Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Neustadt Ortsrat Steinhude will Außenstelle erhalten
Aus der Region Region Hannover Neustadt Ortsrat Steinhude will Außenstelle erhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 28.10.2018
So sehen glückliche Schüler aus (von links): Paula Plümer (14), Michael Ritter (15), Lennart Frede (13) auf dem neuen Klettergerüst. Quelle: Marleen Gaida
Steinhude/Wunstorf

Schon einmal hat der Ortsrat Steinhude vor einigen Wochen einstimmig verlangt, die Außenstelle des Hölty-Gymnasiums vorerst im Ort zu erhalten. Nachdem die Stadtverwaltung jetzt die Vorlage veröffentlicht hat, in der sie einen Umzug an den Luther Weg in Wunstorf empfiehlt, gab es in der Sitzung am Mittwoch viel harsche Kritik daran. Fast alle Mitglieder unterstützen die Forderung, die Steinhuder Außenstelle um weitere drei Jahre zu verlängern, mindestens aber bis an der Hauptstelle die weiteren Räume angebaut worden sind. Nachdenklichere Töne schlug allerdings Christiane Schweer an. Die Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion enthielt sich am Ende.

Thorben Rump (FDP) hatte die Diskussion begonnen: „Die Auflösung wird übers Knie gebrochen, ohne einen Plan zu haben, wie es danach weiter geht.“ Die Stellungnahme der Landesschulbehörde, nach der sie einer Verlängerung der Steinhuder Außenstelle wohl nicht zustimmen werde, bezeichnete er als „Gefälligkeitsschreiben.“ Ulrike Pickert-Maaß (SPD) ordnete die Vorlage als „nicht neutral“ ein und bedauerte, dass in den Diskussionen um die Steinhuder Schulen viel Vertrauen zerstört worden sei.

Christian Rother (CDU) kritisierte, dass vor einem Sanierungsbedarf von bis zu 10 Millionen Euro im Steinhuder Schulzentrum gewarnt wird: „Wenn ich die dringenden Maßnahmen zusammenrechne, komme ich auf 1,3 Millionen Euro. Dafür muss es möglich sein, das Gebäude so lange noch zu erhalten.“ Fraktionskollege Michael Oswald warf der Verwaltung vor, sie hätte den notwendigen Anbau an der Hauptstelle schon länger planen und angehen müssen.

Als ehemaliger Schulleiter in Hannover merkte Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer (SPD) an, dass die Räume am Luther Weg dort so nicht genehmigt würden, weil sie teilweise zu klein seien. Bei den künftigen Pendelwegen für die Schüler müssten außerdem auch die Wege in den Gebäuden berücksichtigt werden. Und Bernd Wischhöver (AfD) betonte, die Argumente der Hölty-Schulleitung gegen die bisherigen beiden Standorte wegen organisatorischer Probleme seien die gleichen gewesen, die seinerzeit zur Gründung des eigenständigen Steinhuder Gymnasiums geführt hätten. Dieses war vor zwei Jahren dem Hölty-Gymnasium angegliedert worden.

Christiane Schweer indes wies darauf hin, dass die Initiative für den Umzug in eine neue Außenstelle am Luther Weg von der Schule gekommen sei und die Verwaltung diesen Wunsch nur umgesetzt habe. „Ich will die Vorlage nicht abschmettern, es steht auch einiges Richtiges drin.“

In der nächsten Woche wird der Schulausschuss sich mit der Frage beschäftigen. Die Sitzung beginnt am Dienstag, 30. Oktober, um 18 Uhr in der Aula der Otto-Hahn-Schule, Barnestraße 80.

Langersehnte Schulhoferneuerung

Für junge Menschen sind drei Jahre eine halbe Ewigkeit: Michael Ritter (15) und Lennart Frede (13), Schüler des Hölty-Gymnasiums, haben im Herbst 2015 mit ihrem Lehrer Lars Kreye in einem Schülervetretungsseminar darüber nachgedacht, wie man den Pausenhof ihrer Schule verschönern könnte. „Wir wollten diese Seite des Schulhofs erweitern und verschönern, da es kaum Spielmöglichkeiten gab“, erklärte der Neuntklässler Michael die Motivation für sein langjähriges Engagement in der Schülervertretung für dieses Vorhaben. Genau drei Jahre später feierte am Mittwochabend das Hölty-Gymnasium in einer kleinen Runde aus Lehrern und Schülern die Eröffnung des neuen Freizeitareals der Schüler. Eine Karusselschale und ein Bewegungskletterweg für motorische Übungen wurden angeschafft. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt war gekommen, um sich das Ergebnis anzuschauen und den Schülern für ihren Initiative zu loben und gestand gleichzeitig: „Wir haben in den letzten Jahren nicht genug in das Hölty-Gymnasium investiert, wenn man das mit anderen Schulen vergleicht.“ Das Projekt der Schulhoferneuerung habe rund 55.000 Euro gekostet, wobei 4500 Euro durch Spenden- und Sponsorengelder zusammen gekommen waren. Die restliche Summe wurde durch die Stadt Wunstorf übernommen. Eberhardt erklärte die lange Dauer der Realisierung damit, dass dem Projekt ein langer Beratungsprozess vorausgegangen sei und zudem eine Verabschiedung des Antrags für den Haushaltsplan erst für 2018 zustande kam und nicht wie geplant, schon für das Jahr 2017 vom Rat genehmigt wurde.

Lehrer Kreye zeigte sich sichtlich stolz: „Michael Ritter hat einen besonders langen Atem bewiesen. Und hat Briefe an die Stadt geschrieben“. Nachdem der Rat das nicht in den Haushaltsplan für 2017 aufgenommen hatte, waren die Schüler der SV aktiv geworden und hatten sich persönlich an Bürgermeister Eberhardt gewandt, der die Schüler während des gesamten Projekts immer wieder zum Engagement und zur Teilhabe ermutigt hatte.

Die Schülervertretung des Hölty-Gymnasiums, die sich sowohl aus Klassensprechern der Steinhuder Zweigstelle und der Wunstorfer Schule zusammensetzt, spricht sich unterdessen klar gegen eine Verlängerung der Steinhuder Außenstelle aus. Keno Heinrich (18), Jahrgangssprecher der zwölften Klasse, macht die Meinung der SV deutlich: „Wir Schüler wollen nicht länger getrennt sein. Die Schüler, Lehrer und Eltern des Hölty-Gymnasiums sind mehrheitlich für die Schließung und für eine Umsiedlung der Außenstelle in das Vion-Gebäude.“ Die SV betonte, dass die zwei verschiedenen Orte schlecht für das Wir-Gefühl unter den Schülern seien. Zudem sei das Pendeln zwischen Wunstorf und Steinhude für Lehrer und Schüler sehr unkomfortabel. Stella Wölfl (17) fügte an, dass die Trennung der Schüler schlecht sei, für die Kommunikation untereinander. Sehr oft seien E-Mails und Zettel nicht in Steinhude angekommen, weil dort auf anderen Servern als in Wunstorf gearbeitet werde. Die SV spricht von unhaltbaren Zuständen und spricht sich für eine rasche Zusammenlegung der Schüler aus.

Von Sven Sokoll und Marleen Gaida

Der Organist und Bach-Spezialist Jan Katzschke bereitet mit dem Kammerchor Neustädter Land und Solisten für Sonntag, 28. Oktober, einen Bach-Kantaten-Gottesdienst in Mariensee vor.

25.10.2018

Es gibt irische Getränke und passende Partymusik: Die Gastwirte Jürgen Stach und Michele D’Onofrio laden für Sonnabend, 27. Oktober, zur Irischen Nacht ins Gasthaus Bartling in Wulfelade ein.

25.10.2018

Der heftige Brand einer Torfmiete im Schneerener Moor ist nach Angaben der Polizei vermutlich vom Funkenflug einer Transportlore verursacht worden. Donnerstagmorgen hieß es „Feuer aus“.

25.10.2018