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Lehrte Die „Macherin“ zieht sich zurück
Aus der Region Region Hannover Lehrte Die „Macherin“ zieht sich zurück
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00:50 23.04.2018
Fest mit dem Adolphshof und seinen Menschen und Tieren verbunden: Angelika Güntzel (rechts) und ihre Nachfolgerin Verena Lüpper freuen sich über die ersten Lämmchen. Quelle: Katja Eggers
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Hämelerwald,

Kein Name ist vermutlich so eng mit dem Gut Adolphshof verknüpft wie ihrer: Angelika Güntzel hat fast 40 Jahre auf dem traditionsreichen Demeterhof bei Hämelerwald gelebt und in den unterschiedlichsten Funktionen gearbeitet. Die 73-Jährige zieht sich jetzt zurück, die Verantwortung für den Bildungsbereich hat sie bereits an eine jüngere Nachfolgerin abgegeben.

Als ausgebildete ländliche Hauswirtschaftsmeisterin war Güntzel auf dem Adolphshof anfänglich vor allem im Stall, in der Küche  und auf den Wochenmärkten zu finden.  Zeitweise war sie auch Betriebsleiterin und Gesellschafterin. Über 20 Jahre gehörte sie zum Vorstand der gemeinnützigen Landbauforschung, dem langjährigen Trägerverein des Adolphshofs.

Mehr als 30 Jahre trug Güntzel auf dem Adolphshof die Verantwortung für den Bildungsbereich und die Öffentlichkeitsarbeit. Sie repräsentierte den Hof nach außen hin, organisierte die Hof-, Umwelt- und Apfelfeste, die Projekttage, Hofführungen und Seminare. „Mein Plan war immer, den Adolphshof als offenen Hof zu präsentieren“, erklärt Güntzel. 

Sie  war zudem Lehrmeisterin und Mentorin für etliche Lehrlinge, Praktikanten, Zivis und FSJ-ler und baute den Adolphshof als außerschulischen Umweltlernort aus. Es gab vermutlich keinen Grundschüler in der Umgebung, den sie nicht über den Adolphshof geführt hat.  „Den Kindern die Umwelt näher zu bringen und sie dabei selber machen, riechen und anfassen zu lassen, war stets mein Ziel“, erklärt Güntzel.

Ihre Erstausbildung als Journalistin kam ihr auf dem Hof zugute: Güntzel pflegte Kontakte zu Stadt, Ministerien und Umwelteinrichtungen und trommelte unermüdlich für die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Auf ihre Kappe gehen zudem unzählige Flyer, Broschüren, Plakate, Jubiläumsschriften und Jahresbriefe.

Ehrenamtlich wirkte die „Macherin“ und „Allrounderin“ vom Adolphshof, wie sich Güntzel auch gern selber nennt, unter anderem in der Friedensbewegung, in Uni-Projekten für Berufsausbildung, im Stiftungsrat der Niedersächsischen Umweltstiftung und in der Stiftung Kulturland Hamburg mit. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Ihren ersten Kontakt zum Adolphshof hatte die gebürtige Sauerländerin 1978 bei einem Zeitungstermin. Zwei Jahre später zog sie nach der Trennung von ihrem Mann mit ihren drei Kindern auf den Hof. Mit der Arbeit in Gutsküche und Garten begann ein neuer Lebensabschnitt. Rübenhacken und Pflaumenmusrühren gehörten nun ebenso dazu wie Hühnerfüttern und Kochen im XXL-Format. Das praktische Arbeiten mit den Händen liebt Güntzel bis heute. „Das hat mich stets geerdet“, sagt sie. Angetrieben habe sie ihre Neugier. Neben ihren praktischen Fähigkeiten seien ihr auf dem Adolphshof zudem ihr Spaß an der Arbeit mit Menschen, ihr westfälisches Durchhaltevermögen und jede Menge Organisationstalent und zugute gekommen. 

Letzteres brauchte sie etwa, wenn mal wieder ein Termin verschwitzt wurde und urplötzlich ein Bus mit Besuchern auf dem Hof auftauchte. „Da musste ich dann ganz schnell organisieren und improvisieren“, erinnert sich Güntzel. Mit der Organisation hat sie auf dem Adolphshof heute nichts mehr zu schaffen. Die Verantwortung für den Öffentlichkeits- und Bildungsbereich hat Güntzel mittlerweile an ihre Nachfolgerin Verena Lüpper abgegeben. 

Güntzel wird die Hände aber keineswegs in den Schoß legen. In ihrem Ruhestand will sie sich unter anderem der Geschichte des Adolphshofes widmen und eine Chronik verfassen.

Die Nachfolgerin

Die Bildungsarbeit auf Gut Adolphshof hat eine neue Leiterin. Verena Lüpper hat die Aufgabe im Mai 2017 von Angelika Güntzel übernommen. Ihre Verbindung zum Demeterhof ist aber schon viel älter. Die ersten Kontakte entstanden schon vor elf  Jahren, als Lüpper auf dem Adolphshof ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvierte. Bereits damals arbeitete sie in den beiden Kernbereichen Landwirtschaft und Bildung mit. „Und schon da habe ich mich in den Hof und vor allem in die Ziegen verliebt“, erzählt Lüpper und lacht.

Nach dem FÖJ studierte sie aber erst einmal Erziehungswissenschaften und Pädagogik. Irgendwie fehlte dabei jedoch die Landwirtschaft. Lüpper sattelte daher ein Studium der Ökologischen Landwirtschaft obenauf. Beim Schreiben der Diplomarbeit über das Lernen in der Solidarischen Landwirtschaft nahm sie für Interviews wieder Kontakt zum Adolphshof auf. „Und da hat man mir dann eine Festanstellung vorgeschlagen“, berichtet Lüpper.

Die 31-Jährige sagte zu und wohnt seitdem auf dem Adolphshof. Tagsüber ist sie vor allem mit Schulklassen auf dem Hof unterwegs. Im Büro erarbeitet sie derzeit das Bildungskonzept für den Hof.  Die Arbeit sei sinnhaft und genau das Richtige für sie. „Ich bringe Kindern die Umwelt näher – das macht großen Spaß“, erklärt die Pädagogin.

Von Katja Eggers

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