht eingebettet in die Bebauung der Krähenwinkler Mitte am Moorhofe. Quelle: Rebekka Neander
Kaltenweide/Krähenwinkel

Mit einer Mehrheit von vier Stimmen hat sich die Kaltenweider Ortsfeuerwehr für einen Umzug auf die sogenannte Dreiecksfläche am Nordende der Walsroder Straße entschieden – obwohl dies den Bau eines gemeinsamen Gerätehauses mit den Kameraden aus Krähenwinkel sehr nahe legen würde. Kaltenweide versucht damit über Jahre laufende Diskussionen zu beenden, wohin die Ortsfeuerwehr vom überfüllten Schulstandort Zellerie ausweichen könnte. Bislang hatte vor allem Kaltenweide einen gemeinsamen Standort mit Krähenwinkel kategorisch abgelehnt.

Krähenwinkel zieht nicht so schnell mit

Der Krähenwinkler Ortsbrandmeister Kai Jüttner will es seinem Amtskollegen in Kaltenweide nun jedoch nicht gleichtun mit der Befragung der Mitglieder, jedenfalls nicht so schnell. „Bevor ich mich vor meine Mitglieder stelle, muss ich wissen, was ich denen verkaufen soll“, sagte Jüttner jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung. Von der Stadt verlange er erst belastbare Zusagen, was auf die fragliche Fläche zwischen Wagenzeller und Walsroder Straße wirklich passe. Vor allem aber: Was davon die Politik auch wirklich bezahlen wolle. Denn ausziehen aus der Mitte Krähenwinkels müsse die Feuerwehr nicht. Der Bedarfsplan spricht Krähenwinkel als einzigen Standort in Langenhagen von jeglichen Platz- oder Sanierungsproblen frei. „Ich muss hier nicht weg“, sagte Jüttner, „und wenn, dann nur, wenn wir uns dabei verbessern.“

Mit dieser Nachricht löst Jüttner im Rathaus sowie im Stadtkommando dem Vernehmen nach Verwunderung aus. Bislang waren die Beteiligten in der Diskussion um einen neuen Feuerwehrstandort für Kaltenweide von einem grundsätzlichen Interesse Krähenwinkels ausgegangen, gegebenenfalls mit auf die Dreiecksfläche an der unmittelbaren Grenze der beiden Ortschaften zu ziehen. Vor allem im Hinblick auf die Logistik der Einsatzbereiche. Jüttner selbst habe in internen Gesprächen diesen Eindruck vermittelt, heißt es. „Ein Umzug Kaltenweides auf die Dreiecksfläche hat nur einen Sinn, wenn dort ein gemeinsames Gerätehaus auch für Krähenwinkel entsteht“, hatte Jüttner in einem früheren Gespräch auch dieser Zeitung gesagt. Bliebe Krähenwinkel am bisherigen Standort, verkleinerte sich der Einsatzbereich der Ortsfeuerwehr drastisch. „Von der Dreiecksfläche würde der gesamte Bereich bis zur Höhe des Netto-Marktes an der Walsroder Straße schneller zu erreichen sein“, sagte Jüttner seinerzeit. Zöge Kaltenweide allein dorthin, fiele dieser Bereich künftig in deren Verantwortung.

Eine Einschätzung, die auch Stadtbrandmeister Arne Boy jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte. Auch aus Sicht des Stadtkommandos der Feuerwehr Langenhagen hätte nur ein Umzug beider Ortsfeuerwehren auf die nun in Rede stehende Fläche einen Sinn. „Andernfalls müssen wir die Einsatzbereiche gänzlich neu definieren“, betonte Boy. Keinesfalls aber könne eine Ortsfeuerwehr zu einem Umzug gezwungen werden. „Voraussetzung ist stets, dass die Mitglieder dieser Entscheidung zustimmen.“

Jüttner will sich zunächst mit dem Kommando der Ortsfeuerwehr über den weiteren Fahrplan beraten. Eine Sitzung sei für den Abend des Reformationstages am Mittwoch geplant. „Wann ich zu einer Mitgliederversammlung einlade, wird sich dann zeigen“, sagte Jüttner jetzt dieser Zeitung. „Gut möglich, dass dies erst im kommenden Jahr ist.“ Die aktuell vorhandene Faktenlage reiche ihm für eine solche Einladung nicht aus.

Ortsrat Kaltenweide nimmt Abstand vom NP-Markt

Sein Amtskollege Uwe Glaser hatte das für Kaltenweide offenkundig anders bewertet. Ihm reichte eine Botschaft des Ortsrates Kaltenweide: Dieser sei nach einem Ortsbesuch mit Vertretern der Region Mitte September auf dem bislang favorisierten Standort rund um den ehemaligen NP-Markt an der Wagenzeller Straße von dieser Fläche nach langer Diskussion nun doch abgerückt. Die Mitarbeiter der Wasserbehörde hatten bei diesem Termin einmal mehr klargestellt, dass auf der als Überschwemmungsfläche ausgewiesenen Wiese neben dem Supermarkt nicht gebaut werden darf. Glaser hatte daraufhin die Mitglieder seiner Ortsfeuerwehr schriftlich zunächst für einen Informationsabend sowie zwei Tage später für eine Mitgliederversammlung eingeladen. „Damit hatten alle zwei Tage Zeit, sich über alle uns bekannten Details zu möglichen neuen Standorten im Klaren zu werden“, sagte Glaser jetzt auf Nachfrage.

Bei der Mitgliederversammlung am 19. Oktober erschienen 30 von 56 stimmberechtigten Aktiven. „17 stimmten für die Dreiecksfläche, 13 für einen Umzug auf die Wiese an der Biogasanlage.“ Um keinen offenen Streit innerhalb seiner Ortsgruppe um den Standort zu provozieren, hatte Glaser über den Umzug in geheimer Wahl abstimmen lassen. In einem Punkt teilt Glaser die Bedenken Jüttners: „Die aktuelle Haushaltsdebatte im Rat macht uns natürlich schon Sorgen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Politik klar ist, dass ein Umzug dieser beiden Ortsfeuerwehren deutlich teurer würde als beispielsweise der Neubau für Engelbostel und Schulenburg.“

Stadt kauft Grundstück „auf Vorrat“

Offiziell, so heißt es in der Beschlussdrucksache, will die Stadt die sogenannte Dreiecksfläche am Nordende der Walsroder Straße zur „Bevorratung“ kaufen. Eine konkrete Zuordnung für Feuerwehrbelange, die intern die maßgebliche Rolle bei der Kaufabsicht gespielt hatte, ist im Zuge der politischen Beratungen öffentlich nie erfolgt. Auch, um den Ortsfeuerwehren nicht vorzugreifen. Der Finanzausschuss hat den Kauf nun einstimmig empfohlen, am Montag, 5. November, stimmt der Rat endgültig darüber ab. Parallel dazu wird ein Vorvertrag mit dem Eigentümer vorbereitet. Der Kaufpreis liegt dem Vernehmen nach im niedrigen siebenstelligen Bereich. Um beide Ortsfeuerwehren auf der Fläche unterzubringen, müsste der geltende, für eine Gewerbenutzung ausgelegte Bebauungsplan verändert werden: Die aktuell dort ebenfalls markierte „Ausgleichsfläche“ für die Bebauung würde an anderer Stelle auf stadteigenem Gebiet ausgewiesen. Dies gilt im Rathaus jedoch als Formsache.

Der Raum- und Flächenbedarf für ein gemeinsames Gerätehaus, so Stadtbrandmeister Arne Boy, liegt im Detail noch nicht vor. „Wir können aber grob geschätzt davon ausgehen, dass wir das bereits überplante Gerätehaus für Kaltenweide nicht ganz verdoppeln müssten. Zur geplanten Grundfläche Kaltenweides von rund 4300 Quadratmetern müssten wir rund ein Drittel dazu geben.“ In Rede stünde dann ein gutes Dutzend Fahrzeughallen. Der Rat der Stadt hatte im Februar 2018 das allein für Kaltenweide vom Planungsbüro K-Plan erarbeitete Raumprogramm aus dem Juni 2017 mit einem Kostendeckel von 3,8 Millionen Euro beschlossen. Baudezernent Carsten Hettwer wagt auf Nachfrage derzeit keine Prognose, ob diese Baupreise jetzt noch zu halten sind. Die Größe des Grundstückes jedoch reiche für den Bau eines gemeinsamen Gerätehauses in jedem Fall aus.

Von Rebekka Neander

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