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Lehrte 62-jähriger fährt mit 52 Joints zu Zytanien-Festival 
Aus der Region Region Hannover Lehrte 62-jähriger fährt mit 52 Joints zu Zytanien-Festival 
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00:54 23.04.2018
Das Amtsgericht hat den Fall vertagt, weil erst ein Gutachten zum Wirkstoffgehalt erstellt werden soll. Quelle: Kühn (Archiv)
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Lehrte

 Beim jährlichen Zytanien-Festival in Immensen sind viele Besucher erfinderisch, um ihre Drogen auf das Gelände zu schmuggeln. Bei einem 62-jährigen Lehrter ging das am 25. August vergangenen Jahres schief: Als Taxifahrgast fühlte er sich vor Kontrollen sicher – dennoch wurde er von Polizeibeamten mit sieben Gramm Marihuana sowie 52 vorgedrehten Joints mit nochmals 33 Gramm Gras erwischt. Das Verfahren wegen Handels mit Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht Lehrte ist dennoch erst einmal vertagt worden. Weil der Angeklagte behauptete, dass in den „Zigaretten“ kaum Marihuana war, will Amtsgerichtsdirektor Robert Glaß nun ein Wirkstoffgutachten einholen.

Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben von Hartz IV lebt, erinnert ein wenig an den Vater von Tatort-Kommissar Frank Thiel: Ein Althippie mit Bart, dünnem, ergrauten Pferdeschwanz, Schnürstiefeln und einem Lederbeutel um den Hals. In den „Zigaretten“ sei nur „ein Minimum an Gras“ mit jeweils etwa 0,1 Gramm gewesen, daneben hauptsächlich Salbei und Huflattig aus der Apotheke. Dann brauche man weniger Tabak, und das sei gut für den Hals, plauderte der 62-Jährige aus seiner Erfahrung. Das Drehen habe einen halben Tag gedauert. Die Joints habe er über das dreitägige Festival selbst rauchen wollen, denn einmal im Jahr wolle er sich bei Zytanien „mal was gönnen“. Handel habe er aber mitnichten treiben wollen: „Wenn ich sowas verkaufen würde, würden die Leute mich erschlagen.“ Er räumte vor Gericht ein, dass er bereits seit seinem 23. Lebensjahr kiffe, also seit beinahe 40 Jahren.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Hildesheim sah das anders. Die vorgedrehten Joints und das in mehreren Beuteln verpackte Gras seien sehr wohl zum Verkauf gedacht. Auf den Beuteln habe jeweils eine „20“ geprangt, offensichtlich der Verkaufswert, betonte Annika Engel. Dem widersprach der Angeklagte. Die Zahl habe bereits auf den Beuteln gestanden, als er das Marihuana in den Herrenhäuser Gärten gekauft habe. 

Nun steht die Frage im Raum, ob die Drogen tatsächlich zum Eigenverbrauch oder für den Verkauf bestimmt waren. Der 62-Jährige ist in seinem Leben bislang nicht auffällig geworden, es gibt keinen Eintrag im Bundeszentralregister – was auch sein Anwalt betonte und zudem darauf hinwies, dass in den Joints nur „ein Bruchteil“ Marihuana enthalten gewesen sei. Das ist jetzt eine entscheidende Frage: Wieviel Wirkstoff ist in den sichergestellten Joints nun wirklich enthalten? Richter Glaß ordnete deshalb ein entsprechendes Gutachten an, bevor der Prozess fortgesetzt wird. Das könne jedoch bis zu einem Jahr dauern.

Von Oliver Kühn

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