Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Neustadt Mahnmal und Vorträge erinnern an die Pogromnacht
Aus der Region Region Hannover Neustadt Mahnmal und Vorträge erinnern an die Pogromnacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 31.10.2018
Land-Art-Künstler Frank Nordiek mit einem von ihm angefertigten Modell des Mahnmals. Quelle: privat
Neustadt

Das jahrelange Warten, endlose Debatten und die Suche nach einer Finanzierung haben ein Ende: Im 80. Jahr nach der Reichspogromnacht 1938 wird nun auch an die ermordeten Neustädter Juden erinnert. Am Sonntag, 4. November, wird ein Mahnmal eingeweiht. Die Vorstellung des Denkmals wird begleitet von einer Ausstellung mit Vortrag ab dem 6. November und einem stillen Gedenken am ehemaligen Standort der Neustädter Synagoge am 9. November.

Mahnmal ist Langzeitprojekt

Mit der Aufstellung des Mahnmals geht ein Langzeitprojekt zu Ende. Den ersten Entwurf für das Mahnmal fertigen Schüler des Gymnasiums vor neun Jahren an – als Teil des Religionsunterrichts. Der Bordenauer Designer Jacek Pawlowski arbeitete die Idee von drei ineinander verkanteten Stahlplatten mit Namen der Opfer weiter aus. Lange stockte das Projekt mangels Finanzierung. Im Frühjahr starteten die Poltikerinnen Ute Lamla und Heidi Sommer einen neuen Versuch und sammelten Spenden. Schließlich erklärte sich die Altrewa-Stiftung bereit, die Finanzierung zu sichern. Bedingung: Ein Standortwechsel vom zuerst angedachten Erichsberg zum geschichtsträchtigeren Platz Zwischen den Brücken. Künstlerisch umgesetzt wurde die Stahl-Skulptur nun von Frank Nordiek vom hannoverschen Atelier Land-Art.

Gedenktage mit Ausstellung und Vorträgen

Die öffentliche Vorstellung des Mahnmals beginnt um 15 Uhr auf dem Platz Zwischen den Brücken. Der Ort ist mit Bedacht gewählt, denn es finden sich viele Bezüge zur Geschichte der Juden in Neustadt. Der Historiker Hubert Brieden kennt viele davon. Auf den Leinewiesen dort sei nach der Pogromnacht das Inventar der Synagoge verbrannt worden, berichtet er. Zudem habe die jüdische Familie Meinrath an dem Ort gewohnt. Otto Meinrath wurde mit anderen zusammen während der Pogromnacht verhaftet und ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

Der Platz Zwischen den Brücken ist der geplanteStandort des Mahnmals. Quelle: Benjamin Behrens (Archiv)

Am Dienstag, 6. November, eröffnet die Ausstellung „Jüdisches Leben in Neustadt am Rübenberge“ um 19.30 Uhr in der Galerie im Rosenkrug, Nienburger Straße 28. Im Kunsthaus der Altrewa-Stiftung sind bis zum 30. November Arbeiten von Künstlerin Kerstin Faust und Neustädter Schülern zum Thema Judenverfolgung zu sehen. Während der Eröffnungsfeier berichten Nachfahren jüdischer Neustädter Familien über das Schicksal ihrer Angehörigen. Die musikalische Gestaltung übernimmt ein Quintett des Zentrums jüdischer Musik Hannover.

Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 16 Uhr. Führungen können beim Arbeitskreis Regionalgeschichte unter Telefon (05032) 61705 oder per E-Mail an ak.reg@t-online gebucht werden. Die Ausstellung und auch die Denkmalfeier gehören zur Veranstaltungsreihe „Vor 80 Jahren: Pogromnacht in Neustadt am Rübenberge“ des Arbeitskreises für Regionalgeschichte um Brieden.

Am 80. Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht, dem 9. November, soll am ehemaligen Standort der Neustädter Synagoge in der Mittelstraße 18 an die Opfer gedacht werden. Um 12 Uhr kommenden dort alle Neustädter zusammen, die an dem stillen Gedenken teilnehmen möchten.

Ein illustrierter Vortrag von Hubert Brieden am Donnerstag, 15. November, schließt die Gedenktage ab. Der Vortrag mit dem Titel „Über Nacht waren sie verschwunden. Die Vernichtung der jüdischen Minderheiten in Neustadt am Rübenberge“ beginnt im Rosenkrug, Nienburger Straße 28, um 19 Uhr.

Von Benjamin Behrens

Flower Power, verflossene Geliebte, uneheliche Kinder und noch einige weitere Wirrungen lassen das Publikum des Dorftheaters Poggenhagen zur Premiere von „Love and Peace im Landratsamt“ Tränen lachen.

28.10.2018

Ein unbekannter Täter hat die Abwesenheit oder Hilflosigkeit von Patienten im Klinikum Neustadt ausgenutzt und Wertgegenstände entwendet. In zwei Fällen wurde er beobachtet. Die Polizei sucht Zeugen.

28.10.2018

Der Mandelsloher Pastor Christian Steinmeier und seine Frau Maria Sinnemann haben in der St. Osdag-Kirche geheiratet. 181 Besucher verfolgten die Trauung und gratulierten im Gemeindehaus.

31.10.2018