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Lehrte Sudanesen zeigen Bilder der Hoffnung
Aus der Region Region Hannover Lehrte Sudanesen zeigen Bilder der Hoffnung
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00:27 11.06.2018
Die vier Sudanesen Mustafa (von links), Abopukr, Abdul und Ahmad haben dies Werk aus neun Einzelteilen gemeinsam gemalt. Quelle: Oliver Kühn
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Lehrte

“Schlechtes Wetter“. Es ist gut nachvollziehbar, dass ein Sudanese in Deutschland auf solch einen Titel kommt, wenn er ein Bild malt – auch wenn er damit zurzeit daneben liegt. Bei der Vernissage im Klinikum Lehrte hatte er damit jedenfalls die Lacher auf seiner Seite. Mit drei weiteren Mitstreitern zeigt er nun dort die Ausstellung „Amal“, auf Deutsch Hoffnung. Damit haben die vier jungen Männer aus Afrika, die vor drei Jahren als Flüchtlinge nach Lehrte kamen, schon viel von sich preisgegeben und ihre Erlebnisse in 19 bunten Werken verarbeitet.

"Mein Dorf zu Hause im Sudan" hat der 23-jährige Ahmad dieses Bild genannt. Quelle: Oliver Kühn

Die Ausstellung haben die Flüchtlingshilfe Arpke, wo das Quartett inzwischen in einer Wohnung lebt, sowie die Stadt und das Klinikum organisiert, nachdem ein Kunstprojekt immer größere Ausmaße angenommen hatte und alle die Ergebnisse für vorzeigenswert hielten. „Die Kultur bringt Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammen“, sagt die Ärztliche Direktorin Antje Hoffmann. Die Malerei als „Sprache ohne Dolmetscher“ habe enorme Bedeutung für die kulturelle Integration. Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Wilhelm Busch betonte, dass die Ausstellung „ein schöner Gegenakzent zu den Negativnachrichten“ sei und erhielt dafür Applaus der rund 40 Besucher. Die Stadt hatte das kulturpädagogische Projekt gefördert.

Der Hobbymaler Mustafa hat mit Musikerin Ulli Meinholz auch für afrikanische Klänge gesorgt. Quelle: Oliver Kühn

Für Mustafa ist die Malerei etwas Neues. „Ich habe erst in Deutschland damit angefangen“, sagt der 26-Jährige: „Jetzt ist es ein Hobby geworden.“ Beim Rundgang erklärten auch die anderen Landsmänner ihre Bilder. Ahmad, mit 23 Jahren der Jüngste, betitelte ein Bild „In Frieden leben“ – ein Hinweis auf den Grund seiner Flucht und die Hoffnung auf bessere Zeiten, wie es auch der Ausstellungstitel widerspiegelt. Auf dem Werk sind Tiere seiner Heimat zu sehen, Löwe, Krokodil und Giraffe – aber in friedlicher Eintracht. „Paradiesblumen“, „Der traurige Affe“ oder „Mein Dorf zu Hause im Sudan“ mit traditioneller Hütte heißen andere Bilder.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Oktober während der Geschäftszeiten des Klinikums geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Oliver Kühn

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