Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lehrte 70 Jahre Einsatz für die Postkollegen
Aus der Region Region Hannover Lehrte 70 Jahre Einsatz für die Postkollegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:07 07.11.2018
Auch mit 93 Jahren arbeitet Gerhard Beutner noch gerne im Garten. Quelle: Thomas Böger
Lehrte

Wer einmal Mitglied einer Gewerkschaft wird, tritt nur selten wieder aus. Aber dass jemand 70 Jahre der Arbeitnehmer-Organisation angehört, ist vermutlich noch seltener. Der Lehrter Postler Gerhard Beutner ist jetzt dafür geehrt worden.

Der heute 93-Jährige ist als dreijähriger Steppke nach Lehrte gekommen. Dort war schon sein Vater bei der Post tätig, sodass es für ihn nahe lag, ebenfalls eine Ausbildung als Jungpostbote zu machen, wie das damals hieß. Nach Arbeitsdienst, Kriegseinsatz und Gefangenschaft kehrte Beutner Ende 1946 nach Lehrte zurück und wurde zunächst als Hilfspostschaffner beschäftigt. Danach arbeitete er als Briefträger, Paketzusteller und Geldzusteller. Später holte er den damals „Mittlere Reife“ genannten Realschulabschluss nach und stieg in den Mittleren Dienst auf.

Mehr als 15 Jahre war er als Sozialbetreuer für seine Kollegen tätig: Er besucht sie bei Krankheit, hilft beim Ausfüllen von Formularen, betreut Familienangehörige bei Todesfällen. „Mich kannten alle“, sagt Beutner nicht ohne Stolz über seinen Bekanntheitsgrad unter den seinerzeit annähernd 300 dem Lehrter Amt unterstellten Postlern. Der Lehrter Amtsbereich reichte zeitweise von Ramlingen und Ehlershausen (heute zu Burgdorf) im Norden bis nach Hohenhameln (Kreis Peine) im Süden und Leiferde (Kreis Gifhorn) im Osten. „Und ich war der vorletzte Sozialbetreuer – die Aufgabe gibt es längst nicht mehr“, blickt er mit etwas Bitterkeit in der Stimme zurück. 49 Jahre, bis 1988, blieb er dem Unternehmen treu.

Der Gewerkschaft trat der Lehrter eher zufällig bei: Als 1948 Personalratswahlen anstanden, trug man ihm an, im Wahlvorstand mitzumachen. Dazu erklärte er sich auch bereit, doch „dann sei es besser, wenn ich in die Gewerkschaft eintrete“, habe man ihm klar gemacht. Auch damit zeigte er sich einverstanden. Und wie das so ist, wenn man ein Ehrenamt übernimmt, dauerte es nicht lange, bis er als Beisitzer im Vorstand des Ortsverbandes saß und in den Sechzigerjahren sogar für mehrere Jahre den Vorsitz übernahm. Danach übte er noch das Amt des Kassenwarts aus. Und 1965 gehörte der Leichtathlet zu den Gründungsmitgliedern des Postsportvereins Lehrte. 30 Mal legte er das Sportabzeichen ab.

Gerhard Beutner freut sich über die Urkunde zu seinem Jubiläum. Quelle: Thomas Böger

Nach seiner Pensionierung wechselte er in den Seniorenbeirat der inzwischen in Verdi aufgegangenen Gewerkschaft. Diesen Posten behielt er bis 2009 – da war Gerhard Beutner immerhin schon 84 Jahre alt. Ein Nachfolger fand sich nicht, den Seniorenbeirat gibt es nicht mehr. Aber seiner Organisation dient der Gewerkschafter immer noch als Beisitzer im Ortsverbandsvorstand.

Seine Freizeit verbringt der verwitwete Vater von zwei Kindern gerne mit den vier Enkeln und jetzt auch schon einem Urenkel. Er fährt immer noch Fahrrad, geht gelegentlich zum Fußball gucken in das 06-Klubheim. „Und wenn das Wetter schön ist, muckel ich so ein, zwei Stunden im Garten herum“, schildert er seinen Alltag. Aber als politisch und gesellschaftlich interessierter Mensch liest er morgens als erstes die Zeitung.

Von Thomas Böger

Eines der prominentesten Projekte der Lehrter Wohnungsbau (LWB) auf dem ehemaligen Stadtwerke-Gelände an der Manskestraße wird konkret. Anfang 2019 soll die Vermarktung der 95 Mietwohnungen beginnen.

07.11.2018

Die Sehnder Ratspolitiker haben eine Resolution zum Erhalt des Lehrter Krankenhauses verabschiedet. Der Arzt Kai Thorsten Nussbaum (CDU) machte sich zudem für eine Modernisierung stark.

06.11.2018

Ein Vierteljahrhundert lang schon lassen die Autoren des Magazins „Lehrter Land & Leute“ Stadtgeschichte und Heimatkunde lebendig werden. Nun ist das 50. Heft als Jubiläumsausgabe erschienen.

06.11.2018