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Neustadt Das war der Namensgeber der Jakobuskirche
Aus der Region Region Hannover Neustadt Das war der Namensgeber der Jakobuskirche
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18:30 07.11.2018
Historiker Heinz Busse blickt zum Geläut empor Quelle: Benjamin Behrens
Hagen

Von außen wirkt die Jakobuskirche, als hätte ein Kind mit verschiedenfarbigen Bauklötzen gespielt. Das weiß verputze Kirchenschiff schmiegt sich an einen Kirchturm, dessen Fundament aus hellem Sandstein besteht. Darauf thront ein roter Backsteinaufbau, gekrönt von einem Spitzdach mit dunkelgrauen Schindeln. „Dies ist eine der ältesten Kirchen im Umkreis. Die erste ist etwa um 1100 entstanden“, sagt Heinz Busse. Der Historiker hat sich eingehend mit Hagens Geschichte beschäftigt. Urkundlich erwähnt wurde der Bau erstmals 1281. Seitdem wurde das Gotteshaus immer wieder beschädigt und repariert.

Söldnertruppen zerstörten das Gotteshaus

„Zwischen 1625 und 1627, als Tilly hier war, ist sie zerstört worden“, sagt Busse. Der auf Seiten der Katholiken im Dreißigjährigen Krieg kämpfende Heerführer Johann T’Serclaes von Tilly zog durch Niedersachsen. Der Zerstörungswut seiner Truppen machte weder vor der Kirche noch dem Pfarrhaus halt. 1669 beschädigte ein Feuer die Reste von Kirche und Pfarrhaus. Dabei verbrannten alle Unterlagen. „Ein Teil des Kirchturms ist auf das Kirchenschiff gefallen“, sagt Busse. Der zuständige Amtmann der Grafschaft Wölpe, Jobst Friedrich Voigt, veranlasste 1723 den Wiederaufbau des Turms und einen Neubau des Kirchenschiffs. Eine Inschrift an der Südseite erinnert an das Bauprojekt.

„1874 hat der Kirchenbauer Conrad Wilhelm Hase den Turm nochmal umgebaut“, sagt Busse. Der bekannte Kirchenbauer ersetze die vorhandenen Fachwerkgeschosse im Turm durch roten Backstein. Unterlagen über einen früheren Bau und eventuelle Umbauten sind nicht erhalten. „Der Taufstein wurde im Zuge des Neubaus auch beschafft“, ergänzt Pastor Dirk Heuer. Im Laufe der Zeit wurde das Innere der Kirche mehrfach umgestaltet. Heute prägen die Farben weiß, türkis und weinrot das Bild.

Alte Kirche mit jungem Namen

So alt die Kirche ist, der Name ist jung. „Den gibt es erst seit 25 Jahren, sie hatte vorher keinen“, sagt Busse. Den Namen Jakobuskirche verdankt das Gotteshaus Pastor Johann Wichern, der von 1980 bis 2000 im Amt war. „Er wollte gerne, dass die Kirche einen Namen erhält.“ In einem Festgottesdienst am 15. August 1993 wurde sie feierlich benannt. „Pastor Wichern fand den Namen sehr schön und hat recherchiert, dass es ihn im Neustädter Land noch nicht gibt“, sagt Dagmar Weidemann vom Kirchenvorstand.

„Ich gehe davon aus, dass der Apostel Jakobus gemeint ist“, sagt Pastor Dirk Heuer. Alle anderen in der Kirchengeschichte erwähnten Träger diesen Namens seien schlicht zu unbedeutend. „Er ist einer der erstberufenen Jünger und gehörte ganz früh zum Jüngerkreis“, sagt Heuer. Auch sein Bruder Johannes, Petrus, Andreas und Paulus gehörten zu dieser Generation. „Er war wohl auch ganz fleißig und wirksam in der Verkündigung, denn er hat einen besonderen Namen bekommen, nämlich Donnersohn“, sagt Heuer. Um das Jahr 40 herum soll Jakobus den Märtyrertod gestorben sein.

Vor allem in Spanien soll Jakobus missioniert haben, es ranken sich zahlreiche Legenden um den Apostel. Der Legende nach soll die Kathedrale von Santiago de Compostela über seinem Grab errichtet worden sein. „Das ist alles historisch nicht belegt“, betont Heuer. Der Jakobsweg beruft sich dennoch auch auf den Heiligen, Pilger beenden ihre Reise an der Kathedrale.

Drei Glocken läuten in Hagen

In der Hagener Kirche erklingen drei Glocken. Die älteste und größte wurde zum Neubau 1723 bestellt. Eine Inschrift gibt Auskunft, woher sie stammt: „Goß mich Johan Growe Celle 1724“. Sie bringt rund 600 Kilo auf die Waage und erklingt im Ton Fis. Zwei weitere Glocken wurden deutlich später angeschafft. Die mittlere Glocke wurde 1959 beschafft. Sie wiegt 530 Kilo und ist auf den Ton Gis abgestimmt. Zusammen mit der Anschaffung ersetzt ein elektrisches Läutwerk den bis dahin beschäftigten Glöckner. Als Inschrift trägt sie „Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben“, ein Zitat aus dem Johannesevangelium. Die Inschrift „Gedächtnisglocke für unsere Toten“ erklärt die Funktion der Glocke, die bei Beerdigungen erklingt. Die kleinste Glocke, auf H-Dur gestimmt, stammt von 1964 und wiegt 357 Kilo. Die Inschrift ist simpel: „Gott allein die Ehre.“

Von Benjamin Behrens

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