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Lehrte Villa Nordstern: Die Sanierung hat begonnen
Aus der Region Region Hannover Lehrte Villa Nordstern: Die Sanierung hat begonnen
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17:59 24.10.2018
Bauzaun und Schrottcontainer: Die Sanierung der Villa Nordstern beginnt. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Viele Jahre lang tat sich an der historischen und von vielen Lehrtern heißgeliebten Villa Nordstern am Südwestrand der Kernstadt so gut wie nichts. Jetzt hat der neue Eigentümer Rolf Neumann mit den ersten Sanierungsarbeiten begonnen. Er will aus dem Gebäude aus der Gründerzeit einen Kindergarten mit neuer Bewegungshalle machen und im angrenzenden Park einen Waldlehrpfad für Kinder einrichten. Seine konkreten Pläne hat er nun im Bauausschuss des Rates vorgestellt. Er erhielt von den Kommunalpolitikern Zustimmung. Bei der grundsätzlichen Frage nach einer Nutzungsänderung der Villa, welche der Rat der Stadt befürworten muss, gibt es jedoch noch Beratungsbedarf. Es gebe viele Details zu bedenken, hieß es seitens der Politk.

Seit Anfang September gehört die Villa Nordstern Neumann, der mit seiner Firma schon die Alte Schlosserei im Zuckerzentrum, das Parkschlösschen sowie eine Reihe anderer alter Gebäude in Lehrte saniert hat. Die Nachricht, dass er nun auch die historische Villa des Zementfabrikanten Manske umbaut, schlug vor einigen Wochen in Lehrte ein wie eine Bombe.

Anbau aus den Sechzigerjahren kommt weg

Neumanns Planungen haben mittlerweile sehr konkrete Formen angenommen. Alle historischen Elemente an dem herrschaftlichen Bau, der unter Denkmalschutz steht, will er erhalten, etwa den Stuck, die Fassade, die wertvollen Fußböden und Fenster sowie die prunkvollen Treppen aus dem 19. Jahrhundert. Jene Bauelemente und Einrichtungsteile, die erst 1967 vom damaligen Landkreis Hannover zugefügt wurden, will Neumann beseitigen – etwa den schmucklosen Anbau an der Südseite der Villa.

Das Innere der Villa Nordstern will der Sanierer derart umbauen, dass ein Kindergarten mit vier Gruppen Platz findet. Die 18.000 Quadratmeter Wald will er erhalten, darin einen Lehrpfad mit Rasthütten für Kinder einrichten. Auch der Bau einer 150 bis 300 Quadratmeter großen Bewegungshalle ist vorgesehen.

Neumanns Planungen gehen aber noch weiter. Um den aufwendigen Umbau der Villa zu finanzieren, will er auf dem nordöstlichen Teil des Geländes ein kleines Neubaugebiet für acht Häuser einrichten. Skizziert hat er all das bereits. „Und die Villa wird nicht saniert, wenn das Baugebiet nicht kommt. Das wäre finanziell sonst nicht machbar“, sagte Neumann im Ausschuss unmissverständlich.

Neumann: Sanierung und Neubaugebiet gleichzeitig

Unter anderem dem Baugebiet auf einem Teil des Villa-Areals muss der Rat nun zustimmen, denn das wäre eine Nutzungsänderung der Fläche. Die Stadtverwaltung hat bisher vorgeschlagen, dass „die Instandsetzung der Villa vor der Realisierung des Baulands“ erfolgen solle. Doch das lehnt Neumann ab. Beides müsse aus Gründen der Finanzierung zur selben Zeit passieren.

Mit der Entkernung der Villa hat der Sanierer bereits begonnen. Große Container stehen an dem Bauwerk, hohe Gitter zäunen es ein. Sämtliche Hausinstallationen samt Heizung sollen raus. Indessen gibt es noch allerhand Details zu klären. Etwa jenes mit den Zufahrten zu Kita und Baugebiet. Für die Grundstücke möchte Neumann eine Zufahrt von der Straße Am Sülterberg aus bauen, die neue Villa-Kita soll von der Iltener Straße aus erreichbar sein. Einen Personalparkplatz möchte Neumann aber über einen kleinen Stichweg von der Straße Nordstern aus anbinden. Auch die genaue Platzierung der Bewegungshalle wird noch Gegenstand für Diskussionen sein. Nachbarn befürchten jedenfalls bereits Nachteile durch den Neubau und eine mögliche Zunahme von Verkehr.

Stadt will Rotbuche und Platane erhalten wissen

Auch in Sachen Artenschutz sind noch Vorarbeiten nötig. Die Stadt will außerdem, dass eine mächtige Rotbuche hinter und eine riesige Platane vor der Villa erhalten bleiben. Ebenso muss die Stadt noch prüfen, ob für das Projekt möglicherweise eine komplizierte und zeitintensive Änderung des Flächennutzungsplans nötig ist. Neumann selbst will indessen Tempo machen und seine bisher nur skizzierten Planungen schnell in eine endgültige Form bringen. Im Ausschuss erinnerte er die Politiker daran, dass in Lehrte 250 Kitaplätze fehlten und er nun mit der Villa-Kita helfen könne, diese Lücke zu schließen. Und das sei „aus kitafachlicher Sicht zu befürworten“, heißt es in einer Einschätzung der Stadt.

Politiker haben Sympathie für Neumanns Ideen

Lehrtes Baupolitiker finden die Ideen von Rolf Neumann für die Villa Nordstern grundsätzlich prima. Man sehe das „wohlwollend“, sagte Christoph Lokotsch (Die Linke), man hege „Sympathie“ befand Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU). Doch der Fraktionschef der Christdemokraten war es auch, der sehr deutlich darum warb, die ganze Sache erst noch einmal in den Fraktionen zu beraten. Der Bitte schloss sich der gesamte Ausschuss an. Damit konnte auch der Rat der Stadt am Mittwochabend noch nicht der Nutzungsänderung der Flächen und der Übertragung der Bauleitplanung auf Neumann zustimmen.

Deneke-Jöhrens warb im Bauausschuss dafür, „keinen Schnellschuss zu machen“, auch wenn Neumann schon mehrfach beweisen habe, „dass er ein Händchen für historische Gebäude hat“ und nun endlich jemand für die Villa Nordstern da sei, der solch eine aufwendige Sanierung auch bewerkstelligen könne. Der Christdemokrat verdeutlichte aber auch, dass es nun darum gehe, alte Grundsatzbeschlüsse zum Villa-Gelände aufzuweichen – etwa in Sachen Wohnbebauung, die bisher nicht vorgesehen war.

Anwohner äußern Bedenken

In der Sitzung des Bauausschusses sind auch einige Nachbarn des Villa-Nordstern-Areals zu Gast gewesen. Sie äußerten zwar ebenfalls grundsätzliche Zustimmung zu den Vorhaben Neumanns, machten aber auch Bedenken deutlich. Einer der Anwohner betonte, dass das Wohngebiet Sülterberg sehr gelungen sei. Die geplante Personalzufahrt zur neuen Kita über einen Stichweg im Wohngebiet belaste die Gegend aber über Gebühr. Diese Zufahrt müsse nicht sein. Bei allen Planungen müsse darauf geachtet werden, das „tolle Ambiente“ des Sülterbergs nicht zu zerstören.

Ein anderer Anwohner erinnerte daran, dass er einen hohen Grundstückspreis für sein Grundstück am Sülterberg gezahlt habe und nun möglicherweise ein Wertverlust durch das Projekt auf dem Villa-Gelände entstehe. Er sorgte sich um die Zukunft der riesigen Rotbuche hinter der Villa. Diese müsse erhalten bleiben, Neumann habe aber an ihrer Stelle bereits die Bewegungshalle für die Kinder geplant. Der Sanierer betonte, dass er über Zufahrten zum Gelände auch noch neu nachdenken könne, die Rotbuche sei jedoch nicht mehr ganz gesund und leide unter einem Pilzbefall. Ein Gutachter werde sich den Bau ansehen. Die Bewegungshalle werde eher flach ausfallen und noch dazu quasi einen Meter tief unter Grundstücksniveau gebaut.

Von Achim Gückel

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