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Neustadt Mahnmal wird im November eingeweiht
Aus der Region Region Hannover Neustadt Mahnmal wird im November eingeweiht
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17:15 13.08.2018
Land-Art-Künstler Frank Nordiek wird den Entwurf für das Mahnmal umsetzen - eine Modelldarstellung gibt es schon. Quelle: privat
Neustadt

Nach jahrelanger Wartezeit, Debatte und Vorbereitung soll es jetzt zügig vorangehen: Das Mahnmal für ermordete Juden aus Neustadt soll am 4. November eingeweiht werden, kurz vor dem Jahrestag am 9. November, an dem sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal jährt. Sobald der Rat zugestimmt hat, 21.500 Euro Spende von der Altrewa Bürgerstiftung anzunehmen, soll der Auftrag an Frank Nordiek vom Atelier LandArt offiziell erteilt werden.

Mit der Arbeit hat der Künstler schon begonnen, denn die Zeit drängt. Die Grundidee für das Mahnmal geht letztlich auf einen Schülerentwurf zurück, den der Bordenauer Designer Jacek Pawlowski seinerzeit weiter ausgearbeitet hatte: Drei dicke Stahlplatten stehen ineinander verkantet auf einem Betonsockel. „Dies symbolisiert, dass die Juden in alle Welt verstreut sind und trotzdem in einer engen Beziehung zueinander stehen“, sagte Pawlowski damals. Die Namen aller verschollenen, ermordeten und ausgewanderten Juden Neustadts sollen in den Stahl eingraviert werden.

Das ist nun neun Jahre her, inzwischen ist Pawlowski gestorben. Lange scheiterte das Projekt an der Finanzierung – bis die Politikerinnen Ute Lamla und Heidi Sommer im Frühjahr einen neue Spendensammlung starteten und sich in der Folge die Altrewa-Stiftung bereit erklärte, die Finanzierungslücke zu schließen. Bedingung war damals nur, dass das Mahnmal auf dem Platz Zwischen den Brücken stehen sollte, statt am Erichsberg, der keine weitere Beziehung zur Geschichte der Juden hat.

Für den Standort Zwischen den Brücken kennt Historiker Hubert Brieden zahlreiche Bezüge: Auf den Leinewiesen dort sei nach der Pogromnacht das Inventar der Synagoge verbrannt worden. Dort wohnte überdies die jüdische Familie Meinrath. Otto Meinrath wurde mit anderen zusammen während der Pogromnacht verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. In Sichtweite liegt das Schloss Landestrost, wo sich während der NS-Diktatur die zentrale Judenkartei des Landkreises Neustadt befand. Und bei der Sprengung der Leinebrücke durch ein Wehrmachtskommando am 7. April 1945 starben 28 britische Soldaten, darunter der jüdische Rekrut H. Smollan.

Man habe gemeinsam mit einem eigens eingerichteten Arbeitskreis inzwischen allerhand Fragen abgeklopft, berichtet Stadtsprecher Stefan Bark. Mit dem Stadtmarketing-Verein sei geklärt, dass das Mahnmal auf einer Sandfläche zwischen Fußgängerbereich und Parkplatz stehen darf, wo der Verein vor Jahren Spielgeräte aufstellen ließ. Die Platten werden aus Kortenstahl mit Edelrost gefertigt, auch die Schriftart für die Namen sei schon gefunden. Das Mahnmal werde rund 1,80 Meter hoch, standfest und stabil. Und auf einer Informationstafel soll der Bezug zum Ort erklärt werden.

Von Kathrin Götze

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