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Neustadt Biogasanlage Resseriethe: Es darf geplant werden
Aus der Region Region Hannover Neustadt Biogasanlage Resseriethe: Es darf geplant werden
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00:38 11.06.2018
Anwohner Andreas Stünkel hat vorgeschlagen, eine Zufahrtsstraße durchs Feld von der Biogasanlage direkt zur Landesstraße 360 zu bauen. Quelle: Ferdinand Lühring
Schneeren

Das Projekt braucht langen Atem: 13 Jahre nach dem ersten Antrag der Betreiber hat am Donnerstagabend der Rat beschlossen, dass das Planungsverfahren für eine Erweiterung der Biogasanlage Resseriethe in Schneeren aufgenommen werden soll. Der Landwirt strebt an, die Anlage von derzeit erlaubten 500 Kilowatt elektrischer Leistung auf dann 1,7 Megawatt zu erhöhen. Schon um den Grundsatzbeschluss hatte es rege Diskussionen gegeben.

Die SPD knüpfte ihre Zustimmung denn auch an die Bedingung, dass für den erhöhten Betrieb auch ein Verkehrskonzept erstellt wird, um die Anwohner der schmalen Zufahrtsstraße mitten im Ortskern nicht über Gebühr zu belasten. Schätzungen zufolge würde der Anlieferverkehr rund 1600 Fahrten mehr betragen, das macht schließlich um 6000 Fahrten pro Jahr, mit Schwerpunkt in der Erntezeit. Auch die Begrünung müsse verbessert werden, betonte der Schneerener SPD-Mann Ferdinand Lühring – bisher ist ein eigens angelegter Wall um die Anlage nur spärlich bewachsen.

Die schmale Zufahrtsstraße läuft durch den Ortskern. Quelle: Ferdinand Lühring

An dieser Stelle hakte Grünen-Politiker Godehard Kass mit dem Vorschlag ein, die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen rings um die Anlage umzusetzen, um direkt vor Ort die Ansicht der Landschaft wieder zu verbessern. Die Vorschläge würden notiert, sagte die zuständige Dezernentin Annette Plein, um Details der Planung werde es aber erst im Laufe der Verfahrens gehen. Kass berichtete, auch die Grüne/Linke-Fraktion habe sehr kontrovers über die Anlage diskutiert. Letztlich sprächen aber die Zahlen für die Erweiterung: „Die Anlage kann im Jahr 6 Millionen Kilowattstunden Strom liefern, das reicht für rund 2000 Haushalte, fünf Dörfer von Schneerens Größe“, sagte er.

Auch Schneerens Ortsbürgermeister Stefan Porscha (CDU) betonte die Vorteile: „Die Leistungssteigerung und die geplante Erweiterung des Nahwärmenetzes im Dorf sind nicht mehr voneinander zu trennen“, sagte er. 51 Haushalte hängen schon am Netz, weitere 30 Interessenten warten auf Anschluss. Auch Schule, Kindertagesstätte und Feuerwehr zählen dazu. Porschas Parteifreund Björn Niemeyer, Landwirt aus dem Nachbarort Mardorf, sagte schließlich: „Heute ist ein besonderer Tag: CDU, Grüne und SPD sind sich einig, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb sich vergrößern will“, sagte er. Auch die neu firmierte Fraktion Freie Neustädter (FFN) stimmte dem Projekt zu, während UWG und FDP-Mann Thomas Iseke dagegen stimmten.

Die Anwohner sind noch nicht zufrieden, machen sich nun Sorgen, vor ihren Türen werde nun ein Industriegebiet entstehen. Stadtsprecherin Pamela Klages sagt dazu, mit dem Planungsverfahren gebe es ja nun erst Mitsprachemöglichkeiten. Im Verfahren könnten die Betroffenen ihre Bedenken einbringen. Das sei bei der bisherigen, landwirtschaftlich privilegierten Anlage nicht der Fall.

Von Kathrin Götze

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