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Lehrte Vermüllt Lehrte zusehends?
Aus der Region Region Hannover Lehrte Vermüllt Lehrte zusehends?
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00:25 09.06.2018
Die Grünstreifen in den Lehrter Gewerbegebieten wie hier in Sievershausen sind auch häufig von Müll übersät. Quelle: Sandra Köhler
Lehrte

Wer jetzt im Sommer unterwegs ist, dem fallen sie besonders auf: Die Dreckecken in Lehrte. SPD-Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann ist erzürnt und voller Unverständnis. „Lieber wird ein Sofa mit Sessel am Schwanenburggelände oder ein Sofa an die Wertstoffinsel am Westring wild entsorgt, als die Möbel zur Deponie zu bringen, wo sie kostenlos abgegeben werden können“, sagt sie kopfschüttelnd.

Auch Anfang Juni verwenden manche Lehrter noch die Restmüllsäcke aus dem Vorjahr. Diese werden von der aha seit geraumer Zeit nicht mehr mitgenommen. Quelle: Sandra Köhler

Doch das sind nur die großen Ausreißer. Regelmäßig finden sich an den Wertstoffinseln Dinge, die dort nicht hingehören - vor dem ersten Blick hinter den Glascontainern versteckt. Hundekotbeutel etwa landen auf der Straße oder in den Rabatten, anstatt in den dafür vorgesehenen Mülleimern. Bereits Tage vor der Müllabfuhr stehen Abfallsäcke am Straßenrand. „Und direkt nach der Abfuhr gleich wieder“, sagt Laube-Hoffmann. Falsch befüllte oder bereits aus dem vorigen Jahr stammende Säcke werden verständlicherweise nicht mitgenommen –aber eben auch nicht wieder hereingeholt. Tiere reißen sie dann auf und verteilen den Unrat auf den Bürgersteigen. Auch Sperrmüll stehe bereits Tage vor dem verabredeten Abholtermin am Straßenrand, so die Ratsfrau. Die Folge: Unbekannte nutzten die Gelegenheit, ihren eigenen Sperrmüll dazuzustellen, der Haufen wachse.

Helga Laube-Hoffmann und Reinhard Nietmann ärgern sich über Sperrmüll, der bereits Tage vor der Abholung vor die Tür gestellt wird - und das auch noch in die frisch bepflanzten Beete. Quelle: Sandra Köhler

Wenn dazu die Möbelteile auch noch in frisch bepflanzten Beeten landen und die Blumen zerstören, sind auch Anlieger wie Reinhard Nietmann verärgert: „Das ist unmöglich. Wir bemühen uns, die Gegend attraktiv zu machen, und dann so etwas“. Speziell in der Kernstadt habe sie dieses Phänomen bemerkt, sagt die Ratsfrau Laube-Hoffmann: „Ich weiß nicht, ob das an der vermeintlichen Anonymität dort liegt.“ Doch auch in den Gewerbegebieten nahe der Autobahn ist der wilde Müll seit Jahren ein Problem. Dort pausierende LKW-Fahrer entsorgen ihren Abfall in die Grünstreifen, verrichten dort sogar ihre Notdurft – davon zeugen sowohl Exkremente als auch benutztes Toilettenpapier.

Um der Sache ein wenig Herr zu werden, könne die Stadt doch neben dem Bürgerportal auch eine App entwickeln, bei der Bürger mit dem Setzen einer virtuellen Nadel den Ort einer illegalen Müllentsorgung von unterwegs melden können, schlägt Laube-Hoffmann vor. „Ein Handy hat doch heutzutage fast jeder“. So müsse der Müll nicht wochenlang herumliegen. Eine Werbekampagne, bei der aha und bei der Region, die Bürger dazu motiviert, Zivilcourage zu zeigen und sich für ein sauberes Lehrte einzusetzen, fände sie auch nützlich. „Wichtig ist auch, die Kleinsten in Kindergarten und Schule dafür zu sensibilisieren, dass beispielweise Kaugummipapier in den Mülleimer und nicht auf die Straße gehört“, sagt die Ratsfrau. Und zu guter Letzt wäre es ja vielleicht auch möglich, Ordnungswidrigkeiten wie illegale Müllentsorgung quasi zur Abschreckung zu veröffentlichen.

Stadtputz: Vielleicht im Herbst

Das Stadtmarketing Lehrte (SML) hat sich die Sauberkeit Lehrtes ebenfalls auf die Fahnen geschrieben und ruft deshalb alljährlich gemeinsam mit der aha und der Stadt Lehrte zum Stadtputz auf. Am ersten Tag sind die Kindergärten und Schulen am Start, am zweiten jeweils zwischen 100 und 120 Freiwillige, die die Straßen ablaufen und zahlreichen Müllsäcke füllen. „In diesem Jahr mussten wir wegen des Wetters den zweiten Tag leider absagen“, sagt Sonja Truffel vom SML. Wegen der Brut- und Setzzeit habe man die Aktion bisher nicht nachholen können. „Vielleicht ergibt sich noch ein Nachholtermin im Herbst“, erklärt Truffel. Auf jeden Fall sei der Stadtputz für das kommende Jahr wieder als fester Termin eingeplant. Truffel habe auch ein Auge auf das Thema und sammle zwischendurch selbst immer wieder Unrat auf. „Es ist schon schlimm, wenn man an neuralgischen Stellen wie an der Straße Richtersdorf vorbeikommt“, sagt sie. Es sei für das SML schwierig, über den Stadtputztag hinaus noch mehr zu tun. „Aber vielleicht ergibt sich ja in Zusammenarbeit mit Frau Laube-Hoffmann und den Siedlern noch etwas“, signalisiert sie Offenheit. ks

Von Sandra Köhler

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