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Neustadt Ackergrenzen: manch alte Linie trügt
Aus der Region Region Hannover Neustadt Ackergrenzen: manch alte Linie trügt
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00:16 07.05.2017
Von Dirk von Werder
Lokaltermin: Dirk Reineke (von links), Jörg Homeier, Heinz-Günther Rabe, Cord Wegener-Rabe.xc Quelle: von Werder
Neustadt

"Die aktuellen Grenzdarstellungen sind teilweise überraschend ungenau", sagte Jörg Homeier, Fachbereichsleiter Infrastruktur, bei einem Pressetermin am Donnerstag. Das möge bedenken, wer "leider bisweilen sehr pauschale Verdächtigungen gegen Landwirte ausspricht".

Die hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt gegeben - vornehmlich BUND und Grüne in Neustadt hatten gar großflächige Überprüfungen gefordert, da viele ökologisch wertvolle Wegesränder verloren gegangen seien; was allein in der Gemarkung Schneeren beispielsweise einer Fläche von 2,2 Hektar (22000 Quadratmetern) entspreche. Vor wenigen Wochen war öffentlich nochmals de Rede davon, im gesamten Stadtgebiet seien um die 100 Hektar betroffen.

Doch es gibt offenbar deutliche Abweichungen zwischen amtlichen Katastergrenzen und mittlerweile digitalem Kartenmaterial. So in Nöpke. Dort sei, so Homeier, die Stadt auf eine mögliche "Grenzverletzung" an einem Feld am Dickenhoopsweg (Ortsausgang Richtung Wenden) hingewiesen worden. "In solchen Fällen versuchen wir das in Gesprächen mit allen Beteiligten zu klären", sagt Homeier. Dazu gehörten in vielen Fällen Eigentümer des Ackers, Pächter und Stadt oder Realverband als Eigentümer des Weges. Nur, falls derartige Gespräche nicht fruchteten, werde neu vermessen - aus Kostengründen. Bis zu 3000 Euro koste eine Grenzfeststellung je nach Größe und Zuschnitt des Feldes.

In Nöpke wurde schließlich vermessen - mit überraschendem Ergebnis. Landwirt Cord Wegener Rabe hat nicht etwa zuviel umgepflügt, sondern er könnte sein Feld entlang des Wirtschaftsweges in der Summe sogar um 500 Quadratmeter erweitern. "Das allgemeine Problem ist, dass das Neustädter Land letztmalig vor rund 150 Jahren komplett vermessen worden ist", heißt es in einer Erklärung der Verwaltung. Das entsprechende Kartenmaterial stamme aus dem Zeitraum 1840 bis 1860, sei in den 1990er Jahren "ohne Überprüfung und oft auch ungenau digitalisiert worden". So seien Fehler über die Jahrzehnte immer wieder in Karten übernommen worden. Eine zuverlässige und rechtlich verbindliche Aussage zu einem Grenzverlauf könne nur durch eine amtliche Grenzfeststellung getroffen werden. "Voreilige Schnellschüsse", so schreibt die Verwaltung weiter, seien "absolut unnötig und ein Generalverdacht gegenüber Landwirten nicht gerechtfertigt".

"Uns ist an einem guten Miteinander gelegen", sagt Fachbereichsleiter Homeier. Vergleichbar dem Vorgehen in Nöpke stünden zeitnah weitere Prüfungen in Mardorf und Schneeren an. Eine wirklich großflächige Überprüfung erscheine kaum sinnvoll; eine  Neuvermessung gar nicht finanzierbar.

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