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Lehrte Feierabend: Zeichen stehen auf Neuanfang
Aus der Region Region Hannover Lehrte Feierabend: Zeichen stehen auf Neuanfang
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12:01 28.10.2018
Die Ersatzfläche zwischen Hohnhorstweg, Grabeland und Hohnhorstsee ist fertig vorbereitet und soll bald an die Kleingärtner übergeben werden. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Der Countdown für den Umzug der Kleingartenkolonie Feierabend läuft. Die Ersatzfläche zwischen Hohnhorstweg, Grabeland und Hohnhorstsee ist mit seinen Wegen und der äußeren Umzäunung fertig vorbereitet. „Wir stimmen gerade einen Termin zur Übergabe an die Kleingärtner ab“, sagt Lehrtes Stadtsprecherin Nele Domin. Das bestätigt Peter Heinze, Vorsitzender des Bezirksverbands Lehrte der Kleingärtner und gleichzeitig Vorsitzender des Kleingärtnerverein Feierabend: „Die Übergabe wird am 1. November erfolgen.“ Ab da haben die Schrebergärtner noch einen Monat, um von der Kolonie an der Manskestraße, die einem neuen Wohngebiet weicht, überzusiedeln auf ihre neuen Parzellen.

Erst danach wird die Stadt damit beginnen, die Parzellen abzuräumen und das Gelände für das neue Baugebiet vorzubereiten. Wann und wie genau das vonstatten geht, sei abhängig vom Ergebnis einer Begehung, sagt Volker Kemmling vom Fachdienst Grünplanung und Umwelt der Stadt. Je nachdem, in welchen Umfang die Gutachter schützenswerte Tierarten finden, müssen Zeitplan und Schritte angepasst werden. Ein Monat sei genügend Zeit, um umzusiedeln, sagt der Feierabend-Vereinsvorsitzende Heinze. Zumal die Stadt angeboten habe, die Gärtner beim Transport von größeren Teilen über den Baubetriebshof zu unterstützen. „Das ist schon ein feiner Zug.“

Dass die Zeichen auf Abschied stehen, sieht jeder, der durch die Kolonie an der Manskestraße spaziert. Auch wenn in einzelnen Gärten noch gewerkelt wird – viele der ehemaligen Kleinode des 1927 gegründeten Kleingartenvereins mit seinen 107 Gärten scheinen bereits verlassen. Das Kraut ist hochgeschossen. Die Gänge zu den Gärten verengen sich durch Hecken, die nicht mehr gestutzt werden, die Schilder mit Aufschriften wie „Tulpenweg“ sind abmontiert. Wie viele der Laubenpieper letztlich umziehen auf das neue Gelände zwischen Hohnhorstweg, Grabeland und Hohnhorstsee, stehe noch nicht endgültig fest, sagt Heinze. Da die Wertermittlung für die alten Parzellen erst Mitte September abgeschlossen war, seien viele noch unentschlossen. „Aber wir haben schon Verträge gemacht mit Interessenten, die nicht aus der Kolonie stammen und davon in der Zeitung gelesen haben.“ Auch einige der ehemaligen Feierabendmitglieder, die zwischendurch in anderen Vereinen untergekommen waren, hätten sich gemeldet und Interesse signalisiert.

Das Ziel, zum Neustart am 1. Dezember 15 bis 20 der 60 Parzellen auf dem neuen Gelände belegt zu haben, sei aber durchaus realistisch, sagt Heinze. Der Rohbau des neuen Vereinsheimes solle noch in diesem Jahr beginnen. „Nutzbar wird es aber erst im nächsten sein“, kündigt Heinze an. In der neuen Kolonie sollen zwei bis drei Musterlauben aufgestellt werden, die auch von Pächtern übernommen werden können. Die nach seinem Dafürhalten zumindest in Niedersachsen einmalige und erfolgreiche Umsiedelung einer traditionsreichen Gartenkolonie habe als Pilotprojekt bundesweit Interesse geweckt, sagt Heinze. Entsprechend werde es auch eines der zentralen Themen beim Seminar des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde sein, das vom 9. bis 11. November in Lehrte durchgeführt wird.

Naturschutz wird großgeschrieben

Bevor die Kleingartenkolonie an der Manskestraße dem Baugebiet weicht, will die Stadt dafür Sorge tragen, dass dort lebende geschützte Tiere überwintern können und dann umgesiedelt werden, kündigt Volker Kemmling vom Fachdienst Grünplanung und Umwelt an. Anfang Dezember, also direkt nach Auslaufen der Verträge mit den Kleingärtnern, sollen von der Stadt beauftragte Gutachter jede einzelne Laube und infrage kommende Bäume mit Höhlungen auf überwinternde Fledermäuse überprüfen. Falls solche aufgefunden werden, müssen die von ihnen genutzten Quartiere stehen bleiben, bis die Tiere im Frühjahr wieder ausfliegen. „Da wir Bäume nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar fällen dürfen, würde uns das in der Tat Probleme bereiten“, sagt Kemmling. Doch das stehe nicht wirklich zu erwarten: „Die Kolonie ist als Fledermaus-Jagdrevier bekannt, auf Überwinterungen hat aber die erste Begehung keinen Hinweis ergeben.“

Sicher hingegen ist, dass in einigen der mehr als zehn Gartenteiche der Kolonie Amphibien leben. „Es sind überwiegend Grünfrösche, in zwei Teichen leben Kammmolche“, erläutert Kemmling. Mit der Naturschutzbehörde der Region Hannover sei abgesprochen, dass die Amphibien im Schlamm der Teiche überwintern und im kommenden Frühjahr umgesetzt werden. „Wir wollen sie in die Teiche im Stadtpark umsiedeln.“ Zum einen gebe es dort nicht viele Fische, die den Laich auffräßen. Zum anderen sei die Population dort nicht so groß, dass es zu einer starken Konkurrenz käme. Die dritte Tierart, auf die es zu achten gilt, sind die Igel. Die machen sich gerade langsam für den Winter bereit. Für sie sind die Parzellen ebenfalls reizvoll. Auch auf diese wolle man deshalb ein Auge haben, sagt Kemmling. Doch er erwartet, dass viele der Stachelhäuter sich mit Beginn der Kolonieräumung ein ruhiges Plätzchen in benachbarten Gärten suchen. Die Abbrucharbeiter sollen jedenfalls noch einmal im Hinblick auf die Tiere besonders sensibilisiert werden. Das Ergebnis der Begehung samt den daraus resultierenden Konsequenzen soll zügig im Umweltausschuss vorgestellt werden.

Von Sandra Köhler

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