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Lehrte Wasserverband: Kein Trinkwasser für Rasen
Aus der Region Region Hannover Lehrte Wasserverband: Kein Trinkwasser für Rasen
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15:11 30.07.2018
Das Bewässern von Rasenflächen lässt den Trinkwasserverbrauch in Uetze, Lehrte und dem Nordkreis Peine selbst in den Nachtstunden auf Höchstwerte klettern. Quelle: Symbolbild
Uetze/Lehrte

Der Wasserverband Peine bittet seine Kunden in allen Orten der Gemeinde Uetze sowie in Arpke, Immensen, Sievershausen und Hämelerwald sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen und vor allem auf das Bewässern von Grünflächen zu verzichten. Der Tagesverbrauch ist wegen der wochenlangen Hitzewelle so hoch, dass alle Wasserwerke des Verbands – unter anderem am Schwüblingser Kreisel und in Wehnsen – unter Volllast laufen und nur durch die Einspeisung von zusätzlichem Trinkwasser aus Speicherbehältern gedeckt werden kann. Das erst wenige Jahre alte Werk Burgdorfer Holz am Kreisel produziert stündlich bis zu 400 Kubikmeter Trinkwasser.

Das aktuelle Problem ist technischer Natur: Es wird mehr Trinkwasser verbraucht, als die Wasserwerke des Peiner Verbands nachliefern können. Die Reservebehälter, die zwischen 1000 und 3000 Kubikmeter Trinkwasser fassen, dienen dazu, den Spitzenverbrauch abzufedern, damit der Druck im Leistungssystem konstant bleibt. Sie werden üblicherweise nachts aufgefüllt, was jedoch derzeit nicht möglich ist. Denn auch in den normalerweise abnahmeschwachen Nachtstunden sei der Trinkwasserverbrauch enorm hoch, sagt Michael Wittemann, Technischer Leiter des Wasserverbands. Wittemann führt das darauf zurück, dass in den Abendstunden Gärten bewässert und private Schwimmbecken gefüllt werden.

Als Beispiel für den derzeitigen enormen Verbrauch führt Carola Kienscherf vom Wasserverband einen Speicherbehälter in Klein Ilsede im Landkreis Peine an. „An normalen Sommertagen werden über den Behälter in der Spitzenzeit von 19 bis 22 Uhr etwa 450 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde in das Versorgungsnetz abgegeben. Derzeit sind es mehr als 600 Kubikmeter.“ Kienscherf räumt man, dass man beim Wasserverband angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze schon mit Sorge auf die nächsten Tage schaue. „Mit unserem Appell an die Verbraucher, auf das Bewässern von Grünflächen zu verzichten, wollen wir vor allem auch das Bewusstsein schärfen, dass Wasser nicht unendlich zur Verfügung steht.“

Der Bauhof der Gemeinde Uetze bewässert in diesen heißen und trockenen Wochen den Sportplatz auf dem Hoopte sowie „alle Bäume, die uns wichtig sind“, sagt Erste Gemeinderätin Ursula Tesch. Das Wasser dafür kommt aus einem Brunnen auf dem Hoopte. Die Sportplätze in Regie der Vereinen verfügen laut Tesch ebenfalls über Brunnen zum Bewässern.

„Wir sollten schon überlegen, für was wir das wertvolle Trinkwasser verwenden“, sagt auch Volker Krebs, Geschäftsführer des Wasserverband Nordhannover, der unter anderem sieben Burgdorfer Ortsteile mit Trinkwasser versorgt. Sein Verband, der auch von den Harzwasserwerken zukaufe, habe derzeit genug Trinkwasser. Aber zahlreiche Wasserwerke kämen inzwischen an ihre Leistungsgrenze. „Es ist eine anspruchsvolle Zeit für alle Wasserversorger“, betont Harald Westerhuis, Bereichsleiter Trinkwasser der Harzwasserwerke, die das Wasserwerk Ramlingen betreiben. 16500 Kubikmeter täglich – rund 680 Kubikmeter pro Stunde – werden dort aufbereitet. Die Harzwasserwerke sind ein sogenannter Vorversorger, sie beliefern nicht die Verbraucher, sondern Stadtwerke.

Was den Vorrat an sogenanntem Rohwasser – unbehandeltes Wasser, bevor es gereinigt und aufbereitet wird – angeht, ist hingegen in diesem Jahr alles im grünen Bereich. „Der Grundwasserkörper, aus dem das Rohwasser gewonnen wird, reagiert sehr langsam auf Witterung und Temperatur“, sagt Westerhuis. Auch die Talsperren im Harz seien noch gut gefüllt.

Von Anette Wulf-Dettmer

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