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Langenhagen Todesschuss in Werkstatt bleibt rätselhaft
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Todesschuss in Werkstatt bleibt rätselhaft
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00:23 19.01.2015
Von Sven Warnecke
Nach dem tödlichen Schuss am Donnerstag hat die Polizei am Freitag die Spurensuche in der Langenhagener Werkstatt fortgesetzt. Quelle: Sven Warnecke
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Langenhagen

„Ich bin noch immer geschockt und habe so etwas noch nie gesehen, das war wie in einem Film“, sagte am Freitag ein 33 Jahre alter Langenhagener, der unmittelbar Zeuge des Tötungsdelikts in der Autowerkstatt am Gieseckenkamp im Gewerbegebiet Brink geworden ist. Kurze Zeit habe er auch Angst um sein Leben gehabt. „Ich habe eine Familie. Man weiß ja nie, ob ein Täter Amok läuft“, berichtete der Augenzeuge weiter sichtlich geschockt.

Bei der Wiesenauerin Christa Leske kamen angesichts des Polizeiaufgebots am Donnerstag Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse vor 30 Jahren hoch. Im Jahr 1985 hatte ein Räuber bei einem Überfall auf den damaligen Allkauf-Mark zunächst einen Geldboten und dann einen Polizisten erschossen. „Ich habe sofort alle Verwandten und Bekannten angerufen und ihnen empfohlen, heute nicht einkaufen zu gehen“, berichtete Leske. Am Freitag ist sie indes wieder beruhigt in den heutigen Famila-Markt gegangen, in den sich der mutmaßliche Todesschütze zunächst geflüchtet hatte und dort auch von der Polizei überwältigt wurde.

So wie Leske haben es offenbar viele Langenhagener gehalten. Nach dem Schock am Donnerstag gingen die Kunden am Freitag im Famila-Markt wieder ein und aus, als ob nichts geschehen ist. „Die Atmosphäre war wie immer nett und entspannt“, berichtete Stefan Dammann nach seinem Einkauf. Die Mitarbeiter seien professionell mit dem Geschehen umgegangen, konstatierte er.

Im Markt sei auch nicht viel passiert, sagte Famila-Sprecherin Bärbel Hammer auf Anfrage. Keiner der Mitarbeiter oder Kunden sei bedroht worden. Gleichwohl hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen den Bereich des Getränkemarktes geräumt, in dem sich der Schütze aufgehalten hatte. Nach dem Zugriff der Beamten habe die Marktleitung einige Mitarbeiter wegen des Schrecks aber nach Hause geschickt, berichtete Hammer weiter. Es werde nun genau beobachtet, ob sie in der Folge psychologische Hilfe nötig hätten, betonte die Famila-Sprecherin.

Nach Auskunft von Polizeisprecher Thorsten Schiewe war am Freitag noch einmal die Spurensicherung am Tatort. Seinen Angaben zufolge liegen die Hintergründe noch völlig im Dunklen. Klar ist indes, dass sich das 40-jährige Opfer und der drei Jahre ältere Täter kannten. Sie waren aber nicht Mitarbeiter, sondern lediglich Aushilfen in der Werkstatt, betonte Schiewe.

Rückblick: Autodieb verletzt Polizistin

Der Betrieb an der Straße Gieseckenkamp war bereits am 7. Oktober 2012 Schauplatz eines Polizeieinsatzes. Seinerzeit hatte die Polizei einen Autodieb auf das Gelände der Werkstatt verfolgt. Bei der Flucht verletzte der Unbekannte eine damals 29-jährige Polizistin. Da an dem Sonntag zu später Stunde noch vier Männer – drei von ihnen polizeilich bekannt – arbeiteten, wurden sie vernommen. Allerdings konnten die Ermittler ihnen keine Beteiligung an dem Autodiebstahl nachweisen.

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