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Lehrte Eine emotionale Achterbahnfahrt im Forum
Aus der Region Region Hannover Lehrte Eine emotionale Achterbahnfahrt im Forum
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11:15 10.12.2018
Gescheitert und ausgemustert: Willy Loman (Helmut Zierl, links), hat seinen Job verloren. Sein Gegenpart, Lomas Bruder Ben (Frank Voß), verkörpert hingegen das Idealbild des amerikanischen Traums von Reichtum und Selbstständigkeit. Quelle: Susanne Hanke
Lehrte

Ganz still, totenstill, beginnt der erste Akt. Es wird getrauert auf der Bühne. Und diese Schwermut ist zum Auftakt des Dramas „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller im Kurt-Hirschfeld Forum auch in den Reihen der Zuschauer geradezu greifbar. Um so lauter aber, mit Donnergetöse und flackernden Lichtern, endet der zweite Akt mit der in den Tod gehenden Hauptfigur. Und dazwischen liegt eine emotionale Achterbahnfahrt, in der das Publikum an diesem Donnerstagabend am Leben und an den Gedanken des Handlungsreisenden Willi Loman teilhat.

Der Name Loman bezeichne einen von Schrecken überwältigten Mann, der in die Leere hinein um Hilfe ruft, die niemals kommen wird, beschrieb Miller einst seinen Protagonisten. Dem Schauspieler Helmut Zierl gelingt es in Lehrte, genau diesen Seelenzustand einzufangen. Dabei springt er zielsicher, erst von euphorischen Gefühlen getrieben, im nächsten Moment schon in die Untiefen der Verzweiflung – und das mit einer schonungslosen Ehrlichkeit, die fast schmerzhaft erlebbar wird.

Denn Loman wird ausgemustert, es gibt keine Perspektive für ihn. Er klammert sich an seine Erfolge als Vertreter, die in der Vergangenheit liegen, versucht seine Söhne auf die Erfolgsspur zu bringen und scheitert gnadenlos. Er ist die tragische Figur, an der die Zeit vorüber eilt und die ihren Platz in der Leistungsgesellschaft verloren hat.

Ihm zur Seite steht seine Frau Linda, gespielt von Patricia Schäfer. Auch ihr gelingt es von leiser Zurückhaltung den Bogen zu dramatischer Wut zu spannen. Dagegen erscheint der Optimismus von Lomans jüngstem Sohn Happy, von Jean Paul Baeck gespielt, maßlos überdreht. Einzig dem älteren Sohn Biff, von Julian Härtner in Szene gesetzt, obliegt es, durch seine Selbsterkenntnis ein Gegengewicht zum Untergang Lomans darzustellen.

Den Schauspielern gelingt es, die einzelnen Charaktere genau auszuloten und so ein Spannungsfeld zu schaffen, das die Konflikte innerhalb der Familie und der Gesellschaft transparent macht. Im Jahr 1949 wurde das Drama von Arthur Miller uraufgeführt. Doch die Thematik bleibt in der Gegenwart, die von Burnout und Existenzängsten geprägt ist, überaus aktuell. Diese Stärke eines großer Theaterstücks ist am Donnerstagabend im Forum eindrucksvoll spürbar.

Am Ende erhält Zierl von den Lehrtern einen überaus wohlverdienten Applaus für seine facettenreiche Charakterdarstellung. Großes Theater!

Von Susanne Hanke

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