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Lehrte Immenser Friedhof wird wildbienenfreundlich
Aus der Region Region Hannover Lehrte Immenser Friedhof wird wildbienenfreundlich
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15:43 11.10.2018
Christa Potratz vom Kirchenvorstand und Jürgen Sessner vom Nabu hoffen, dass das Insektenhotel auf dem Immenser Friedhof gut angenommen wird. Quelle: privat
Immensen

Den Friedhof nicht nur als Ort der Erinnerung begreifen, sondern auch als Lebensraum für gefährdete Insekten fördern: Diese Idee kam Roswitha Hilmer, stellvertretende Friedhofsgärtnerin der Antonius-Kirchengemeinde. „Man liest ja überall vom Insektensterben – warum sollen wir hier nicht etwas dagegen tun?“ Auch in Hannover gebe es auf einigen Friedhöfen entsprechende Bestrebungen. „Warum also nicht hier bei uns?“ Gesagt, getan – da nahm Christa Potratz vom Kirchenvorstand und Hans Jürgen Sessner vom Naturschutzbund (Nabu) mit ins Boot.

Auf einer ungenutzten Grabstelle steht seit einiger Zeit nun ein von Sessner gebautes und für Wildbienen bestimmtes Insektenhotel. „Es sind schon einige Fächer geschlossen, wird also angenommen“, sagt Hilmer erfreut. Welche Insekten genau sich dort niedergelassen haben, wisse sie natürlich nicht. Doch die Aufstellung dieser Nisthilfe ist erst der Anfang. Zusätzlich zu den Wildblumen, die Hilmer bereits unter einigen Friedhofsbäumen angepflanzt hat, sollen auf dem Friedhof verteilt auf ungenutzten Flächen weitere blühende Inseln entstehen.

„Wir warten nur darauf, dass der Boden etwas feuchter wird, aktuell macht das wenig Sinn“, sagt Hilmer. In den nächsten Tagen will sie gemeinsam mit Sessner den Platz rund um das Insektenhotel entsprechend umgestalten. „Als Muster dafür, wie man Gräber so bepflanzen kann, dass sie insektenfreundlich sind. Vielleicht denken dann mehr Menschen über das Thema nach“, hofft sie. Es gäbe durchaus Stauden wie Katzenminze oder Lavendel, die sich gut eigneten.

„Gräber können blühende Inseln darstellen, die nicht nur das menschliche Auge, sondern auch Schmetterlinge und Bienen erfreuen. Dabei müssen sie keineswegs ungepflegt und verwildert aussehen“, sagt Hilmer. Eine kombinierte Bepflanzung aus Bodendeckern, Kleinsträuchern, Frühlings- und Sommer Stauden könne das ganze Jahr hindurch blühen und Nahrung für vielerlei Insekten garantieren, so Hilmer. Positiver Nebeneffekt gegenüber herkömmlichen Friedhofspflanzen sei zudem, dass Stauden bei weitem nicht so pflegeintensiv seien.

Von Sandra Köhler

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