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Langenhagen Neue Sporthalle darf 10 Millionen Euro kosten
Aus der Region Region Hannover Langenhagen Neue Sporthalle darf 10 Millionen Euro kosten
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00:17 27.04.2018
Eine Aufforderung zur Entscheidung im Langenhagener Rat:IGS-Schüler wünschen sich von Herzen eine neue Sporthalle. Quelle: Sven Warnecke
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Langenhagen

 Bereits im vergangenen Jahr hatte die Langenhagener Kommunalpolitik beschlossen, eine neue Veranstaltungssporthalle zu bauen. Als Ersatz für die abgängige Peko-Halle sowie die nicht minder marode Schulsporthalle an der Konrad-Adenauer-Straße. Doch nun ging es um die Ausstattung, welche Variante soll denn künftig den Schülern zur Verfügung stehen? Und die speziell von der Schule formulierten Wünsche waren nicht ohne.

Wie nötig eine neue Sporthalle auf dem Gelände des Langenhagener Schulzentrums indes ist, machten am Montagabend vor der Ratssitzung Schüler der IGS mit einer vor dem Ratssaal eigens anberaumten sportlichen Performance deutlich. Auch an handgemalten Plakaten sollte es nicht fehlen, um möglichst viele Politiker vor ihrem Beschluss –na ja – vielleicht ein wenig beeinflussen zu können. So zumindestens der Wunsch von Schülern und Lehrern. 

IGS-Schüler wünschen sich von Herzen eine neue Sporthalle. Quelle: Sven Warnecke

Schüler bitten Politiker aus tiefsten Herzen

Schülervertreterin Birte Dreßler machte in der Bürgersprechstunde in der Ratssitzung noch einmal deutlich: „Wir bitten Sie aus dem tiefsten Herzen darum, für die Veranstaltungssporthalle einen Beschluss zu fassen.“ „Denn wir brauchen sie dringend.“ Da konnte die Schülervertreterin aber auch noch nicht wissen, was in der dem Rat vorausgegangenen Sitzung des Verwaltungsausschusses in Sachen Veranstaltungssporthalle am Montag bereits beschlossen worden war. Es wird die Variante 2 – allerdings um einige, aber entscheidende Punkten ergänzt. Und zwar aufwertend. Das wird sich die Stadt nun stolze zehn Millionen Euro kosten lassen – mehr aber auch nicht. Denn diese Summe ist von der Kommunalpolitik gedeckelt worden.

Lichte Bauhöhe dient auch der Sicherheit

Allerdings erhält die neue Sportstätte nunmehr eine Höhe von acht statt der zuvor geplanten sieben Meter. „Es geht um die Sicherheit“, meinte Bernhard Döhner (CDU) auch angesichts der dort übenden Trampolinspringer. Denn wenn diese Deckenberührung hätten, sei das durchaus mit gravierenden Folgen für die Gesundheit verbunden, beschrieb das der ehemalige Sportlehrer durchaus anschaulich. Zudem erhält die Halle einen entsprechenden Geräteraum. Denn die zuvor an der neuen Wasserwelt gemachten Fehler sollen nicht wiederholt werden, ergänzte SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr. Dort müssten nämlich die Sportgeräte – für alle Vorbeifahrenden sichtbar – in Drahtgitterkörben wenig dekorativ am Beckenrand aufbewahrt werden.

Die gesamten Mehrkosten in der nun aufgewerteten Variante 2 belaufen sich Langrehrs Angaben zufolge auf zusammen knapp 1,4 Millionen Euro. „Inklusive ausreichender Stellplätze“, meinte der Sozialdemokrat. Er hofft angesichts der jahrelangen Verzögerungen nicht nur auf einen baldigen Eröffnungstermin -spätestens im Jahr 2020 -, sondern dann auch auf ein neues Verkehrskonzept für die Konrad-Adenauer-Straße.

Und auch das dürfte die Schüler besonders freuen: Es wird eine Kletterwand für den abgängigen Kletterturm auf dem Areal sowie auf der Ostseite der neuen Halle einen Hartplatz geben. Zudem werden die geforderten Sonderräume für Polizei und Feuerwehr sowie Sanitärräume für mobilitätseingeschränkte Menschen gebaut. 

BBL warnt vor Rezession

„Schön, was wir uns in Langenhagen alles leisten können“, kommentierte Domenic Veltrup ein wenig lakonisch die im Verwaltungsausschuss und später vom Rat bestätigte Entscheidung. Gleichwohl warnte der BBL-Vertreter, der dem Vorschlag durchaus aus Überzeugung folgte, vor einer von Wirtschaftsfachleuten prognostizierten Rezession in den nächsten Jahren. Denn so habe er „Bauchschmerzen“. Schließlich stünden die Bauten an der IGS wie auch an der Robert-Koch-Realschule als letzte auf der kommunalen Agenda. Er befürchte, dass sich eine verändernde Einkommenssituation der Stadt dann durchaus auch auf das Bauverhalten auswirken könne.

Grüne kritisieren Eile und Informationspolitik

Mit Maren Rietschel und Dirk Musfeldt fuhren gleich zwei Grüne schweres Geschütz gegen die Stadtverwaltung auf. Man werde von den Vorschlägen zum Bau der Veranstaltungssporthalle überrannt, lautete etwa die Kritik angesichts des Tempos der Bauabteilung. „Wir bauen zu teuer und zu groß“, monierte in der Folge dann Rietschel, auch wenn sie nach eigenen Angaben grundsätzlich für die neue Veranstaltungssporthalle sei. Gleichwohl wisse sie auch, dass man sich mit Sparvorschlägen „keine Freunde macht“. Musfeldt fand die Eile und Informationspolitik der Stadt durchaus bedenklich. Der Rat werde in dieser Angelegenheit gedrängt, befand der Grünen-Fraktionschef angesichts der Beratungsfolge, ohne dass die Politik dann noch groß Einfluss nehmen könnte.

Entscheidung gilt für die nächsten 50 Jahre

„Das kann ich alles so nicht stehen lassen, was an Kritik geäußert wurde“, antwortete Stadtbaurat Carsten Hettwer ob der Anwürfe. Seinen Angaben zufolge müsse die Verwaltung zwischen den Wünschen der Schulen und denen der Ratspolitik vermitteln. Und das tue sie durchaus. „Wir versuchen, vertretbare Lösungen zu finden, um den Ratsbeschluss umzusetzen“, warb er. Genau aus diesem Grund habe sich die Rathausspitze angesichts des inzwischen aufgebauten Vertrauens auch wieder an die Firma Constrata als Projektentwickler gewandt. „Wir treffen Entscheidungen, die die nächsten 40 oder 50 Jahre Bestand haben sollen“, betonte Hettwer vor der Abstimmung im letztlich beschließenden Rat. Und noch weiter: Sechs Wochen weitere Verzögerung zögen eine sechs Monate längere Bauphase nach sich, warnte er vor einem weiteren Zeitverlust und weiter steigenden Kosten angesichts der Entwicklung im Bausektor. 

Mit letztlich fünf Nein-Stimmen, votierte der Langenhagener Rat nun für die aufgepeppte Variante 2 mit gedeckelten zehn Millionen Euro Baukosten. Und das Projekt dürfe gerne 20 Prozent weniger kosten, wünschte sich SPD-Vertreter Langrehr. Ob das allerdings angesichts der stetig steigenden Baupreise realistisch ist, bleibt abzuwarten. 

Von Sven Warnecke

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